Neuer Oppositionsführer im Düsseldorfer Landtag

Kampfabstimmung der SPD: Herter verliert gegen Kutschaty

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Thomas Kutschaty ist der neue Oppositionsführer.

Düsseldorf - Thomas Kutschaty ist der neue Oppositionsführer im Düsseldorfer Landtag. Der 49-Jährige setzte sich am Dienstag bei einer Kampfabstimmung in der SPD-Fraktion gegen Marc Herter aus Hamm durch. 

Er war als Außenseiter angetreten und auch nicht der Wunschkandidat der SPD-Oberen. Doch Thomas Kutschaty entschied das Rennen um den einflussreichen Posten des SPD-Fraktionschefs für sich. 

Überraschender Sieg gegen Herter

Der 49 Jahre alte frühere Landesjustizminister setzte sich in einer Kampfabstimmung überraschend gegen den als Favoriten gehandelten Parlamentarischen Geschäftsführer Marc Herter (43) durch. Kutschaty bekam nach Angaben aus der Fraktion 35 Stimmen, auf Herter entfielen 31 Stimmen. Es gab eine Enthaltung. 

Kutschaty, der sich als Gegner der großen Koalition profiliert hatte, löst damit den langjährigen Fraktionschef Norbert Römer (71) ab. Die rot-grüne Landesregierung war im Mai 2017 abgewählt worden. Kutschaty ist SPD-Vorsitzender in Essen und war von 2010 bis 2017 NRW-Justizminister im Kabinett von Hannelore Kraft. 

Römer und der scheidende SPD-Landesparteichef Michael Groschek hatten bei der personellen Neuaufstellung der Landes-SPD eigentlich auf Herter als künftigen Fraktionschef gesetzt. Dann aber warf Kutschaty seinen Hut in den Ring. 

Ausgangsposition für die nächste Landtagswahl

Der einflussreiche Posten gilt auch als Ausgangsposition für eine Spitzenkandidatur bei der nächsten Landtagswahl 2022. Nach der Wahlniederlage stellt sich die NRW-SPD als größter Landesverband an der Spitze von Fraktion und Partei neu und jünger auf. 

Für das Amt der Fraktionsgeschäftsführerin war die Duisburger Abgeordnete Sarah Philipp (35) als einzige Kandidatin nominiert. Für den Vorsitz der NRW-SPD hat eine Findungskommission den Bundestagsabgeordneten Sebastian Hartmann vorgeschlagen. Der 40-Jährige soll am 23. Juni vom Landesparteitag gewählt werden.

Quelle: wa.de

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