Cabrio-Fahrer kam mit dem Schrecken davon 

Schwebebahn-Unfall in Wuppertal: Jetzt steht die Ursache fest

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Die Schwebebahn ist in Wuppertal für Pendler das Verkehrsmittel schlechthin - jetzt müssen sie noch auf unbestimmte Zeit ohne auskommen.

Wuppertal - Der beinahe tödliche Unfall an der Wuppertaler Schwebebahn soll auf einen technischen Defekt zurückgehen. Ein Eingriff von außen - wie etwa ein Anschlag oder Sabotage - könne inzwischen ausgeschlossen werden.

Das sagte ein Sprecher der Wuppertaler Staatsanwaltschaft am Freitag auf Anfrage. Der mit der Ursachensuche befasste Gutachter habe auch eine konkretere Vermutung, was am 18. November zum Absturz der Stromschiene geführt habe. "Wir wollen aber erst das schriftliche Gutachten abwarten." 

Auf 350 Meter Länge war vor fast neun Wochen die schwere Stromschiene in die Tiefe gestürzt und hatte einen 34 Jahre alten Cabriofahrer nur knapp verfehlt. Er kam mit dem Schrecken davon.

"Ein halber Meter weiter und sie hätte ihm den Kopf abgerissen", hatte der Behördensprecher nach dem Vorfall gesagt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen fahrlässigen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr. Die weltberühmte Schwebebahn, wichtigstes öffentliches Verkehrsmittel in Wuppertal, steht seitdem still. 

Eine Stromschiene hatte sich von der Schwebebahn gelöst und nur knapp einen Cabrio-Fahrer verfehlt.

Unklar, wann Betrieb weitergeht

Wann der Betrieb wieder aufgenommen werden kann, ist noch nicht absehbar. Zuletzt hieß es, das werde noch bis Mitte 2019 dauern.

Wenn sie in Betrieb ist, nutzen täglich rund 85.000 Menschen die Schwebebahn. Derzeit pendeln ersatzweise Busse entlang der Strecke. 

Einen ähnlichen Vorfall hatte es bereits vor fünf Jahren gegeben. Damals war die eiserne Stromschiene auf einer Länge von 260 Metern aus der Verankerung gerissen und in die Tiefe gestürzt. Sie demolierte mehrere Autos, zwei Menschen wurden leicht verletzt. Der Schwebebahn bescherte das damals sechs Wochen Zwangspause. Ein verstellter Stromabnehmer hatte damals die Aufhängung der Stromschiene abgeraspelt. 

Im Jahr 1999 starben bei einem Unfall mit der Schwebebahn fünf Passagiere

Damit sich dies nicht wiederholt, sind die Stromabnehmer seither mit Sollbruchstellen ausgestattet. Die Wuppertaler Schwebebahn galt jahrzehntelang als sicherstes Verkehrsmittel der Welt. 1999 war es allerdings bei Sanierungsarbeiten zu einem schweren Unglück gekommen: Ein Zug stürzte in die Wupper, weil ein 100 Kilogramm schweres Metallteil an der Fahrschiene vergessen worden war. Fünf Passagiere starben. 

Die Schwebebahn hat seit ihrer Fertigstellung 1901 mehr als 1,5 Milliarden Menschen transportiert. Mit 13,3 Kilometern Strecke und 20 Bahnhöfen ist sie das Rückgrat des Nahverkehrs in der 350 000-Einwohner-Stadt. -dpa

Quelle: wa.de

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