Straßenkarneval im Rheinland / Oberleitungsstörung behindert Anreise per Bahn

Narren in Düsseldorf und Köln gehen bei Sonnenschein auf die Straße

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[Update 11.35 Uhr] Köln/Düsseldorf - In den närrischen Hochburgen hat am Donnerstag um 11 Uhr 11 der Straßenkarneval begonnen. In vielen Städten stürmen die Frauen an Weiberfastnacht traditionell die Rathäuser und übernehmen symbolisch die Macht.

So nehmen in Düsseldorf die alten "Möhnen" traditionell den Bürgermeister gefangen. In Bonn greifen die Waschweiber an. Und in Köln fordert das Dreigestirn die Stadtschlüssel ein. Dort hatten sich schon am frühen Vormittag Tausende Jecken unter blauem Himmel in der Altstadt versammelt. 

In mehreren Städten appellierte die Polizei an die Narren, auf Verkleidungen als Terrorist und auf Waffenattrappen zu verzichten. Die Polizisten müssten ansonsten nachschauen, ob es sich um echte oder falsche Waffen handele, warnte etwa der Kölner Polizeidirektor Martin Lotz.

Eine Störung bei der Bahn stellte viele Jecken und Karnevals-Touristen am Donnerstagmorgen bei der Anreise allerdings auf eine Geduldsprobe. Von einer Oberleitungsstörung am Knotenpunkt Düsseldorfer Hauptbahnhof waren zahlreiche Züge betroffen. 

Fahrgäste müssten mit Verzögerungen und Ausfällen rechnen, hieß es bei der Deutschen Bahn. Das hatte auch Auswirkungen im Ruhrgebiet, wo sich Züge beispielsweise in Essen nach Schilderung von Betroffenen stauten. 

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Unklar ist noch, ob sich die #MeToo-Kampagne gegen Sexismus und Belästigung auch auf das Miteinander im Karneval auswirken wird. Der Präsident des Festkomitees Kölner Karneval, Christoph Kuckelkorn, sagte der Deutschen Presse-Agenhtur: "Im Karneval wie auch an jedem anderen Tag gilt: Erlaubt ist, was gefällt - solange es allen gefällt! Wenn man sich respektvoll verhält, ist sicherlich auch ein Bützjer in Ordnung."

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Ein "Bützjer" ist ein Wangenkuss, der in Köln an Karneval auch unter Fremden üblich ist. Der Pressesprecher des Comitee Düsseldorfer Carneval, Hans-Peter Suchand, antwortete auf die Frage, ob manche Karnevalisten jetzt vielleicht vor Umarmungen oder Küsschen zurückschreckten: "Das ist mir bisher bei keiner Gelegenheit aufgefallen noch irgendwie zu Ohren gekommen."

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Der Präsident des Festkomitees Kölner Karneval, Christoph Kuckelkorn, hat unterdessen den Vorwurf zurückgewiesen, dass sich der Karneval in letzter Zeit zum Negativen verändert habe. Diese Kritik habe ihn "extrem geärgert", sagte Kuckelkorn am Donnerstag in Köln zum Auftakt des Straßenkarnevals. 

"Es ist geradezu billig, ständig so zu tun, als wäre der Karneval schlecht", sagte der Ober-Jeck. Karneval stehe auch für soziales Engagement, für Integration, für kleine Feiern in Pfarreien und Schulen, für strahlende Kinderaugen. "Der Karneval ist gut für Köln und die Menschen", betonte Kuckelkorn. 

Die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) hatte zuvor in einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur gesagt: "Der Karneval ist in den letzten Jahren - oder eher Jahrzehnten - zu etwas geworden, das eher einem allgemeinen Besäufnis entspricht, als dem, was unsere Karnevalskultur ausmacht." - dpa

Quelle: wa.de

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