Schleppende Impfkampagne

Corona-Vorstoß in NRW: Firmen nehmen Impfungen selbst in die Hand

Immer mehr Firmen in Deutschland wollen die Corona-Impfung ihrer Mitarbeiter selbst in die Hand nehmen. Auch in NRW ziehen einige Unternehmen mit.

NRW – Mit den Impfungen gegen das Coronavirus* geht es deutschlandweit nur schleppend voran. Der langsame Fortschritt der Impfkampagne verärgert viele Unternehmen. Sie warnen vor einem großen wirtschaftlichen Schaden wegen des andauernden Corona-Lockdowns, berichtet RUHR24.de.*

BundeslandNordrhein-Westfalen (NRW)
HauptstadtDüsseldorf
Bevölkerung17,93 Millionen (2019)
Fläche34.098 km²

Corona-Impfungen in Deutschland gehen nur schleppend voran: Unternehmen warnen vor Lockdown-Folgen

Seit Monaten befinden sich viele Arbeitnehmer in Deutschland und NRW in Kurzarbeit. Andere arbeiten schon lange nur im Home Office oder auch gar nicht. Der Einzelhandel war zuletzt – bis auf die Geschäfte des täglichen Bedarfs – ebenfalls dicht. Zwar greifen auch in Nordrhein-Westfalen seit Montag (8. März) einige Corona-Lockerungen*, das reicht vielen Arbeitgebern allerdings nicht.

Gerade die nur langsam voranschreitenden Corona-Impfungen sorgen in vielen Unternehmen für Unmut. Einige große Firmen wollen das Thema nun selbst angehen. Sie planen, dass Betriebsärzte demnächst die Mitarbeiter gegen Corona impfen.*

Corona-Impfung für Mitarbeiter: Firmen preschen vor – wie sieht es in NRW aus?

Dax-Konzerne wie die Allianz und die Deutsche Telekom gehen hierbei voran, heißt es in einem Bericht der Deutschen Presse-Agentur (dpa). „Wir bereiten uns aktuell darauf vor, unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an allen großen Standorten in Deutschland die Möglichkeit zu einer Corona-Impfung anzubieten“, lautet ein Statement der Allianz in München.

Auch die Telekom mit Sitz in Bonn und fast 100.000 Beschäftigten in ganz Deutschland gab im Rahmen einer Umfrage von Business Insider an, dass sie auf Wunsch und mit Unterstützung der Behörden ihre „bewährte Logistik“ für die alljährlichen Grippeimpfungen auch für andere Impfstoffe einsetzen könne. Ähnlich äußerten sich weitere größere Unternehmen aus Nordrhein-Westfalen.

NRW-Konzerne wollen Mitarbeiter selbst gegen Corona impfen lassen

So könnten sich auch die NRW-Konzerne RWE (Essen), Henkel (Düsseldorf) sowie die Deutsche Post (Bonn)* vorstellen, nach dem Prozedere einer jährlichen Grippeimpfung auch eine Impfung gegen das Coronavirus anzubieten.

Den Unternehmen aus Nordrhein-Westfalen sei es dabei wichtig, dass sie sich auch beim Impfangebot für ihre Mitarbeiter an die Reihenfolge der Risikogruppen halten würden. Sie könnten nur dann selbst Impfungen anbieten, wenn genug Impfstoff vorhanden sei (mehr Corona-News aus NRW* auf RUHR24.de).

Die NRW-Konzerne Eon und RWE möchten ihre Mitarbeiter gerne selbst gegen Corona impfen lassen. (Symbolbild)

Verfügbarkeit des Corona-Impfstoffs: NRW-Konzerne beobachten Lage in Deutschland

Die RWE-Group aus Essen geht sogar noch einen Schritt weiter. Laut Informationen von Business Insider habe das Unternehmen bereits „aktiv angeboten“, die öffentlichen Impfzentren zu entlasten, indem die eigenen Betriebsärzte die Beschäftigten impfen würden. Voraussetzung sei auch hier, dass „die Impf-Regularien und insbesondere die Verfügbarkeit von Impfstoffen“ ein solches Vorgehen zulassen.

Der in NRW (Düsseldorf) gegründete Energiekonzern Eon zieht in puncto Corona-Impfungen mit den anderen Unternehmen mit. Die Firma mit Hauptsitz in Essen soll sich bereits auf ein eigenes Impfprogramm vorbereiten. „Wir bereiten unsere Infrastruktur wie geeignete Räumlichkeiten, medizinische Ausstattung und Personal sowie die Termin-Koordination vor, um Mitarbeitern ein Impfangebot machen zu können, sobald dies möglich ist“, so eine Eon-Sprecherin gegenüber Business Insider.

Der Konzern beobachte die Entscheidungen der Regierung und das Impfstoff-Angebot in Deutschland „Selbstverständlich respektieren wir die vorgesehene Impfreihenfolge“, so die Sprecherin weiter.

Zahlen machen deutlich: Corona-Impfkampagne in Deutschland geht nur sehr langsam voran

Das Impf-Dashboard des Bundesgesundheitsministeriums macht deutlich, dass es Deutschland nicht an Corona-Impfstoff mangelt. Die Umsetzung der Impfkampagne geht jedoch schleppend voran, wie folgende Zahlen zeigen: Laut dem Dashboard zu den Corona-Impfungen wurden bis zum 7. März in Deutschland knapp 10,4 Millionen Dosen Impfstoff geliefert. Allerdings haben erst knapp haben 5,2 Millionen Personen mindestens eine Impf­dosis erhalten.

Zum Vergleich: Nach Analyse des Statistikportals Our World in Data war Großbritannien bis Dienstag (2. März) mit 31,8 verabreichten Impfdosen pro 100 Einwohner viermal schneller vorangekommen als Deutschland mit 7,9. *RUHR24.de ist Teil des Redaktionsnetzswerks von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Roland Weihrauch

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