Anrufer zeigte sich reumütig und kooperativ

Youtuber meldet sich nach illegalem "Besuch" der Zeche Prosper Haniel bei der Polizei

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Das Bergwerk Prosper Haniel

[Update] Bottrop - Nach dem Eindringen einer Gruppe "Youtuber" in das stillgelegte Bergwerk Prosper Haniel in Bottrop hat sich einer der Beteiligten telefonisch bei der Polizei gemeldet. "Wir gehen stark davon aus, dass es sich bei dem Anrufer um einen der Täter gehandelt hat. Er hat sich reumütig und kooperativ gezeigt", sagte eine Sprecherin der Polizei Recklinghausen am Donnerstag.

In den vergangenen Tagen waren im Internet Videos aus dem Bergwerk aufgetaucht, in denen mehrere junge Leute teils in T-Shirts und kurzen Hosen unter Tage zu sehen waren. Die RAG AG hatte am Dienstag Anzeige wegen Hausfriedensbruchs gestellt. Ob der Anrufer wirklich zu der Gruppe gehörte, müssten die Ermittlungen noch abschließend bestätigen, so die Polizeisprecherin: "Bislang war es nur ein Telefongespräch." 

Laut WDR kündigte der junge Mann gegenüber der Polizei an, dass die Gruppe alle Videos vorlegen wolle, um zu belegen, dass sie nichts zerstört oder aufgebrochen hatte. Außerdem wolle man sich ausdrücklich bei allen Bergleuten entschuldigen. Die Internetvideos sind inzwischen gelöscht.

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Nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei könnten die Youtuber bis zu 750 Meter unter die Erdoberfläche gelangt sein. Die Polizisten hatten damals einen jungen Mann auf dem Gelände der Zeche angetroffen. 

In den vergangenen Tagen waren im Internet Videos aus dem Bergwerk aufgetaucht. Darauf sind mehrere junge Leute zu sehen - unter anderem, wie ein Mitglied der Gruppe auf einem Grubenfahrrad über Schienen fährt. 

Eine Gefahr - auch für die Bergleute

Die RAG-Zeche Prosper Haniel ist seit Dezember stillgelegt. Der Konzern hatte am Dienstag Anzeige wegen Hausfriedensbruchs gestellt. Mehrere Medien hatten zuvor über den Vorfall berichtet. Ein RAG-Sprecher sagte der WAZ: "Das ist nun wirklich kein Jungenstreich mehr, das ist eine große Gefährdung. Das ist ein absolutes No-Go." 

Eine Gefahr sei die Aktion nicht nur für die Youtuber selbst, sondern auch für Bergleute, die in der Grube noch Aufräumarbeiten erledigen, hieß es demnach seitens des RAG-Sprechers weiter. 

Prosper Haniel seit Dezember stillgelegt

Die Zeche Prosper Haniel war im Dezember 2018 stillgelegt worden - als letztes deutsches Steinkohlenbergwerk. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bekam das letzte Stück Kohle überreicht. Damit ist der Steinkohlenbergbau in Deutschland endgültig und unwiderruflich zu Ende.

Immer wieder Videos von sogenannten Lost Places

Auf einige Filmer und Fotografen üben verlassene Gebäude - sogenannte Lost Places - einen besonderen Reiz aus. Sie begeben sich in Gefahr, um diese Orte zu erkunden. Zuletzt tauchte etwa ein Video aus einer Woolworth-Ruine in Bönen auf

Auch in Altena drangen immer wieder Filmer in Hochhaus-Ruinen ein. -eB/dpa

Quelle: wa.de

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