Coronavirus-Krise

Öffnen Kitas in NRW? Laschet droht Merkel mit Alleingang

Baldige Kita-Öffnungen werden von vielen dringend erwartet. NRW hat gedroht, die Einrichtungen im Alleingang zu öffnen, sollte es beim Treffen mit Angela Merkel keine bundesweite Einigung geben.

  • Das Coronavirus Sars-CoV-2* hat das öffentliche Leben weiter im Griff.
  • Erste Lockerungen wurden jetzt genehmigt.
  • Das Land NRW droht in Sachen Kitas mit einem Alleingang.

NRW – Von Normalität kann in Deutschland noch lange keine Rede sein. Das Coronavirus hat das öffentliche Leben weiter fest im Griff – auch wenn die Zahl der Neuinfektionen weiter sinkt. Doch innerhalb der Politik könnte es zum Streit um geplante Lockerungen kommen.

Seit dem heutigen Montag (4. Mai) dürfen unter anderem Friseure wieder öffnen, die während der Coronavirus-Krise ihre Läden schließen mussten. Auch zahlreiche Schüler der Abschlussklassen Deutschlands dürfen wieder in den Unterricht. Museen und Zoos öffnen ihre Türen wieder – was die Kitas betrifft, droht jedoch politischer Zoff, wie msl24.de* berichtet.

Coronavirus: NRW-Minister will bei Kita-Öffnungen alleine entscheiden

Das Land NRW, das vor allem in Person von Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) auf schnellere Lockerungen in der Coronavirus-Krise pocht, droht in Sachen Kita-Öffnungen mit einem Alleingang, sollte es beim Treffen mit Kanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidenten am Mittwoch (6. Mai) keine Einigung geben. Familienminister Joachim Stamp (FDP) stellte klar: "Ich möchte jetzt gerne unseren Weg gehen. Wir lassen uns nicht noch eine Woche vertrösten."

Der NRW-Minister sieht einen "improvisierten Betrieb" in den Kitas vor, da er die Situation der Eltern und Kinder in den vergangenen Wochen als vernachlässigt erachtet. Stamp kritisierte auch das Vorgehen von Kanzlerin Angela Merkel, sich über neue Maßnahmen bezüglich der Coronavirus-Pandemie lediglich mit den 16 Ministerpräsidenten der Länder abzustimmen.

Wenn es nach NRW ginge, würden die Kitas bald wieder öffnen.

Kritik an Angela Merkel wegen Coronavirus-Strategie

Es sei "kein Dauerzustand", dass Merkel und die Ministerpräsidenten bestimmen, "was geht und was nicht geht. Man könnte den Eindruck bekommen, wir sind bei Hofe", so Stamp im "Morning Podcast" mit Journalist Gabor Steingart. Der FDP-Politiker pochte bezüglich möglicher Lockerungen auf die Freiheit der Bundesländer, da die Auswirkungen des Coronavirus Sars-CoV-2 von Land zu Land unterschiedlich verlaufen.

Derweil warnen andere Politiker sowie Experten vor zu weitreichenden Lockerungen. Christian Drosten, Virologe der Berliner Charité, warnte vor einer zweiten Infektionswelle, die mit einer besonderen "Wucht" auftreten könnte. Linken-Vorsitzende Katja Kipping kritisierte indes die Lockerungsdebatten: "Was uns (FDP-Chef Christian) Lindner, (NRW-Ministerpräsident Armin) Laschet und Co. als Exitstrategie verkaufen, führt nicht raus aus der Corona-Krise, sondern rein in eine zweite Infektionswelle."

Derweil wird es neue Maßnahmen geben: Angela Merkel hat Lockerungen während der Coronavirus-Pandemie angekündigt.

*msl24.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

Rubriklistenbild: © Monika Skolimowska/dpa

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