Neuer Verein in Remscheid gegründet

Konkurrenz für "Hammer Forum" aus eigenen Reihen

+

Hamm - Das Hammer Forum bekommt Konkurrenz aus den eigenen Reihen. Prof. Dr. Helmut Kaulhausen, seit rund 20 Jahren für die heimische Hilfsorganisation in Eritrea im Einsatz, hat in Remscheid einen neuen Verein gegründet.

Dieser neue Verein will sich um die Aus- und Fortbildung von Ärzten, Hebammen und Krankenschwestern auf dem afrikanischen Kontinent kümmern. Zum Gründungsvorstand gehört unter anderem Prof. Dr. Christian Gnoth aus Düsseldorf, der früher auch mehrfach die Einsätze des Hammer Forums aktiv unterstützt hatte.

Professor Helmut Kaulhausen (links) beim Hilfseinsatz in Eritrea.

Kaulhausen war im Herbst vergangenen Jahres als Gegenkandidat von Dr. Theophylaktos Emmanouilidis, dem aktuellen Forums-Vorsitzenden, angetreten und bei den Wahlen durchgefallen. Zumindest mitursächlich für die gescheiterte Kandidatur war damals gewesen, dass mehrere Dutzend Emmanouilidis-Unterstützer kurzfristig in den Verein aufgenommen worden waren und bei den Vorstandswahlen mitgestimmt hatten. Schon seit Monaten hatte da bereits ein Streit um die Ausrichtung und Zielsetzungen des Hammer Forums geschwelt. Mehrere verdiente (Gründungs-)Mitglieder verließen am Ende den Verein, Kaulhausen sah das Eritrea-Projekt fortan am seidenen Faden.

Eritrea-Projekte bis Frühjahr 2019

Der neue Verein, so erklärte der in Remscheid beheimatete Frauenarzt am Telefon, verstehe sich nicht grundsätzlich als Konkurrenzorganisation zum Hammer Forum. Bis zum Frühjahr 2019 werde er für die Hammer Organisation auch die bestehenden Projekte in Eritrea fortführen. Danach, so erläuterte er seine Planung, gehe es dann mit seinem neuen Verein, der den Namen „Medical Education and Training Africa e.V.“ trägt und sich um Sahara-Anrainer kümmert, weiter.

Hier klicken für weitere Berichte zum Thema

In der Ära vor Emmanouilidis, so erklärte Kaulhausen zudem, habe sich die Notwendigkeit zur Gründung dieses Vereins für ihn gar nicht ergeben. Der Forumsvorsitzende sehe die Organisation jedoch als Kinderhilfswerk und halte nichts von Schulung und Ausbildung von einheimischen Medizinern und Pflegern.

Vorsitzender gibt sich optimistisch

Dr. Theo Emmanouilidis mit einem Mädchen auf dem Arm beim Einsatz im Kongo.

Forums-Vorsitzender Emmanouilidis gab dagegen ein Statement pro Eritrea und Einsätze des Forums dort ab. Er gehe auch davon aus, dass Kaulhausen über 2019 hinaus für die Hilfsorganisation in dem Krisenland tätig sein werde.

2005 wurde vom Forum in Eritrea eine Geburtsklinik eröffnet. Einer der Tätigkeitsschwerpunkte ist – auch laut Forums-Homepage – die praktische Anleitung und theoretische Weiterbildung der Ärzte und Hebammen.

Quelle: wa.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare