Nachbargebäude geräumt

Hauseinsturz in Düsseldorf: Tote Arbeiter werden obduziert - Ermittlungen zu Einsturzursache laufen

Übrig geblieben ist ein riesiger Schuttberg: Im Düsseldorfer Zentrum ist ein Rohbau eingestürzt.Zwei Bauarbeiter werden vermisst. Sie werden unter den Trümmern vermutet. Die Suche ist gefährlich.

  • Ein Hinterhaus in der Düsseldorfer Innenstadt ist am Montagnachmittag teilweise eingestürzt.
  • Von einem mehrere Stockwerke hohen, leerstehenden Gebäudeteil blieb nur ein Trümmerberg übrig.
  • Beide vermissten Arbeiter sind tot aufgefunden und inzwischen auch identifiziert worden.

Düsseldorf - Im Zentrum von Düsseldorf nahe der Königsallee ist bei Bauarbeiten ein Teil eines mehrstöckigen Rohbaus eingestürzt. Zwei Bauarbeiter wurden zunächst vermisst. Mittlerweile sind beide Arbeiter tot unter den Trümmern aufgefunden worden. Das Gebäude gilt weiter als einsturzgefährdet.

Hauseinsturz in Düsseldorf: Beide Todesopfer identifiziert

Update, 21. Juli, 16.50 Uhr: Die Leichen der bei einem Hauseinsturz in Düsseldorf gestorbenen Bauarbeiter sollen obduziert werden. Dies solle Anfang der nächsten Woche geschehen, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft am Freitag. Die beiden Opfer im Alter von 35 und 39 Jahren konnten erst zwei Tage nach dem Unglück aus den Trümmern geborgen werden.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen unbekannt wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung und Baugefährdung. Obduktionen werden immer durchgeführt bei Verdacht auf Fremdverschulden. Bei den vermutlich noch mehrere Wochen dauernden Ermittlungen zur Aufklärung der Einsturzursache werden derzeit Zeugen befragt. Es seien Unterlagen bei Stadt, Architektenbüro und Bauleiter beschlagnahmt worden, erklärten die Ermittler.

Update, 30. Juli, 15 Uhr: Nach der Bergung aus den Trümmern eines eingestürzten Hauses in Düsseldorf ist auch der zweite tote Arbeiter identifiziert worden. Es handele sich - wie vermutet - um einen 39-Jährigen aus Duisburg, erklärte die Staatsanwaltschaft am Donnerstag. Eine DNA-Analyse habe Klarheit gebracht.

Die Feuerwehr war heute noch mit Rückbauarbeiten beschäftigt. Der Einsturzort sei an Polizei und Staatsanwaltschaft übergeben worden, hieß es. Ermittelt wird gegen Unbekannt wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung und Baugefährdung.

Hauseinsturz in Düsseldorf: Zweiter Vermisster tot aufgefunden

Update, 30. Juli, 10 Uhr: Nachdem das Haus in der Düsseldorfer Innenstadt eingestürzt war, wurden zwei vermisste Arbeiter tot aufgefunden - drei Tage lang galten sie als verschüttet. Beide wurden am Mittwochabend geborgen, teilt die Feuerwehr mit. Bei einem der Toten handelt es sich demnach um einen 35-jährigen Arbeiter aus Wuppertal. Der zweite tote Bauarbeiter müsse noch identifiziert werden, hieß es. Die Feuerwehr wollte den Einsatz im Laufe des Tages abschließen.

Update, 29. Juli, 17 Uhr: Traurige Gewissheit zwei Tage nach dem Hauseinsturz in Düsseldorf: Die Rettungskräfte haben den zweiten vermissten Arbeiter tot in den Trümmern entdeckt. Das teilte die Feuerwehr heute mit. Auch die Identität des ersten Todesopfers ist bekannt: Es handelt sich um einen 35-jährigen Mann aus Wuppertal.

