Mehrere Straftaten auf beiden Seiten

Demonstration in Bielefeld gegen Rechtsextreme / Strafanzeigen wegen Hitlergruß

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Vor dem Bielefelder Hauptbahnhof versammelten sich rund 2800 Gegendemonstranten.

[Update] Bielefeld - Rund 6000 Menschen haben nach Polizeiangaben am Samstag in Bielefeld gegen einen Aufzug der Partei Die Rechte demonstriert. Die Proteste richteten sich gegen einen Demonstrationszug der Rechtsextremisten. Rund um die Demonstrationen nahm die Polizei Strafanzeigen gegen vierzehn Personen auf.

An de Demonstrationszug der Rechtsextremisten nahmen am Samstag in Bielefeld laut Polizei rund 400 Personen teil. Sie forderten Freiheit für die inhaftierte Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck.

Allein am Bielefelder Bahnhofsvorplatz versammelten sich rund 2800 Gegendemonstranten. "Menschenverachtende Einstellungen sind keine Meinungen sondern Verbrechen!", war auf einem Plakat zu lesen.

Mehrere Bündnisse, Parteien und Initiativen hatten zu den Gegendemonstrationen aufgerufen und insgesamt zehn Gegenveranstaltungen angemeldet. Wegen der Demonstrationen sperrte die Polizei weite Teile des Stadtzentrums ab. Die Polizei war mit einem Großaufgebot im Einsatz.

Strafanzeigen wegen Hitlergruß

Zwei Personen erhielten Strafanzeigen wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen - sie waren Teilnehmer des Aufzugs der Partei "Die Rechte NRW" - und hatten den Hitlergruß gezeigt. Einer dieser angezeigten Männer muss sich zudem wegen des Besitzes von Betäubungsmitteln verantworten. 

Vier weitere Teilnehmer dieser Versammlung hatten gegen das Versammlungsgesetz verstoßen, weil sie Schutzbewaffnung, wie Sturmhauben und Mundschutz, bei sich trugen. Zusätzlich hatte eine dieser vier Personen auch noch einen sogenannten "Polenböller" dabei und erhielt zudem eine Anzeige wegen des Verstoßes gegen das Waffengesetz.

Gegendemonstrant verletzt Polizisten

Aus dem Teilnehmerkreis der Demonstrationen gegen den Aufzug der Partei "Die Rechte NRW" haben drei Personen Polizeibeamte beleidigt. Bei einer Sitzblockade haben zwei Demonstrationsteilnehmer einen Polizeibeamten leicht verletzt - dazu wurden Anzeigen wegen des Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte aufgenommen. 

Zwei weitere Anzeigen wegen zwei Körperverletzungen erhielten Personen der Gegenversammlungen. Davon hatte ein Teilnehmer zudem gegen das Versammlungsgesetz und das Waffengesetz verstoßen, weil er einen Polenböller geworfen hatte. Eine Farbschmiererei eines Teilnehmers zog eine Anzeige wegen Sachbeschädigung nach sich.

Zehn Versammlungsteilnehmer wurden von der Polizei in Gewahrsam genommen - davon neun aus den Gegenversammlungen und eine Person des Aufzugs der Partei "Die Rechte NRW".

Quelle: wa.de

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