NRW-Schulpolitik: VBE drängt auf mehr Lehrer

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Der Vorsitzende des Verbands Bildung und Erziehung (VBE), Udo Beckmann, fordert mehr Lehrer in NRW.

Düsseldorf - Die schwarz-gelbe Koalition hat viel versprochen in der Schulpolitik. Bessere Bedingungen für die Inklusion, Rückkehr zum G9-Abitur. Aber dafür brauche es Tausende Pädagogen zusätzlich, sagt ein Lehrerverband.

Der Lehrerverband VBE hält mehrere tausend zusätzliche Stellen für erforderlich, wenn die neue schwarz-gelbe Regierung in NRW ihre Versprechen in der Schulpolitik einlösen will. 

Allein für die angekündigte Rückkehr zum Abitur nach neun Jahren Gymnasium (G9) würden nach und nach rund 2000 neue Lehrer benötigt. Das sagte der Vorsitzende des Verbands Bildung und Erziehung (VBE), Udo Beckmann, der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf. "Wenn man außerdem inklusiven Unterricht vernünftig umsetzen will, muss man mit rund 7000 zusätzlichen Stellen kalkulieren."

Die neue Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) will am Freitag in Düsseldorf die bildungspolitischen Schwerpunkte der schwarz-gelben Regierung präsentieren. Laut Koalitionsvertrag soll G9 ab dem Schuljahr 2019/20 wieder zum Regelfall werden. Die Bedingungen für den gemeinsamen, inklusiven Unterricht von Kindern mit und ohne Behinderung sollen verbessert werden. Gebauer will zudem die Schließung weiterer Förderschulen verhindern und ein möglichst breites Netz erhalten. Außerdem stellt sie Maßnahmen gegen den viel kritisierten Unterrichtsausfall vor.

Nach Einschätzung des VBE sind alle diese Vorhaben nicht ohne zusätzliche Lehrer und Sonderpädagogen zu schaffen. Wenn man angesichts des Personalmangels Seiteneinsteiger in die Klassen schicken wolle, sollten diese zuvor mindestens ein halbes Jahre lang pädagogisch qualifiziert werden, verlangte Beckmann. Die Studienkapazitäten für Lehrer und Sonderpädagogen müssten deutlich aufgestockt werden. Auch der Städte- und Gemeindebund hatte jüngst darauf hingewiesen, dass eine Rückkehr zu G9 mehr Lehrkräfte, aber auch zusätzliche Schulräume und mehr Schulverwaltungspersonal erfordern werde.

In NRW gibt es derzeit knapp 6000 Schulen und rund 2,5 Millionen Schüler. Am kommenden Mittwoch beginnt für sie nach den Sommerferien wieder der Unterricht. Viele der 151 000 I-Dötzchen starten allerdings erst einen Tag später.

Quelle: wa.de

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