Update, 29. Juli, 14.12 Uhr: Zwei Tage nach dem Hauseinsturz mitten in Düsseldorf haben heute Höhenretter vom Personenkorb eines Krans aus nach einem wahrscheinlich verschütteten Arbeiter gesucht - bis zum frühen Nachmittag vergeblich. „Das ist hier weiter eine Menschenrettung, auch wenn wir von Anfang an keine Hilferufe oder Klopfzeichen wahrgenommen haben“, sagte Feuerwehrsprecher Tobias Schülpen. Er rechne mit einem langen Einsatz bis in die Nacht.

Zugleich wurden Fragen laut, ob der Umbau des Hauses, der am Montagmittag zu dem Zusammensturz über dreieinhalb Stockwerke geführt hatte, eigentlich komplett genehmigt war.

Die Staatsanwaltschaft eröffnete ein sogenanntes Todesermittlungsverfahren, in dem mögliches Fremdverschulden geprüft wird, wie ein Sprecher der Behörde sagte.

Die Suche nach der Einsturzursache werde schwierige „Detektivarbeit“, sagte der NRW-Landeschef der Vereinigung der Prüfingenieure für Baustatik, Alexander Pirlet, der „Rheinischen Post“. Bei Rückbauten von Gebäuden entstünden immer wieder statisch besondere Situationen, etwa, wenn Wände entfernt werden müssten.

Haus stürzt in Düsseldorf ein: Zweiter Arbeiter noch immer vermisst

Update, 29. Juli, 6.37 Uhr: Die Suche nach dem zweiten vermissten Bauarbeiter geht in Düsseldorf heute weiter. Am frühen Morgen habe man damit begonnen, den Schutt von oben nach unten abzutragen, sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Unter anderem kämen auch zwei Kräne zum Einsatz. Zuvor sei die Feuerwehr noch mit Sicherungsmaßnahmen beschäftigt gewesen.

Die Identität der beiden Bauarbeiter ist hingegen weiterhin unklar. Einen der Männer habe man zwar mit einer Kamera lokalisieren können, eine Identifizierung sei durch den Staub und den Bauschutt allerdings nicht möglich. Der Leichnam, der am Dienstag entdeckt worden war, liegt laut Feuerwehr „so kompliziert“ unter dem Berg von Bauschutt und Stahl, dass eine Bergung bisher nicht möglich war.

Der zweite, vermisste Bauarbeiter war zuvor im Keller vermutet worden, dort habe er zum Zeitpunkt des Einsturzes wohl gearbeitet. Die Einsatzkräfte suchte gestern mit technischer Hilfe Hohlräume ab - ohne Erfolg. Auch in der Nacht zum Mittwoch war die Feuerwehr noch mit rund 60 Einsatzkräften vor Ort.

Hauseinsturz in Düsseldorf: Bauherr hatte keine Baufreigabe

Update, 28. Juli, 18.35 Uhr: Für den am Montag eingestürzten Anbau eines Gebäudes in Düsseldorf lag noch keine Baufreigabe vor. Wie die Stadt heute mitteilte, hatte der Bauherr im Februar 2020 Planungen für eine weitgehende Sanierung des Anbaus eingereicht. Dabei sei es auch um den Umbau einer tragenden Wand gegangen. Aber erst „am frühen Nachmittag am Montag“ sei die Baugenehmigung vom Bauaufsichtsamt an den Bauherren verschickt worden. Die Feuerwehr wurde am Montag gegen 13.30 Uhr über den Einsturz des Anbaus informiert.

Die Stadt betonte, mit der Baugenehmigung sei nicht sofort eine Freigabe der Bauarbeiten verbunden. Dafür müsse der Bauherr noch einen Standsicherungsnachweis einreichen, dass die Statik des Gebäudes gewährleistet sei. Dieser Hinweis sei bislang nicht eingegangen. Es müsse nun geprüft werden, welche Arbeiten am Gebäude durchgeführt wurden und wodurch der Einsturz verursacht wurde. Nach städtischen Angaben braucht man keine Genehmigung etwa für das Erneuern von Türen, Fenstern oder Elektroleitungen.

