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Kraft und Laschet im TV-Duell: Streit über Jäger, Konsens zum Thema Flüchtlinge

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Das TV-Duell zur NRW-Wahl zwischen Hannelore Kraft und Armin Laschet verfolgten am Dienstagabend mutmaßlich 800.000 Menschen in NRW und weitere 100.000 in anderen Bundesländern.

Köln - Das Duell der Kandidaten für den NRW-Ministerpräsidentenposten ist gelaufen. Regierungschefin Hannelore Kraft (SPD) und Herausforderer Armin Laschet (CDU) lieferten sich im WDR-Fernsehen einen verbalen Schlagabtausch, bei dem die Themen Sicherheit in NRW, Bildung, Zuwanderung und Wirtschaft/Arbeit im Mittelpunkt standen.

Die Amtsinhaberin trifft 24 Minuten vor ihrem Mitbewerber im WDR-Fernsehstudio ein. Ehe die öffentliche Fernsehdebatte beginnt, echauffiert sich die im roten Blazer gekleidete 55-Jährige darüber, dass kein Schlusswort vorgesehen ist. 

Ihr ein Jahr älterer Konkurrent reagiert gelassen. Diese Grundstimmung bestimmt den weiteren Verlauf des einstündigen Schlagabtausches, der nicht mit harten Bandagen geführt wurde. 

Während die Regierungschefin energisch, aber gelegentlich richtig gereizt wirkt, erscheint Laschet eher gelassen und nur bedingt angriffslustig. Im anthrazitfarbenen Anzug mit CDU-farbener orangener Krawatte punktet der Christdemokrat – nicht überraschend – auf den Politikfeldern Innere Sicherheit, Wirtschaft und Infrastruktur. 

Die umstrittene Rolle von Innenminister Ralf Jäger (SPD), der trotz verschiedener Skandale von Kraft im Amt gehalten wird, ist dabei sein großer Pluspunkt. 

TV-Duell zur NRW-Wahl zwischen Hannelore Kraft und Armin Laschet

Kraft ist in der Rolle der Landesmutter stark. Als Zeugen für den Segen ihres Projektes „Kein Kind zurücklassen“ greift sie auf den Hammer Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann (CDU) zurück, der die Förderung und vorbeugende Betreuung ausdrücklich lobe.

„Prävention wirkt und rechnet sich“, betont sie. Politik müsse Veränderungen umsetzen, rechtfertigt die Ministerpräsidentin die Veränderungen beim Turbo-Abitur. 

Keine Neuigkeiten gibt es in der finalen Koalitionsfrage: Beide Kandidaten schließen eine Zusammenarbeit mit der AfD aus. Kraft will zwar dafür sorgen, dass die Linke erneut nicht ins Parlament einzieht, aber eine eindeutige Absage sei das nicht, kommentiert Laschet, für den die Linke tabu ist. 

Schließlich sei Kraft vor sieben Jahren erst wegen der Enthaltung der Linken zur Ministerpräsidentin gewählt worden. „Rotrotgrün wäre ein Desaster für das Land“, befindet der Christdemokrat – und deutet damit an, dass die CDU den eingeleiteten Lagerwahlkampf wohl noch ausweiten dürfte. 

Kraft wie Laschet haben in der Debatte keine hohen Hürden aufgebaut, die eine mögliche Große Koalition nach dem 14. Mai hinderlich sein könnten. 

Fair, insgesamt konstruktiv und ohne persönliche Beleidigungen ging eine immerhin unterhaltsame Stunde zu Ende. Neue Erkenntnisse gab es allerdings nicht. Das war bei dem Format aber kaum zu erwarten.

Das Stichwort: TV-Duell

Zwölf Tage vor der Landtagswahl ging am Dienstagabend im Köln-Bocklemünder WDR-Studio das vierte Duell der Kandidaten für den Ministerpräsidentenposten über die Bühne. 

Etwa 800.000 Zuschauer in NRW sowie etwa 100.000 Interessierte in anderen Bundesländern verfolgen die Debatte erfahrungsgemäß. Die Form, aber nicht der Inhalt werde mit den Parteien abgestimmt, erläutert Programmdirektor Jörg Schönenborn. 

Die für die Spitzenbewerber unbekannten Fragen wurden bei Bürgeranhörungen und Internetbeiträgen gesammelt und ausgewählt. 

Der WDR überträgt am Donnerstag von 20.15 bis 22 Uhr eine Wahl-Arena, bei der die sieben Spitzenkandidaten von SPD, CDU, Grüne, FDP, Piraten, Linkspartei und AfD ihre Positionen vertreten.

Quelle: wa.de

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