Christliches Fest

An Pfingsten in den Gottesdienst: Fingerschnipsen und Klatschen? Diese Corona-Regeln gelten in NRW

An den christlichen Feiertagen strömen viele Menschen in NRW in die Kirche. Wie läuft aber der Besuch an Pfingsten angesichts der Corona-Krise?

  • An Pfingsten finden in ganz NRW Gottesdienste statt.
  • Wegen des Coronavirus gelten aber strenge Regeln.
  • Auch im TV oder im Internet laufen Gottesdienste im Livestream.

NRW - Pfingsten ist für viele gläubige Menschen in NRW ein Grund, in die Kirche zu gehen und einen Gottesdienst zu besuchen. Immerhin ist Pfingsten das "Fest des Heiligen Geistes"* und nach Weihnachten und Ostern das dritte Hauptfest des Kirchenjahres. Doch in Zeiten des Coronavirus gelten dafür bestimmte Regeln.

Fest

Pfingsten

Übersetzung

"Fünfzigster Tag"

Art

Christliches Fest

frühester Termin

10. Mai

spätester Termin

13. Juni


Seit dem 1. Mai gilt in NRW grundsätzlich: Gottesdienste dürfen stattfinden. Allerdings müssen Hygiene- und Schutzkonzepte beachtet werden, wie RUHR24.de* berichtet.

Pfingsten und das Coronavirus: So funktionieren Gottesdienste in NRW

In der aktuellen Fassung der Coronaschutzverordnung des Landes NRW (Stand: 30. Mai) heißt es dazu: 

"Versammlungen zur Religionsausübung finden unter den von den Kirchen und Religionsgemeinschaften aufgestellten Beschränkungen zur Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln statt, die vorsehen, dass geeignete Vorkehrungen zur Hygiene, zur Steuerung des Zutritts, zur Gewährleistung eines Mindestabstands von 1,5 Metern (auch in Warteschlangen) zwischen Personen, die nicht zu den in § 1 Absatz 2 genannten Gruppen gehören, und – außer im Freien – zur Rückverfolgbarkeit nach § 2a Absatz 1 sicherzustellen sind."

Coronavirus und Gottesdienste: In NRW muss Abstand gehalten werden

Heißt: Der

Abstand

von

1,5

Metern

muss in der Kirche nicht eingehalten werden, wenn:

  • es sich um Verwandte in gerader Linie, Geschwister, Ehegatten, Lebenspartnerinnen und Lebenspartner handelt,
  • es Personen aus maximal zwei verschiedenen häuslichen Gemeinschaften sind,
  • es um die Begleitung minderjähriger und unterstützungsbedürftiger Personen geht oder
  • es sich um eine Gruppe von höchstens zehn Personen handelt, die nicht zwingend aus zwei Haushalten stammen oder familiär verbunden sein muss.

Singen in Gottesdiensten: NRW-Kirchen verzichten an Pfingsten darauf

Doch nicht nur die Mindestabstände sollen in den Kirchen eingehalten werden. Auch Gemeinde- und Chorgesang soll unterbleiben und die Posaunenchöre müssen schweigen. Zu groß ist die Angst vor Situationen wie im Berliner Domchor, wo sich im März Dutzende Sänger bei einer Probe mit dem Coronavirus infiziert hatten.

Inzwischen sind einige Gemeinden dazu übergangen, zu den Liedern in der Kirche rhythmisch zu Klatschen oder mit den Fingern zu schnipsen - was bei so manchem Kirchengänger für Irritation sorgte.

Coronavirus/NRW: Weniger Musiker, mehr Gläubige an Pfingsten in die Kirche

Weil viele Kirchen sehr klein sind und jeder Platz für die Gläubigen benötigt wird, schränken manche Gemeinden die Musik sogar komplett ein. Das Motto: Lieber ein Kirchengänger mehr in die Kirche lassen, statt einen Musiker.

Im Kölner Dom gibt es zwar genug Platz für viele Menschen, doch bei Messen, zu denen großer Andrang erwartet wird, müssen Besucher vorab im Internet eine Gratis-Zugangskarte buchen. Am Pfingstsonntag gilt das etwa für die heilige Messe am Vierungsaltar um 17 Uhr, am Pfingstmontag an gleich fünf weiteren Messen. 

Kölner Dom: Besucher müssen an Pfingsten Tickets für Messe buchen

Besucher müssen für das Ticket ihren Namen, ihre Adresse und eine E-Mail-Adresse angeben. Maximal zwei Zugangskarten können pro Antragsteller gebucht werden.

Coronavirus-Zeiten: Für Messen im Kölner Dom müssen Besucher an Pfingsten Tickets buchen.

Im Aachener Dom geht man noch etwas profaner vor. Vor den einzelnen Gottesdiensten liegen in der Domhalle Zettel aus, auf denen Name, Adresse und Telefonnummer anzugeben sind. Besucher müssen sich vorher allerdings die Hände desinfizieren.

Evangelische Kirche: Gesang aus der Konserve soll es wegen Corona nicht geben

Bei der Evangelischen Kirche Deutschland (EKD) ist man sich unterdessen einig: Musik vom Band oder gar Gesang "aus der Konserve" soll es in den Kirchen nicht geben.

Stattdessen setzen Gemeinde auf die Übertragung von Gottesdiensten in Live-Streams oder sogar im Radio. Mit einem echten Gang in die Kirche hat das am Ende aber nur wenig zu tun.

Gottesdienste im TV an Pfingsten: NRW-Bischof im ZDF zu sehen

Bereits bekannt sind die TV-Gottesdienste im Fernsehen. Am Pfingstsonntag etwa predigt Bischof Franz-Josef Overbeck aus dem Bistum Essen im Fernsehgottesdienst des ZDF. Am Montag (1. Juni, um 10 Uhr) überträgt die ARD zudem den katholischen Gottesdienst aus der Kapelle Madonna in den Trümmern, St. Kolumba in Köln.

*RUHR24.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © dpa

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