Hauseinsturz in Düsseldorf: Suche nach zweitem Vermissten läuft weiter

Update, 28. Juli, 16.47 Uhr: Noch immer wird ein zweiter Mann nach dem Einsturz eines Gebäudes in Düsseldorf vermisst. Der Mann wird im Keller vermutet, wo er wohl zum Zeitpunkt des Einsturzes arbeitete. Dort wollte die Feuerwehr mit einer Drohne nach ihm suchen. „Priorität hat die Suche nach der zweiten Person, das ist der Einsatzschwerpunkt“, sagte ein Feuerwehrsprecher am Dienstag in Düsseldorf, einen Tag nach dem Hauseinsturz. Der erste Vermisste war am Morgen tot gefunden worden.

Der Leichnam konnte vorerst nicht geborgen werden. Das sei zu gefährlich: Es bestehe weiter Einsturzgefahr, und man wolle zum Schutz des noch weiteren Vermissten äußerst umsichtig vorgehen, erklärte die Feuerwehr. Um den Toten zu identifizieren, sei eine DNA-Probe genommen worden. Die Retter hofften, dass der zweite Mann lebend gerettet werden kann. Nach Erdbeben seien Opfer schließlich auch noch nach Tagen gefunden worden, sagte ein Sprecher.

Hauseinsturz in Düsseldorf: Vermisster Bauarbeiter tot aufgefunden

Update, 28. Juli, 11.19 Uhr: Schreckliche Nachrichten von den Sucharbeiten aus Düsseldorf: Einer der beiden vermissten Bauarbeiter wurde bei den Bergungsarbeiten tot in den Trümmern gefunden. Er sei unter Bauschutt und Stahl begraben, sagte ein Feuerwehrsprecher am Dienstag. Die Leiche habe noch nicht geborgen werden können. Auch wisse man noch nicht, um welchen der Vermissten es sich handele. Die Suche nach einem zweiten Bauarbeiter dauert an. Der Feuerwehrsprecher nannte die Lage vor Ort weiterhin „sehr dynamisch und instabil“.

Hauseinsturz in Düsseldorf: Suche nach Vermissten dauert an

[Update, 28. Juli, 6.41 Uhr]: Nach dem Teileinsturz eines Rohbaus in Düsseldorf wird weiterhin nach den zwei möglicherweise verschütteten Männern gesucht. Das weiterhin als einsturzgefährdete Haus musste am Montagabend abgesichert werden, um die Einsatzkräfte und die beiden gesuchten Bauarbeiter nicht weiter zu gefährden.

Die ganze Nacht über sei nach Zugangsmöglichkeiten gesucht worden, sagte Feuerwehrsprecher Stefan Gobbin am frühen Dienstagmorgen. Erste Bauteile seien nach früheren Angaben bereits in der Nacht beiseite geräumt worden. Das mehrstöckige, leerstehende Haus wurde kernsaniert, als das Unglück am Montag in der Mittagszeit geschah.

Nach einem Hauseinsturz in Düsseldorf werden inzwischen zwei Personen gesucht.

Feuerwehr im Einsatz: Nachdem ein Haus in Düsseldorf eingestürzt ist, gelten zwei Männer als vermisst

Rund die Hälfte des Hinterhauses ist eingestürzt, der Schutt am Einsturzort türmt sich meterhoch. Die Stadtwerke trennten das gesamte Gebäude von der Energiezufuhr. Vorsichtshalber räumten die Einsatzkräfte am Montag angrenzende Gebäude. Davon waren zunächst 40 Menschen betroffen, von denen 31 von der Stadt in anderen Wohnungen untergebracht wurden.

Einsatz in Düsseldorf: Zwei Vermisste nach Hauseinsturz

[Update, 27. Juli, 22.10 Uhr]: Nachdem in Düsseldorf nahe der Königsallee ein mehrstöckiges Haus eingestürzt war, wird nun auch ein zweiter Arbeiter vermisst - zunächst waren die Einsatzkräfte von einem Vermissten - einem 39-Jährigen - ausgegangen, der unter dem riesigen Schuttberg vermutet wurde.

