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Kirchen üben Kritik: Beginnen die Weihnachtsmärkte viel zu früh?

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Der beleuchtete Weihnachtsmarkt in Essen. Die Kirchen üben Kritik an den dieses Jahr besonders früh begonnenen Weihnachtsmärkten in einigen Städten.

Essen - Die meisten Weihnachtsmärkte werden kommende Woche eröffnet. Doch in manchen Städten im deutschsprachigen Raum ging es dieses Jahr weit vor dem 1. Advent los - etwa in Essen. Die Debatte darüber ist in vollem Gang.

In vielen Städten öffnen die Weihnachtsmärkte erst nach Totensonntag (25. November). Schon seit diesem Donnerstag aber sind zum Beispiel in Freiburg, Bochum und Dortmund die Weihnachtsmärkte am Start. Noch früher, nämlich mehr als zwei Wochen vor dem 1. Advent, schon am 16. November, ging es in Essen los - so früh wie noch nie. 

Das führt auch zu Kritik. Ulrich Lota, Pressesprecher des Bistums Essen, sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Wir wollen gar nicht die Spielverderber sein, die sich alle Jahre wieder gegen zu frühe Weihnachtsmärkte aussprechen." Die Märkte seien heute vor allem Marketinginstrument, um Menschen in die City zu locken.

 "Alles hat seine Zeit"

"Uns als gläubigen Christen ist es wichtig, bei all der Markttreiberei darauf hinzuweisen, dass Weihnachten nicht irgendeine kulturelle Lichtfeier am Jahresende ist, sondern das Fest der Geburt Jesu." Lota erläuterte: "Ich habe auch den Eindruck, dass viele das spüren, dass es im November, einem Monat, der von der Erinnerung an die Toten geprägt ist, mit Tagen wie Allerheiligen, Volkstrauertag und Totensonntag, für Weihnachtsfeiern noch viel zu früh ist. Gut besucht kommen mir sehr frühe Adventsmärkte jedenfalls nicht vor." 

Das belgische Löwen ist ein Geheimtipp zur Adventszeit

Alles habe seine Zeit und das Leben sei nicht 365 Tage im Jahr Party. Das sagt auch Andreas Duderstedt, Pressesprecher der Evangelischen Kirche von Westfalen. "Die Vorfreude auf das Besondere, das regelmäßig wiederkehrt, der Unterschied zwischen Alltag und Festtag, Arbeit und Entspannung, fröhlichem Feiern und stillem Gedenken - das ist wohltuend für alle." 

Bayreuther Winterdorf eröffnet am 18. Oktober

Diesem Grundgedanken folge auch das Kirchenjahr. "Wenn die Adventszeit immer mehr ausgeweitet wird, verliert sie das Besondere. Sie wird alltäglich." Die Ruhrgebietsstadt Essen war übrigens nicht allein mit dem sehr frühen Weihnachtsmarktbeginn. Auch im katholisch geprägten Österreich ging es früh los. So begann der Wiener Weihnachtstraum auf dem Rathausplatz gegenüber vom Burgtheater auch schon am 16. November. 

Und in Franken wurde bei spätsommerlichen fast 20 Grad schon am 18. Oktober das Bayreuther Winterdorf eröffnet. Damals hieß es stolz, man sei wieder einmal der erste Weihnachtstreff "in ganz Deutschland und sicher auch in Europa". Noch bis Silvester können Besucher dort verschiedene Glühwein- und Punschsorten probieren. -dpa

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Quelle: wa.de

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