Kunden abgezockt - Schlüsseldienst-Chefs vor Gericht

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Haustür zu, ohne Schlüssel in der Tasche: Ein krimineller Schlüsseldienst soll aus solchen Notlagen Profit geschlagen haben. Gegen die beiden Betreiber beginnt jetzt in Kleve der Prozess.

Kleve - Hohe Anfahrtskosten, überflüssige Arbeiten und weit überzogene Rechnungen von bis zu 1500 Euro - ein bundesweit tätiger Schlüsseldienst aus Geldern am Niederrhein soll seine Kunden systematisch ausgenommen haben.

Gegen die beiden 57 und 39 Jahre alten Betreiber beginnt am Dienstag (09.30 Uhr) in Kleve der Prozess. Sie sollen deutschlandweit für angeblich ortsansässige Betriebe geworben und dabei Telefonnummern mit örtlichen Vorwahlen angegeben haben. Über diese Nummern sollen die Kunden in die Zentrale nach Geldern umgeleitet worden sein, die die Monteure in den jeweiligen Regionen losschickte.

Die Monteure sollen alle Möglichkeiten ausgenutzt haben, um die Rechnung in die Höhe zu treiben. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen bandenmäßigen Betrug und Wucher vor, Steuerhinterziehung und Veruntreuung von Arbeitsentgelten, weil sie für die Monteure keine Sozialabgaben gezahlt haben sollen. Nach Angaben des Landgerichts haben die Angeklagten die Tatvorwürfe im Wesentlichen bestritten. Zu dem Verfahren, das bis Juli terminiert ist, sind über 100 Zeugen geladen, darunter viele Opfer.

Angeklagt sind bundesweit insgesamt 1.009 Fälle, die meisten davon in Nordrhein-Westfalen. Der 57-jährige Angeklagte ist nach Angaben der Staatsanwaltschaft schon einmal wegen dieser Betrugs-Masche zu vier Jahren Haft verurteilt worden, nach der Hälfte aber entlassen worden. Nach der Haftentlassung soll er seine kriminellen Machenschaften wieder aufgenommen haben.

Die Verfahren gegen 200 Call-Center-Mitarbeiter und Monteure sei abgetrennt. Unseriöse Schlüsseldienste sind den Verbraucherzentralen immer wieder ein Dorn im Auge: Solche Anbieter verlangten mitunter hohe dreistellige oder sogar vierstellige Beträge, nachdem sie die Tür aufgesperrt haben, kritisiert der Verbraucherzentrale Bundesverband. - dpa

Quelle: wa.de

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