Gebürtige Hammerin beim Lake Run am Möhnesee

Mit westfälischen Wurzeln: Nina Kiehnle ist die Miss im Matsch

+
Die Teilnahme von "Misses" hat beim Lake Run Tradition. Links die frühere Miss Bremen Denise Diek bei der "Mud Edition" in Bremen 2015. Rechts Nina Kiehnle, der das noch bevorsteht.

Hamm/Werne/Möhnesee - Wenn Nina Kiehnle am 26. August nach sieben Kilometern die Ziellinie des Lake Runs am Möhnesee passiert, wird die dann ausgepowerte und schlammbesudelte junge Frau sicher die Blicke auf sich ziehen. Handelt es sich doch um eine echte Miss, ein aktives Model und somit um eine der attraktivsten Frauen Deutschlands. Was aber kaum jemand weiß: Sie hat ihre Wurzeln in Westfalen - unter anderem in Hamm. Und Nina liebt besonders den hiesigen Dialekt!

Nun klingen solche Feststellungen womöglich zunächst interessanter als sie zeithistorisch sind: Denn die heute 25-Jährige verbrachte tatsächlich nach der Geburt in Hamm 1992 "nur" die ersten Kinderjahre in Rhynern, bevor sie das Leben nach Neuwied, Koblenz und Köln verschlug. Doch reicht ihre Verbundenheit auch heute noch in die unmittelbare Region: In Werne wohnen ihr leiblicher Vater sowie weitere Familienmitglieder, und in Bergkamen waren bis vor drei Jahren ihre Großeltern zuhause. Kein Wunder, dass sie sagt: "Immer wenn ich in diese Region komme, fühle ich mich sehr wohl."

Nina Kiehnle, das Model.

Als dicke Freundinnen unterwegs

Lena Bröder

Doch zunächst erstmal zurück zum Artikelanfang... Denn es ist ihr unkonventioneller und spannender Lebensweg, der Nina Kiehnle nun quasi "in offizieller Mission" wieder zurück in heimische Gefilde führt. An ihrer Seite weiß sie im Möhnesee-Matsch übrigens Lena Bröder. Die beiden jungen Frauen hatten sich Anfang 2016 im dreiwöchigen Camp zur Miss-Germany-Wahl kennengelernt. Während Kiehnle letztlich "nur" der Titel "Miss Mitteldeutschland" blieb, wurde Bröder "Miss Germany" - nun kommen beide Frauen als dicke Freundinnen zu diesem anstrengenden "Tough-Mudder"-Verschnitt in die Soester Börde.

Hier klicken für Berichte und Fotos zum den "Lake Run"

Dass "Misses" bei Lake Runs als Attraktion antreten, hat übrigens eine mehrjährige Tradition. Viel wichtiger aber ist: Weder diese Tatsache noch das Honorar sind für Kiehnles Teilnahme entscheidend, sondern sie hat selbst großen Spaß an solchen Aktionen.

"Ich wollte auf eigenen Beinen stehen"

Der Grund für ihren frühen Wegzug aus Hamm war die damalige Trennung der Eltern. In Neuwied machte sie 2011 das Abitur, in Köln ("Ich wollte auf eigenen Beinen stehen und war dort auf halber Höhe zwischen meiner Mutter und meinen Großeltern") machte sie eine Ausbildung als Kauffrau für Marketingkommunikation. Und sammelte bei Shootings erste Eindrücke in der Modelwelt.

Nina Kiehnle (3. von rechts) bei der Miss-Germany-Wahl. In der Mitte mit Krone: Lena Bröder. 
Nina Kiehnle: "Ich möchte nicht gehypt werden."

2015 zog Nina nach Koblenz - weil die Bergkamener Großeltern dort inzwischen aus gesundheitlichen Gründen bei ihrer Mutter lebten. Im September 2015 wurde sie zur Miss Koblenz gewählt, im Oktober zur Miss Mitteldeutschland. Nebeneffekt: In einem Ferienflieger nach Fuerteventura wurde sie von den Passagieren auch mit dem Titel "Miss Condor" ausgezeichnet.

