Werke zum 30. April 2019 dicht

Dura schließt Standorte Plettenberg und Selbecke: 970 Mitarbeiter betroffen

Dura in Plettenberg

[Update] Plettenberg - Schockstarre in Plettenberg und Kirchhundem: Der US-Automobilzulieferer Dura verkündete am Dienstag, dass in den Werken in Plettenberg und Selbecke am 30. April 2019 die Lichter ausgehen. Damit stehen fast 1000 Mitarbeiter vor der Arbeitslosigkeit.

Dem Betriebsrat des Plettenberger Unternehmens wurde die Entscheidung am Dienstag gegen 13.20 Uhr mitgeteilt – knapp eine Stunde später wurde die Belegschaft in der kurzfristig angemieteten Schützenhalle informiert. 

Die Belegschaft aus Selbecke – einem Dorf bei bei Kirchhundem, in dem nahezu jeder Zweite bei Dura arbeitet – wurde dazu mit Flixbussen nach Plettenberg gebracht. Medienvertreter wurden von der Versammlung ferngehalten. Sie erhielten keinen Zutritt zur Schützenhalle.

Von den Werksschließungen sind 970 Mitarbeiter in Selbecke und Plettenberg betroffen. Als Hauptgründe für die Schließung wurden die in den vergangenen Jahren aufgelaufenen Verluste in Höhe von über 160 Millionen Euro angeführt. Auch die seit drei Jahren fehlenden Neuaufträge sowie ein Großbrand im September 2017 im Plettenberger Dura-Werk wurden genannt.

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Bei dem Großbrand wurde die Eloxalanlage des Unternehmens komplett zerstört, wo die in Plettenberg produzierten Leisten und Blenden – unter anderen für den Rolls Royce-Kühlergrill – für den Automobilbereich veredelt wurden.

Beim Plettenberger Bürgermeister Ulrich Schulte, der sich gestern geschockt zeigte, lag ein Bauantrag für den Wiederaufbau der Eloxalanlage vor. Doch der dürfte nun in der Schublade verstauben.

Vor drei Jahren hatte die Unternehmensführung kurz vor Weihnachten die Entlassung von 870 Mitarbeitern angedroht. Nach zähen Verhandlungen mit Betriebsrat und IG Metall war zuletzt nur noch von der Entlassung von rund 230 Mitarbeitern die Rede. Doch nahezu alle von der Kündigung Betroffenen legten Klage ein und bekamen Recht.

Unterdessen bemühten sich die Unternehmens- und Werksleitung darum, die Verluste einzudämmen. „Trotz der gemeinsamen Anstrengungen der lokalen Geschäftsführung und der Betriebsräte, die Kosten zu senken und die Produktivität auf ein wettbewerbsfähiges Niveau zu heben, blieb angesichts der aktuellen Entwicklung und der wirtschaftlichen Ergebnisse die Schließung der Standorte alternativlos“, hieß es in der nüchternen Pressemitteilung der Unternehmensführung.

Die Dura-Versammlung fand in der Schützenhalle in Plettenberg statt.

Die lokale Geschäftsführung werde nun Gespräche mit den Betriebsräten über einen Interessensausgleich und Sozialplan aufnehmen, heißt es in der Mitteilung weiter. Dura beabsichtigt nach eigenen Angaben, die Arbeitsverhältnisse der Stammbelegschaft bis zum 30. April 2019 fortzusetzen.

Andere Dura-Standorte in Deutschland und Europa sind laut Mitteilung von der Entscheidung nicht betroffen.

Quelle: wa.de

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