Inzidenzwert wieder höher

Corona in Dortmund: Klinik-Direktor über positive Entwicklung – aber „noch keine Entwarnung“

Infektiologe Dr. Bernhard Schaaf vom Klinikum Dortmund
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Infektiologe Dr. Bernhard Schaaf vom Klinikum Dortmund will in der aktuellen Corona-Situation noch keine Entwarnung geben.

Die Behandlung von Corona-Patienten in Krankenhäusern ist nach wie vor notwendig. Auch in Dortmund. Dr. Bernhard Schaaf vom Klinikum Dortmund gibt einen Überblick.

Dortmund – Wie ist die derzeitige Corona-Lage in Dortmund? Schaut man sich die Zahlen der vergangenen Tage an, wird deutlich: Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt weiter leicht an, berichtet RUHR24.de*. Während der Inzidenzwert Anfang Februar noch unter einem Wert von 50 lag, lauteten die Werte in den vergangenen Tagen 64,3 (1. März) und 64,8 (2. März). Die Zahl der Corona-Neuinfektionen schwankte zuletzt. Wie wirken sich diese Zahlen auf das Geschehen in den Krankenhäusern aus?

KrankenhausKlinikum Dortmund gGmbH
Gründung1874
AdresseBeurhausstraße 40, 44137 Dortmund

Corona-Patienten im Klinikum Dortmund: Die Situation stagniert

Einen aktuellen Überblick über die Lage im Dortmunder Klinikum gibt Dr. Bernhard Schaaf. Er leitet in Dortmund die Klinik für Pneumologie und Infektiologie. In einem Video zum „Corona-Update“ auf Instagram hat er mit Marc Raschke, Leiter der Unternehmenskommunikation im Klinikum Dortmund, über die aktuelle Lage gesprochen (weitere Corona-News aus NRW* im Live-Ticker auf RUHR24.de).

Auf der Covid-Intensivstation im Klinikum* werden laut Schaaf derzeit (Stand 2. März) sechs Patienten behandelt. „Das ist etwa die Hälfte im Vergleich zum 1. Januar. Da waren es ja die meisten Intensivpatienten deutschlandweit.“ Diese Zahl habe sich vor etwa fünf Tagen halbiert – und seitdem stagniere die Situation“, so der Infektiologe weiter. Zusammengenommen gebe es im Klinikum Nord und Mitte aktuell etwa 40 Corona-Patienten.

Inzidenzen zuletzt gestiegen, aber Corona-Lockerungen geplant: Klinik-Direktor aus Dortmund warnt

Dass Bund und Länder den Corona-Lockdown wohl bis Ende März verlängern wollen*, spiele den Krankenhäusern in Deutschland in die Karten. Wie der Klinik-Direktor erklärt, bedeuten mehr Infektionen in der Folge auch immer mehr mögliche Patienten (weitere Corona-News aus Dortmund* auf RUHR24.de).

Allerdings sind auch Lockerungen im Gespräch. Sie betreffen sowohl den Handel als auch die Kontaktbeschränkungen. Diese seien mit Vorsicht zu genießen: „Wir wissen ja, dass die Inzidenz nicht weiter gefallen ist, sondern dass sie leicht steigt“, so Schaaf. Es sei nicht vorhersehbar, ob die Inzidenz nächste Woche nicht noch deutlich höher wird. „Von daher können wir da nicht wirklich Entwarnung geben.“

Klinik-Direktor aus Dortmund: Antikörper-Behandlungen sind ein deutlicher Fortschritt

Allerdings weist Schaaf auch auf neue Möglichkeiten hin. So gebe es mittlerweile Behandlungen, die es ermöglichen, dass die Corona-Patienten gar nicht erst auf die Intensivstation kommen. „Ein Antikörper-Kombinationspräparat ist seit letzter Woche auch bei uns verfügbar“. Das sei ein deutlicher Fortschritt, so der Mediziner.

Die Behandlungen mit einem solchen Präparat würden wie folgt ablaufen: Wenn Patienten ein hohes Risiko für einen schweren Verlauf haben – aufgrund ihres hohen Alters oder onkologische Erkrankungen – dann könne man diesen Patienten bevor sie ins Krankenhaus kommen, die Antikörper geben. „Dann sinkt die Gefahr, dass er (der Patient, Anm. d. Red.) bei uns landet oder schwer erkrankt.“

Sowas ähnliches könne man auch mit Blutplasma durchführen. Dabei werde das Plasma von Blutspendern genommen, die nach einer überstandenen Corona-Infektion sehr hohe Antikörper im Blut gebildet haben. In der Folge werde dieses Plasma den Patienten verabreicht.

Corona-Impfungen in Dortmund: Klinik-Direktor spricht von einer positiven Entwicklung

Auch durch die Corona-Impfungen in Dortmund sieht der Klinik-Direktor eine positive Entwicklung. So sinke das Alter der Patienten und auch in Altersheimen gebe es weniger Corona-Ausbrüche.

Video: Krankheit mit Folgen – Covid-Überlebende leiden an PTBS

Einige Menschen würden allerdings annehmen, nach einer Impfung gegen das Coronavirus vollständig immun zu sein. Diesen Irrglauben setzt Schaaf entgegen: Nur weil man geimpft sei, hieße es nicht, dass man sofort komplett gegen eine Corona-Infektion geschützt ist. Im ersten Schritt gehe es darum, vor allem schwere Krankheitsverläufe und weitere Todesfälle durch Corona zu verhindern. *RUHR24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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