Taucher berichten über Probleme beim Tauchgang

Ertrunkener Autofahrer im Möhnesee: Retter mussten die Hoffnung schnell aufgeben

Möhnesee - Nach dem tödlichen Unfall am Donnerstag haben wir mit den Beteiligten gesprochen. Sie haben erklärt, welche Probleme es beim Tauchen gab und warum erst Taucher aus Dortmund und Hamm kommen mussten.

Von einem „tragischen Unfallgeschehen“ geht die Polizei im Fall des am Donnerstag im Möhnesee versunkenen Autofahrers aus. Die angeforderten Taucher konnten den 51-Jährigen aus Rüthen nur noch tot aus dem Fahrzeug bergen. Aufgrund schwieriger Umstände war dies allerdings erst Stunden nach dem Vorfall möglich.

„Zeit ist bei solchen Einsätzen natürlich ein großer Faktor“, erklärt Martin Nölle, der den Einsatz der Feuerwehr Möhnesee geleitet hatte. Die Tatsache, dass es sich bei dem Fahrzeug um ein geschlossenes Cabrio handelte, das sich während des Sinkvorgangs auch noch auf das Dach gedreht hatte, habe aber schnell zu der Erkenntnis geführt, dass für den Fahrer keine große Chance auf Rettung bestand.

"Tauchereinheit nicht zu stemmen"

„Ansonsten hätte es die Möglichkeit einer Luftblase gegeben, in welcher der Autofahrer noch etwa 15 Minuten überlebt haben könnte.“

Feuerwehr im Großeinsatz: Auto im Möhnesee

Da die Feuerwehr Möhnesee über keine Tauchereinheit verfügt, wurden umgehend Kräfte aus Hamm und Dortmund angefordert. „Für eine freiwillige Feuerwehr wie unsere ist eine Tauchereinheit nicht zu stemmen. Allein der Ausbildungsaufwand wäre enorm“, erklärt Nölle. Vier ausgebildete Taucher ständig im Dienst zu haben, wie es bei der Berufsfeuerwehr Hamm der Fall ist, sei am Möhnesee nicht möglich.

Mit diesen Problemen hatten die Taucher zu kämpfen

Allerdings hatten auch die angeforderten Spezialisten zunächst Schwierigkeiten bei der Bergung. „Unsere Taucher waren überrascht, dass die Sicht unter Wasser zu dieser Jahreszeit ohne große Algenblüte so schlecht war“, berichtet Wolfgang Rumpf von der Hammer Feuerwehr. 

Es sei zudem nicht möglich gewesen, die Türen des Autos unter Wasser zu öffnen. Die Fahrertür sei aufgrund der Lage des Autos in fünf Metern Tiefe verklemmt, die Beifahrertür durch einen Felsvorsprung verdeckt gewesen. Erst mit Hilfe von aufblasbaren Schwimmkörpern konnte der Wagen an die Wasseroberfläche geholt und der Leichnam geborgen werden.

Das ist der Ermittlungsstand der Polizei

Die Staatsanwaltschaft Arnsberg hat laut Polizei die Obduktion des Toten angeordnet. „Ein Fremdverschulden gab es nicht, sagte Polizeisprecher Frank Meiske am Freitag, „eventuell hat ein internistische Notfall zu dem Unfall geführt.

Lesen Sie hier die Hintergründe:

51-jähriger Rüthener versinkt mit Mercedes in Möhnesee und stirbt

Quelle: wa.de

Rubriklistenbild: © Schröder

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