Blockaden und Festnahmen bei Protesten im Hambacher Wald

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Polizei im Hambacher Forst

[Update, 17.10 Uh] Aachen - Nach der gescheiterten Klage gegen die umstrittenen Rodungen im Hambacher Wald haben Braunkohlegegner im betroffenen Gebiet eine Bahnstrecke für mehrere Stunden blockiert.

Der Betrieb der Hambachbahn sei eingestellt worden, Teilstücke der Gleise hätten entfernt werden müssen, teilte eine Polizeisprecherin am Samstag mit.

Sechs Aktivisten, von denen sich bereits in den frühen Morgenstunden einige an die Bahngleise gekettet hatten, wurden vorläufig festgenommen. In Kerpen wurde zudem eine Trafostation in Brand gesetzt und zerstört.

Am Tag zuvor hatte das Verwaltungsgericht in Köln eine Klage des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) in erster Instanz abgewiesen und somit die Fortführung des Braunkohletagebaus ermöglicht. Der BUND wollte dies ebenso verhindern wie die anstehenden Rodungen im uralten Hambacher Wald.

Der BUND stellte nach eigenen Angaben unmittelbar nach der Gerichtsentscheidung beim Oberverwaltungsgericht Münster (OVG) einen Antrag, um die Rodungen vorerst zu verhindern. Außerdem wollen die Umweltschützer in die nächste gerichtliche Instanz gehen. Nach Überzeugung der Richter verstößt die Rodung des Hambacher Waldes nicht gegen europäisches Umweltrecht.

Seit Jahren spitzt sich der Konflikt um den Forst zu. Neben friedlichen Protesten gibt es immer wieder Attacken auf RWE-Mitarbeiter und Polizisten. Die Aachener Polizei rechnet bei den anstehenden Rodungen mit Widerstand und hat sich auf einen größeren Einsatz eingestellt.

Die Polizei rechnet vor allem mit dem Widerstand von Braunkohlegegnern, die in dem Teil des Waldes leben, der gerottet werden soll. Bei ihrem Einsatz werden die Aachener Polizisten von Einsatzkräften aus ganz Nordrhein-Westfalen unterstützt, wie ein Behörden-Sprecher mitteilte.

Nach Polizeiangaben besteht die Waldbesetzer-Szene aus 200 tendenziell gewaltbereiten Leuten der linksautonomen Szene. Die Gruppe lebt demnach in Baumhäusern und Zelten. Erfahrungsgemäß rechnet die Polizei auch mit gegrabenen Erdhöhlen. In der jüngeren Vergangenheit hatte es immer wieder Angriffe auf RWE-Mitarbeiter und Polizisten, die der Gruppe zugrechnet wurden.

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Quelle: wa.de

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