Beschluss des Gesundheitsministeriums

Bewegungsradius für Corona-Hotspots eingeschränkt: Diese Städte und Kreise sind betroffen

Der Bewegungsradius wird in NRW nun doch eingeschränkt. Corona-Hotspots können von der harten neuen Lockdown-Regel betroffen sein, das hat das Gesundheitsministerium entschieden.

Hamm - In Corona-Hotspots kann der Bewegungsradius der Bevölkerung jetzt eingeschränkt werden. Obwohl es so in der Corona-Schutzverordnung von NRW nicht stand, hat das Gesundheitsministerium am Montagabend (11. Januar) die Regeln von Nordrhein-Westfalen verschärft. Die sogenannte Corona-Leine greift seit Dienstag, 12. Januar. (News zum Coronavirus)

BundeslandNordrhein-Westfalen (NRW)
Einwohnerca. 17,9 Millionen
MinisterpräsidentArmin Laschet

Nordrhein-Westfalen und Deutschland sind aufgrund der Coronavirus-Pandemie im Lockdown. In der Bund-Länder-Konferenz ist dieser am Dienstag, 5. Januar, verlängert worden - über den 10. Januar hinaus bis zum Monatsende. Die Zahl der Neuinfektionen und Toten haben im Dezember Rekordwerte erreicht - und auch im Januar kann nicht von einer Entspannung die Rede sein.

Bewegungsradius wird eingeschränkt: NRW setzt harte Corona-Regel jetzt doch um

Mit der Verlängerung kam auch die Verschärfung der Regeln - darunter fällt wohl auch die Ausgangssperre. Doch die Einschränkung des Bewegungsradius wollte NRW eigentlich nicht mittragen - zumindest wenn man in die neue Corona-Schutzverordnung schaut . Am Montagabend, 11. Januar, nachdem sich die Landesregierung zunächst gegen die 15-Kilometer-Regel ausgesprochen hatte, kam eine Verordnung des Gesundheitsministeriums. Damit ist der Bewegungsradius in Hotspots eingeschränkt - aber nicht in allen.

Das oberste Ziel der harten Corona-Regeln ist es, die erschreckend hohe Zahl von täglichen Corona-Neuinfektionen zu drücken. Das vorrangige Mittel ist die Reduzierung von Kontakten. Denn: Je weniger Menschen sich treffen, desto weniger können sich auch mit dem Coronavirus anstecken. Dazu dient auch die 15-Kilometer-Regel.

In der am Montagabend veröffentlichten Regionalverordnung schreibt das Gesundheitsministerium fest, dass die Bewohner die betroffenen Regionen nicht weiter als in einem Umkreis von 15 Kilometern verlassen dürfen. Außerdem dürfen Besucher nicht in die Hotspots reisen (wenn sie weiter als 15 Kilometer von diesen entfernt wohnen). An der 15-km-Regel entzündet sich heftige Kritik. Jetzt muss sich sogar ein NRW-Gericht mit ihr befassen.

Bewegungsradius eingeschränkt: In diesen Hotspots gilt die neue Lockdown-Regel

Die neue Maßnahme galt seit Dienstag, 12. Januar, in einigen der jetzigen Hotspots von NRW. Am Dienstag, 19. Januar, soll sie aufgehoben werden: „Hintergrund sind die inzwischen seit mehreren Tagen gesunkenen Infektionszahlen in diesen Kreisen“, erklärte das NRW-Gesundheitsministerium.

  • Kreis Höxter
  • Kreis Minden-Lübbecke
  • Oberbergischer Kreis
  • Kreis Recklinghausen

Ausgenommen von der Regel des Bewegungsradius sind unter anderem „die Erledigung beruflicher, dienstlicher, ehrenamtlicher und vergleichbarer Besorgungen“ sowie „der Besuch der Schule, der Kindertagesbetreuung beziehungsweise Notbetreuung“ oder zum Beispiel „Besuche bei und von engen Familienmitgliedern, Lebensgefährten und vergleichbar nahestehenden Personen.“ Im Internet gibt es kostenlose Apps und Tools, mit denen Sie den Bewegungsradius für Ihre Region ausrechnen können.

Bewegungsradius in NRW: Nicht alle Corona-Hotspots sind von der Regel betroffen

Die Städte Bielefeld, Bottrop und Gelsenkirchen, die am Montag ebenfalls über der kritischen Marke von 200 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen lagen, sind zunächst nicht betroffen. In der Begründung heißt es, diese Städte hätten „im Rahmen einer Anfrage zur Bewertung der Infektionszahlen geltend gemacht, dass die Zahlen für ihre Stadt nicht belastbar seien“. Teilweise gebe es immer noch „ganz erhebliche Bearbeitungsrückstände aufgrund des Meldestaus während des Jahreswechsels“. In den nächsten Tagen sei über diese Städte „gesondert zu entscheiden“.

Mehrere Medien hatten für die Hotspot-Städte bereits von Bewegungsbeschränkungen berichtet. Diese finden sich jedoch nun nicht mehr in der Verordnung.

Rubriklistenbild: © Julian Stratenschulte/dpa/picture alliance

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