Immer mehr Ermittlungsverfahren gegen Mafiagruppen in NRW

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Das Archivbild zeigt Bundespolizisten in Siegen bei einer groß angelegten Aktion gegen eine Bande im Rotlichtmilieu im April. Das LKA hat in NRW das "Lagebild Organisierte Kriminalität 2018" vorgestellt.

Düsseldorf - Mehr Ermittlungsverfahren, mehr Verdächtige: Die Organisierte Kriminalität beschert der Polizei in Nordrhein-Westfalen reichlich Arbeit.

Die Zahl der Ermittlungsverfahren und der Verdächtigen im Bereich der Organisierten Kriminalität ist in Nordrhein-Westfalen deutlich gestiegen. Das geht aus dem aktuellen Lagebericht des Landeskriminalamts in Düsseldorf hervor. Nach 68 Verfahren im Jahr 2016 waren es ein Jahr später 80 Verfahren - ein Plus von 17,7 Prozent. Es ist demnach der höchste Stand seit mehr als zehn Jahren.

Die Zahl der Verdächtigen stieg um 10,3 Prozent auf 1660. Deutsche sind laut Lagebericht mit einem Anteil von etwa einem Drittel vertreten. Die Hälfte der Verfahren befasse sich mit dem Drogenhandel und -schmuggel.

Italienische Mafiagruppen seien weiterhin in NRW aktiv. So stecke hinter zwei Überfallserien auf Juweliere in Ostwestfalen die sizilianische Cosa Nostra. 13 mutmaßliche italienische Mafiosi seien im vergangenen Jahr in NRW festgenommen worden.

Internationale Menschenhändlerringe

Nigerianische Menschenhändlergruppen schleusten Frauen ins Land, um sie in Bordellen als Prostituierte auszubeuten. Nigerianerinnen, sogenannte Mesdames, fungierten als Statthalterinnen der internationalen Menschenhändlerringe in NRW. Die Gewinne würden per Hawala-Banking nach Nigeria transferiert. Auf das Konto einer polnischen Mafiagruppe gingen drei Tötungsverbrechen und zwölf Raubüberfälle auf Geldtransporter.

Im Bereich der Rockergruppen sei es demnach zu einem Anstieg der Gewalttaten gekommen. Die Gebiets- und Konkurrenzkämpfe seien wieder aufgeflammt. Eine Rockergruppe sei zudem mit Kredithai-Geschäften samt brutalem Inkasso aufgefallen.

Die Zahl der registrierten Straftaten im Bereich der Organisierten Kriminalität war deutlich rückläufig. Während im Vorjahr ein Verfahren mit einer Kryptowährung den registrierten Schaden durch Organisierte Kriminalität in die Höhe getrieben hatte, sank dieser im vergangenen Jahr mit 25,4 Millionen Euro auf den tiefsten Stand seit Jahren.

Bei ihrer Untersuchung der Kryptowährung "OneCoin" landeten die Ermittler unterdessen bei einer Firma im Münsterland. Investoren sollen 360 Millionen Euro in die Währung gesteckt haben, hinter der die Ermittler ein Schneeballsystem vermuten.

Ein Ermittlungsverfahren im Bereich der Organisierten Kriminalität dauerte durchschnittlich eineinhalb Jahre und beanspruchte den Einsatz von durchschnittlich fünf Ermittlern. Die Organisierte Kriminalität ist durch mafiaartige kriminelle Strukturen gekennzeichnet. - dpa

Quelle: wa.de

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