Prozessauftakt vor Schwurgericht

Mutter versorgte Katzen, aber nicht die eigenen Kinder

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Bergkamen/Dortmund - Eine Mutter aus Bergkamen soll zwei Babys so sehr vernachlässigt haben, dass diese starben. Als die Leichen gefunden wurden, wiesen sie Zeichen von Mangelernährung auf.

Vor dem Dortmunder Schwurgericht hat der Prozess gegen eine Bergkamenerin begonnen, die für den Tod ihrer sechs Monate sowie vier Wochen alten Säuglinge verantwortlich gemacht wird. 

Die mittlerweile 33-jährige Frau soll die Mädchen in den Jahren 2010 und 2012 heimlich in ihrer damaligen Wohnung in Lünen zur Welt gebracht und so massiv vernachlässigt haben, dass die Babys verhungerten und verdursteten. 

Berichterstattung zum Prozess

Skelette in zugemüllter Wohnung bei Brand entdeckt

Erst nach einem Wohnungsbrand wurden die bereits skelettierten Kinderleichen im Oktober 2012 in der völlig verwahrlosten Wohnung entdeckt. 

"Die ganze Wohnung war zugemüllt. Man stand überall auf Unrat und es war überhaupt nicht erkennbar, wo hier überhaupt gegessen und geschlafen werden konnte" schilderte noch sichtlich beeindruckt der damalige Ermittlungsleiter der Polizei seine Erinnerung an die Wohnung. 

Völlig zufällig habe man kleine menschliche Knochen gefunden, die Mutter dann unter dem Verdacht der Kindstötung befragt. Schließlich habe sie berichtet, dass es noch ein zweites totes Kind in der Wohnung gäbe, die Leiche hätten seine Kollegen dann in einem Wäschekorb gefunden.

Katzen wurden von Mutter gut versorgt

Nach den Ermittlungen der Polizei arbeitete die angeklagte Mutter zur Tatzeit in führender Position in einem Lüner Café, galt als penibel und reinlich. Auch nach den heimlichen Geburten war sie schnell wieder zur Arbeit gegangen, hatte ihre Kinder acht bis neun Stunden ohne Versorgung zurück gelassen. 

In der Wohnung lebten damals auch zwei bis drei Katzen, die nach der Erinnerung des Kripobeamten gut versorgt wurden. Apathisch und mit abwesendem Blick verfolgte die Angeklagte am ersten Verhandlungstag die Zeugenaussagen; ihre Verteidigerin kündigte für den Verlauf des mehrmonatigen Prozesses eine persönliche Erklärung ihrer Mandantin an. 

Quelle: wa.de

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