Auch wenn sie ihrer Freundin den Titel von Herzen gönnt, macht Nina Kiehnle kein Geheimnis daraus, dass sie sehr enttäuscht war, dass sie selbst es nicht wurde. Genoss sie die glitzernde Zeit doch sehr und galt sie zudem als echte Favoritin: "Mir hatten viele Leute große Hoffnung gemacht." Was angesichts ihrer eigenen ursprünglichen Erwartungshaltung schon bemerkenswert war, wie sie einräumt: "Ich dachte, ich hätte mit meinen kurzen Haaren und meinen Tattoos gar keine Chance." Aber genau das hätte ihre Chancen sein können.

"Das hat mich sehr gerührt"

So aber blieben am Ende erst einmal zwei tränenreiche Tage, bevor sie wieder festen Boden unter die Füße bekam. Die Koblenzer Rhein-Zeitung überschrieb ein Interview mit der Schlagzeile "Die Miss Germany der Herzen". Nina: "Das hat mich sehr gerührt - ich hatte Tränen in den Augen."

Nina Kiehnle auf Instagram

Ein bisschen Trost muss sein: Nach der verpassten Wahl zur Miss Germany titelte die "Rhein-Zeitung" einen Artikel über Nina Kiehnle so.

Mit großem Bedauern erzählt Kiehnle, dass sie laut Statuten nicht noch einmal an einer Wahl der Miss Germany Corporation (MGC) teilnehmen dürfe - sie hätte sich selbst nämlich gern rehabilitiert und zudem die Zeit gern mehr genossen. Ihr Geld verdient sie daher bis auf weiteres als Kauffrau im Außendienst eine Marketingagentur. Ein wichtiges Standbein, um nebenbei weiter modeln zu können. Sie steht neben der MGC bei mehreren Agenturen auf der Liste. "Ich möchte nicht gehypt werden – auch wenn es schön wäre, wenn eine Modelagentur mich unter Vertrag nehmen würde."

Gutes Aussehen privat "eher Schwierigkeit"

Dass ein gutes Aussehen im Umgang sowohl Hilfe als auch Bürde sein kann, weiß Nina Kiehnle aus eigenen Erfahrung schon sehr gut. Im Job sei das beim Kundenkontakt von Vorteil – man werde besser wahrgenommen. Im Privatleben sieht sie es "eher als Schwierigkeit" – es gebe viele Neider, vor allem bei den Mädels. Zum Glück habe sie einen guten und verständnisvollen Partner an ihrer Seite, der seinerseits ebenfalls viel unterwegs sei und sage: „Das ist eben dein Job.“

Miss Deutschland aus Herringen: Meine Familie ist stolz auf mich

Ein Job, der Nina Kiehnle aus privaten Gründen absehbar auch immer wieder an den östlichen Rand des Ruhrgebiets verschlagen wird. Ein Thema, das ihr prompt noch zwei überraschende Bonuspunkte entlockt: "Ich liebe den Dialekt hier, der irgendwie locker macht und Lust, sich mit den Leuten zu unterhalten... Ich komme her und fühle mich direkt wie zuhause." 

In Köln habe sie sich zuletzt zwar auch sehr wohl gefühlt - aber: "Ich glaube tatsächlich, dass es mich irgendwann in meine Geburtsregion zurückschlagen wird!"

Das ist der "Lake Run" am Möhnesee:

So dreckig geht es zu beim Lake Run... Hier eine beispielhafte Szene aus dem Jahr 2014.

Der Lake Run in Ense am Möhnesee gilt als einer der härtesten Läufe in Nordrhein-Westfalen. Es ist kein normaler Cross- oder Geländelauf, sondern laut Beschreibung eine "ultimative Herausforderung die dir und deinem Körper, alles abverlangen wird. Bergige, harte und steile Strecken, durch lehmigen Acker und glitschige Wiesen sowie Hindernisse von denen du noch Tage nach dem Event träumen wirst..." Die Teilnahme erfolgt im Team mit Willensstärke und Kameradschaft. Angeboten werden Läufe über 21, 15 und 7 Kilometer mit vielen natürlichen und künstlichen Hindernissen.

Quelle: wa.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare