Unfallfahrer (19) soll gegen 20-Jährigen "angetreten" sein

In Plettenberger Hit-Markt gekracht: Polizei geht von illegalem Rennen aus!

+

[Update 8.18 Uhr] Plettenberg - Zu dem schweren Unfall von Dienstagabend in Plettenberg, bei dem drei junge Männer (17, 19, 21) verletzt worden waren, haben sich Polizei und Feuerwehr umfangreich geäußert. Wichtigste wie traurige Erkenntnis: Die Ermittler gehen von einem illegalem Autorennen des 19-Jährigen mit einem 20-Jährigen (ebenfalls Plettenberger) aus, das auf der Plettenberger Bahnhofstraße jäh endete. Den aktuellen Sachstand gibt es hier.

"Zeugen gaben an, dass der Verunglückte Sekunden vor dem Unfall mit überhöhter Geschwindigkeit gegen einen 20-jährigen Plettenberger in einem VW Golf über die Bahnhofstraße gefahren sein soll.

Es besteht nach bisherigem Stand der Ermittlungen der Verdacht, dass die beiden Autofahrer ein illegales Kraftfahrzeugrennen durchgeführt haben. Die Polizei hat ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts eines verbotenen Kraftfahrzeugrennens eingeleitet", so die Polizei.

Keine Hinweise auf Alkohol oder Drogen

Hinweise auf Alkohol- oder Drogenkonsum hätten indes nicht festgestellt werden können.

Der Unfall hatte sich am Dienstag um 20.53 Uhr ereignet. Der 19-jähriger Plettenberger war in Richtung "Am Wall" unterwegs gewesen und hatte dann - offenbar im Rahmen des besagten Rennens gegen einen 20-Jährigen - die Kontrolle über seinen Audi A4 verloren.

Verletzte Beifahrer nur ambulant behandelt

"Das Fahrzeug drehte sich, stieß zunächst gegen eine Laterne und anschließend gegen die Fensterfront eines Supermarktes. Der 19-Jährige wurde eingeklemmt und musste von der Feuerwehr herausgeschnitten werden.

Er wurde schwer verletzt mit einem Rettungswagen ins Krankenhaus Plettenberg gebracht und von dort mit einem Rettungshubschrauber nach Siegen verlegt.

Die Beifahrer des Mannes (17, 21) mussten mit leichten Verletzungen zur ambulanten Behandlung ins Krankenhaus nach Plettenberg", fasste die Polizei am Mittwochmorgen zusammen.

So äußert sich die Plettenberger Feuerwehr

Aufgrund des Notrufes zur Feuer- und Rettungsleitstelle des Märkischen Kreises waren mit dem Stichwort "eingeklemmte Person" drei Rettungswagen (zwei aus Plettenberg, einer aus Werdohl), ein Notarzt, die Einheiten Feuer- und Rettungswache, Stadtmitte sowie der Rüstzug aus Ohle alarmiert worden.

"Bei Eintreffen der Einsatzkräfte stand ein Pkw auf dem Gehsteig in Höhe einer Bushaltestelle. Das Fahrzeug war dort mit dem Stützpfeiler eines Einkaufszentrums fahrerseitig kollidiert. Dabei hatte sich das Fahrzeug förmlich um den Pfeiler gewickelt.

Der Fahrer wurde dabei massiv mit der unteren Körperhälfte eingeklemmt. Aufgrund des Verdachts der Schwere seiner Verletzungen leitete die Feuerwehr in Absprache mit dem Rettungsdienst eine Sofortrettung mit Unterstützung von technischem Gerät ein. Zudem wurde ein Rettungshubschrauber aus Gießen angefordert", so die Feuerwehr. Die beiden anderen Fahrzeuginsassen (17/21) hätten sich selbst befreien können.

Zunächst habe das Fahrzeug mit dem Einsatz der Seilwinden von Rüstwagen und Hilfeleistungslöschfahrzeug von der Laterne gezogen werden müssen.

"Anschließend wurde hydraulisches Rettungsgerät in Form von Rettungsschere, Spreizgerät und Hydraulikzylindern eingesetzt. Nach einer aufwändigen Befreiung konnte der verletzte Fahrer entsprechend zeitnah befreit und via Transfer per Rettungswagen der Hubschrauberbesatzung, welche am Plettenberger Krankenhaus zur Landung gegangen war, übergeben werden.

Gegen 22.50 Uhr startete Christoph Gießen mit dem Verletzten in eine Unfallklinik nahe Siegen. Kurz danach konnte die Feuerwehr ihren personal- und materialintensiven Einsatz beenden", hieß es.

Zahlreiche Schaulustige an der Unfallstelle

Neben der medizinischen und technischen Rettung habe die Unfallstelle ausgeleuchtet und vor zahlreichen Schaulustigen abgeschirmt werden müssen.

Außerdem wurden Start und Landung des Rettungshubschraubers am Krankenhaus abgesichert.

Hier lesen Sie unsere Berichterstattung von Dienstagabend

Am Dienstagabend hat sich am Hit-Markt in Plettenberg ein schwerer Verkehrsunfall ereignet. Drei Personen wurden dabei zum Teil schwer verletzt. Ein Rettungshubschrauber wurde angefordert.

Ersten Informationen zufolge war ein Audi mit drei jungen Insassen am Dienstagabend von der Bahnhofstraße abgekommen und gegen einen Pfeiler direkt vor dem Hit-Markt in Plettenberg gekracht.

Erst im Schaufenster des Verbrauchermarktes kam der Wagen zum Stehen. Der Pfeiler hatte sich dabei auf der Fahrerseite ins Auto gebohrt.

Nachtflug-fähiger Hubschrauber aus Gießen

Der Fahrer des Wagens, ein 19-Jähriger aus Plettenberg, wurde bei dem Unfall schwer verletzt und eingeklemmt. Er musste von der Feuerwehr aus seinem Audi befreit werden. Für ihn wurde ein Rettungshubschrauber aus Gießen angefordert.

Bevor die Einsatzkräfte der Feuerwehr den Eingeklemmten befreien konnten, musste der Audi ein Stück vom Markt weggezogen werden, um überhaupt an den Fahrer heranzukommen. Dies gelang zügig und routiniert. 

Anschließend wurde der Wagen mit hydraulischem Rettungsgerät aufgeschnitten. Der 19-Jährige wurde nach seiner Rettung an den Rettungsdienst übergeben. Bei dem Unfall erlitt er schwere Beinverletzungen, blieb jedoch ansprechbar. 

Zwei weitere Personen, die im Wagen saßen - zwei Plettenberger im Alter von 21 und 17 - erlitten ersten Erkenntnissen zufolge leichte Verletzungen. Sie wurden ins Plettenberger Krankenhaus gebracht. 

Der Rettungshubschrauber "Christoph Gießen" der Johanniter-Luftrettung landete nach über 40-minütigem Anflug am Krankenhaus in Plettenberg, um den Schwerverletzten aufzunehmen und in eine Spezialklinik nach Siegen zu fliegen. Die Feuerwehr leuchtete den Landeplatz aus.

Es war nötig, den Hubschrauber aus dem hessischen Gießen anzufordern, weil dieser auch bei Nacht geflogen werden kann. Dies ist nur mit wenigen Rettungshubschraubern möglich.

Quelle: wa.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare