Lockdown

Beliebte Steakhaus-Kette vor dem Aus – ist Corona der Grund?

Die Gastronomie leidet besonders unter dem Corona-Lockdown. Restaurants und Kneipen sind seit Wochen geschlossen. Maredo musste jetzt die Reißleine ziehen.

Düsseldorf – Ist das erst der Anfang? Immer mehr Besitzer von Restaurants, Bars, Cafés und Kneipen stehen in Deutschland vor dem finanziellen Ruin. Da die Betreiber wegen der anhaltenden Coronavirus*-Pandemie ihre Läden nicht für Kunden öffnen dürfen, sind die Kassen leer. Die Steakhaus-Kette Maredo mit Hauptsitz in Düsseldorf trifft es nun besonders hart. Fast alle Mitarbeiter des Unternehmens erhielten am Montag (18. Januar) die Kündigung.

Restaurantkette:Maredo
Hauptsitz: Düsseldorf
Inhaber: Klaus Farrenkopf
Lebensmitteltyp: Steak
Gründung: 1973

Mitarbeiter-Rundschreiben von Maredo – fast alle Angestellten freigestellt

Die Nachricht, die aus einem Mitarbeiter-Rundschreiben, das im Internet einsehbar ist, stammt, breitete sich im Laufe des Tages rasend schnell aus. Maredo sei zu diesem Schritt gezwungen worden, „weil kaum noch Liquidität im Unternehmen vorhanden ist, um die Löhne und Gehälter zahlen zu können“, heißt es in der Mitteilung. Demnach würden nur wenige Angestellte bleiben, die die „insolvenzspezifischen Arbeiten“ erledigen sollen.

Die beliebte Steakhaus-Kette Maredo hatte bereits im März 2020 einen Insolvenzantrag gestellt. 15 von 35 Filialen mussten daraufhin schließen. Schon damals verließen etwa 950 Beschäftigte das Unternehmen. Die wirtschaftliche Lage spitze sich mit dem zweiten Lockdown und den strengen Corona-Regeln* weiter erheblich zu. Der Betrieb hatte bereits zum Jahresende sämtliche Mietverträge gekündigt. Maredo galt jedoch schon vor dem Ausbruch des Coronavirus als angeschlagen.

Maredo-Chef übt Kritik an Coronavirus-Politik

In den vergangenen Jahren seien die Umsätze der Restaurant-Kette rückläufig gewesen. Das Konzept von Maredo gelte unter Experten als „überholt“, berichtet t-online. Maredo-Chef Klaus Farrenkopf übt dennoch Kritik an der Corona-Politik in Deutschland. Er beklagt, das NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) und Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) die Hilferufe der Gastronomen lange überhört hätten.

"Nur haben wir erst in dieser Woche die Rückmeldung erhalten, dass Maredo aus Sicht der zuständigen Behörden die Voraussetzungen für die November- und Dezemberhilfe nicht erfüllen würde", schreibt der Inhaber. Eine Einigung zwischen der Steakhouse-Kette, die auch eine Filiale in Münster* hat, mit dem Insolvenzverwalter konnte bisher nicht erzielt werden. "Da uns die staatlichen Wirtschaftshilfen nicht bewilligt werden, läuft uns nun die Zeit davon", so das Unternehmen weiter.

Das Coronavirus setzt die Gastronomie enorm unter Druck: Die Steakhaus-Kette Maredo entlässt fast alle Mitarbeiter.

Coronavirus: Nach Maredo-Aus – Gastro-Unternehmen tun sich zusammen

Auch anderen Betrieben aus dem Gastgewerbe geht es angesichts des Lockdowns in Deutschland immer schlechter. Ihnen steht das Wasser bis zum Hals. Wegen der monatelangen Schließungen haben sich nun etwa 50 Restaurantbetreiber von Firmen wie Block Group (Block House), Hans im Glück, Nordsee, LeCrobag und L‘Osteria zusammen getan. Sie bitten umgehend um finanzielle Unterstützung. Ohne rasche und unkomplizierte Hilfen gäbe es „in allerkürztester Zeit ein Massensterben von Gastronomiebetrieben“, heißt es einer am Montag veröffentlichten Mitteilung der Brancheninitiative „Gastgeberkreis“.

Die erhofften Lockerungen und Öffnungen der Gastro-Betriebe sind vor allem wegen der Coronavirus-Mutationen* aus Großbritannien, Südafrika und Brasilien vermutlich in weite Ferne gerückt. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat wegen der Coronavirus-Mutationen eine neue Verordnung unterzeichnet*, um die Veränderungen des Virus SARS-CoV-2 schneller aufzuspüren.

Am Donnerstag (21. Januar) wollen Bund und Länder dann über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie beraten. Gesprochen wurde in diesem Zusammenhang auch viel über eine bundesweite Ausgangssperre. (*Msl24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.)

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa / Frank Rumpenhorst / Marcel Kusch (Fotomontage: Msl24.de)

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