Ein Arbeitskollege des 39-jährigen Vermissten habe sich gemeldet und von einem weiteren Mann berichtet, der auf der Baustelle in Düsseldorf gewesen sei und vermisst werde, teilte die Feuerwehr mit. Die Polizei ermittele zudem, ob sich dieser zweiter Vermisste woanders aufhalte. Laut Angaben der Feuerwehr vom Abend besteht für den Rest des Gebäudes eine akute Einsturzgefahr.

Bauunglück in Düsseldorf: Akute Einsturzgefahr für Rest des Hauses

Vor dem Bekanntwerden des möglichen zweiten Vermissten hatte die Feuerwehr mitgeteilt: „Für die weitere Suche des vermissten Bauarbeiters müssen umfangreiche Sicherungs- und Vorbereitungsmaßnahmen eingeleitet werden, die sich derzeit als personal- und zeitintensiv herausstellen“. Die Einsatzkräfte müssten „sehr besonnen vorgehen“. Elf Rettungshunde standen für die Suche bereit.

Neben den Vermissten hätten zehn Männer in dem Gebäude gearbeitet, so Feuerwehr-Sprecher Stefan Gobbin. Einer sei wegen eines internistischen Notfalls in ein Krankenhaus gebracht worden, neun wurden zunächst vor Ort von den Einsatzkräften betreut. Von ihnen wurde keiner körperlich verletzt. Auch Notfallseelsorger waren im Einsatz.

Einsatzkräfte der Feuerwehr stehen vor dem eingestürzten Gebäude und Gerüst. Im Düsseldorfer Zentrum sind bei Bauarbeiten Teile eines Gebäudes eingestürzt. Ein Mensch werde vermisst, sagte ein Feuerwehrsprecher.

Einsturz in Düsseldorf: Elektriker berichtet von Erfahrung

Ein Elektriker, der im Keller des Vorderhauses gearbeitet hatte, berichtet der Deutschen Presse-Agentur vom Moment des Einsturzes: „Es hat sich angefühlt, als würde ein Lkw immer näher kommen. Es wurde lauter und lauter.“ Durch den Staub sei er aus dem Gebäude gesprintet. „Überall waren Trümmer“, sagte er. Es nach draußen geschafft zu haben bezeichnete er als „riesiges Glück“.

Warum ein Teil des Hinterhauses des Wohngebäudes - das nur einige Gehminuten von der Königsallee entfernt ist - einstürzte, sei noch „total offen“, sagte Gobbin. Die Kriminalpolizei habe Ermittlungen aufgenommen. Auch Mitarbeiter des städtischen Bauamtes und des Amtes für Arbeitsschutz waren neben den mehr als 50 Feuerwehrleuten vor Ort und machten sich ein Bild von der Lage, während Beamte der Polizei die Straßen rund um den Unglücksort absperrten.

Haus stürzt in Düsseldorf ein: Lesen Sie hier unsere Erstmeldung

Etwa 50 Feuerwehrleute waren nach Angaben der Einsatzkräfte vor Ort. Ein Bauarbeiter kam wegen eines internistischen Notfalls in ein Krankenhaus. Die Einsturzursache war zunächst unklar.

Am Vorderhaus waren die Fenster mit Folie verhängt. Dieses Haus und das angrenzende Gebäude zum Hinterhof werden nach Feuerwehrangaben derzeit kernsaniert. Die Einsatzkräfte räumten nach eigenen Angaben vorsorglich das Nachbargebäude.

18 Menschen und die Bauarbeiter seien von Notfallseelsorgern betreut worden. Die Polizei sperrte die Straßen rund um den Unglücksort. -dpa/eB

In Hamburg ist im März ein Baugerüst eingestürzt. Zwei Menschen kamen bei dem Unfall ums Leben.

Rubriklistenbild: © David Young/Landeshauptstadt Düsseldorf/David Young/dpa

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