Maske soll andere vor Covid-19 schützen

Mundschutz gegen Coronavirus selber nähen - Stadt Essen veröffentlicht eine Anleitung

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Die Stadt Essen hat eine Anleitung veröffentlicht, mit der die Bevölkerung ihren eigenen Mundschutz herstellen kann.

Die Stadt Essen hat im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus eine Anleitung zum Nähen eines Mundschutzes veröffentlicht. Doch Vorsicht ist geboten.

  • Die Stadt Essen hat wegen der Gefahr durch das Coronavirus eine Anleitung zum nähen veröffentlicht.
  • Sie zeigt, wie man eine Mund-Nase-Schutz-Maske herstellen kann.
  • Doch die Nutzung einer solchen Maske ist mit Vorsicht zu genießen, warnt das Robert-Koch-Institut.

Essen - Um die Ausbreitung des Coronavirus im Ruhrgebiet einzudämmen, hat die Stadt Essen eine Anleitung für eine Mund-Nase-Schutz-Maske veröffentlicht, berichtet RUHR24.de*. Um den Mundschutz selbst herzustellen, sind allerdings Nähkenntnisse gefordert. Außerdem benötigt man dazu Materialien wie kochfeste Baumwolle.

Coronavirus: Essen gibt Anleitung zur Herstellung von Mundschutz heraus

Die Stadt Essen begründet die Maßnahme auf ihrer Homepage mit dem Schutz für Pflegende und Patienten. "Damit vor allem ältere Patientinnen und Patienten sowie Pflegebedürftige geschützt werden, sollten Pflegedienste und pflegende Angehörige einen sogenannten Mund-Nasen-Schutz (MNS) tragen", teilt die Stadt Essen mit.

Da Mundschutz-Masken im freien Markt aber derzeit rar sind, könnte die Nähanleitung der Stadt Essen (hier abrufbar) im Notfall helfen. Eine solche Maske könne "sehr einfach" selbst hergestellt werden. Folgende Materialien würde dazu benötigt:

  • zwei 90 cm lange und 2 cm breite Stoffstreifen (kochfeste Baumwolle)
  • zwei 17 cm lange und 2 cm breite Stoffstreifen (kochfeste Baumwolle)
  • einen 15 cm langen dünnen und biegsamen Draht (z.B. Basteldraht, Pfeifenreiniger, Klemmdraht von Gefrierbeuteln)
  • 17 cm x 17 m großes Stofftuch aus Atmung durchlässigem kochfesten Baumwollstoff (z.B. Stoffwindel, T-Shirt-Stoff, leichtes Baumwolltuch)

Hinweis: Die Durchlässigkeit für Atmung prüft man, in dem man das Tuch doppelt nimmt, es sich dicht um Nase und Mund schließt und ein- und ausatmet. Ist das Ein- und Ausatmen möglich, ist das Material als Mundschutz geeignet.

Mundschutz gegen Coronavirus: Übertragung über Tröpfchen möglich

Zum Hintergrund: Die Übertragung des Coronavirus* erfolgt zum Beispiel durch Tröpfchen, die etwa beim Sprechen, Husten oder Niesen ausgeschieden und über die Luft auf die Schleimhäute von Mitmenschen verteilt werden könnten. Ein Mundschutz könne das Verteilen dieser Tröpfchen verhindern bzw. einschränken.

Aber ist das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in der Allgemeinbevölkerung zum Schutz vor dem Coronavirus, wegen dem die Menschen in vielen Städten von den Balkonen singen, grundsätzlich sinnvoll? 

Coronavirus und Mundschutz: Robert-Koch-Institut gibt Empfehlung

Das Robert-Koch-Institut (RKI) empfiehlt grundsätzlich eine gute Händehygiene, das Einhalten von Husten- und Niesregeln sowie das Abstandhalten (1 bis 2 Meter) von anderen Menschen.

Für Menschen, die sich womöglich mit dem Coronavirus angesteckt hätten und in die Öffentlichkeit müssten, könne das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes allerdings sinnvoll sein, um andere Menschen nicht zu infizieren, so das RKI. 

Aktuell gibt es in Zeiten des Coronavirus in den Städten im Ruhrgebiet, in Dortmund, Bochum, Duisburg und Essen verschiedene Angebote für Freiwillige oder Bedürftige.

Video: Coronavirus - Schlange stehen für Schutzmasken

Dazu müsse der Schutz eng anliegend sitzen und bei Durchfeuchtung gewechselt werden. Außerdem solle man versuchen, den Mundschutz, für den es im Ruhrgebiet bereits Hilfsaktionen zum Nähen gegen das Coronavirus gibt, beim Tragen nicht unbewusst zu manipulieren.

Vorsicht: Laut Robert-Koch-Institut gäbe es für gesunde Personen keinen Hinweis darauf, dass ein Mundschutz vor dem Coronavirus schützen könne bzw. das Risiko für eine Ansteckung dadurch verringert würde.

Coronavirus: Tragen von Mundschutz könnte trügerisch wirken

Schlimmer noch: Durch das Tragen eines solchen Mund-Nase-Schutzes könne man laut Weltgesundheitsorganisation ein falsches Gefühl von Sicherheit erlangen und zentrale Hygienemaßnahmen vernachlässigen - etwa das regelmäßige und gute Händewaschen.

Vor allem medizinisches Personal benötigt im Kampf gegen das Coronavirus FFP2-Atemschutzmasken wie diese.

Unberührt von den Regelungen und Empfehlungen für Mund-Nase-Schutz-Masken sind die Regelungen zum Tragen von Atemschutzmasken, etwa der sogenannten FFP2-Maske für Mitarbeiter in medizinischen Einrichtungen. Masken solcher Art schützen vor wässrigen, öligen Aerosolen, Feinstaub und Rauch.

*RUHR24.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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