Legionellen: Mehrere Kranke geheilt - Kritik von Patientenschützern

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Mülheim - 18 Menschen erkranken in einer Mülheimer Klinik an Legionellen. Die meisten Betroffenen sind laut Klinik geheilt entlassen und die Gefahrenquellen beseitigt worden. Patientenschützer üben Kritik.

Nach dem Auftreten der Legionellen-Krankheit im Evangelischen Krankenhaus Mülheim geht die Klinik davon aus, dass die Gefahrenquellen vollständig beseitigt sind. Das sagte die stellvertretende ärztliche Direktorin Andrea Schmidt am Montag auf Anfrage. 

Der Ausbruch sei beendet. Es gebe keine neue Infektionen. Laut der Ärztin hatte es 18 Fälle von durch Legionellen verursachten Lungenentzündungen gegeben. Vier ältere Menschen mit weiteren schweren Grunderkrankungen waren gestorben. Von den übrigen 14 Fällen seien die meisten Patienten inzwischen vollständig geheilt und bei Wohlbefinden nach Hause entlassen worden, wie es hieß. Einige würden noch behandelt.

Legionellen waren Anfang September nachgewiesen worden

Die Legionellen waren bereits Anfang September im Trinkwasser und in der Klimaanlage des Evangelischen Krankenhauses nachgewiesen worden, wie das NRW-Gesundheitsministerium bestätigt hatte. Sofort seien die Klimaanlage auf dem Dach abgeschaltet, Sterilfilter an Duschen und Wasserhähnen angebracht und Wasserproben entnommen worden. 

Die Wasserleitungen würden modernisiert, hieß es. Die Deutsche Stiftung Patientenschutz kritisierte am Montag, das Krankenhaus, die Behörden und das Gesundheitsministerium hätten es einen Monat lang versäumt, die Öffentlichkeit zu informieren. Vor Salmonellen in Eiern werde kurzfristig gewarnt, bei Legionellen in Krankenhäusern sei dies offenbar nicht der Fall, sagte Vorstand Eugen Brysch laut Mitteilung. Patienten hätten einen Anspruch auf zeitnahe Information. Die Staatsanwaltschaft sei nun in der Pflicht die Ursachen der vier Todesfälle schnell aufzuklären.

2013 Epidemie in Warstein

2013 war eine Legionellen-Epidemie in Warstein ausgebrochen. Auch verteilte eine Kühlanlage die Krankheitserreger. Bis zum 25. September wurden insgesamt 159 Erkrankungs- und Verdachtsfälle bekannt. Zwei Patienten sind bis zu diesem Zeitpunkt verstorben.

Quelle: wa.de

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