Über 100 Jahre alte Krippenfiguren

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Die Männer vom Team „Arbeitskreis Krippenbau“ vom Heimat- und Kulturverein Holtwick sorgten am Freitag dafür, dass eine vorweihnachtliche Stimmung in die Aula der St.-Nikolaus-Grundschule in Holtwick einzieht: Hubert Niehues (von links), Bernhard Berning, Theo Lefering, Heinrich Mört, Wilhelm Kögging, Bernhard Wieschues, Karl Wilde, Wolfgang Roling, Josef Karl Müller, Bernhard Pöpping und August Pöpping.

Holtwick. Ein Hauch von frischem Tannengrün lag schon in der Luft., als sich das Team „Arbeitskreis Krippenbau“ vom Heimat- und Kulturverein Holtwick am vergangenen Freitag um 14 Uhr in der Aula der St.-Nikolaus-Grundschule in Holtwick traf. Hier sollte pünktlich zur beginnenden Adventszeit die historische Holzkrippe mit den über 100 Jahre alten Krippenfiguren aufgestellt werden.

„34 Krippenfiguren aus Gips gibt es insgesamt“, sagt Bernhard Wieschues, lange Zeit erster Vorsitzender vom Verein. „Unter einer von ihnen steht das Jahr 1906 angegeben. Hierbei handelt es sich um die originalen Krippenfiguren, die früher während der Weihnachtszeit in der St.-Nikolaus-Kirche aufgestellt wurden. Mit der Renovierung der Kirche wurde die Kirche komplett ausgeräumt und auch die Krippenfiguren sollten mit entsorgt werden. Der damals zwölfjährige Josef Leyer vom Schuhhaus Leyer, der mit seinen Eltern gegenüber der Kirche wohnte, bekam das mit und rettete kurzentschlossen die historischen Krippenfiguren vor der Müllkippe. Bei der Rettung des Esels brach seinerzeit der Kopf ab. Der wurde aber schnell wieder angebracht. Heute sind die geretteten Figuren und auch der Esel in ihrer ganzen Schönheit wieder komplett zu bewundern“, erzählt Bernhard Wieschues.

Heute sind alle froh, dass die Figuren überlebt haben und in jedem Jahr wieder in der Aula der Grundschule aufgestellt werden. „Über einen solchen Schatz verfügen nicht viele Schulen“, so Josef Karl Müller. Der ehemalige Schulleiter, der sich seit Februar im Ruhestand befindet, möchte auch weiterhin dem Team „Krippenbau“ angehören und half tatkräftig mit. Von den insgesamt elf Männern hatte hier jeder seine feste Aufgabe. Vier Tannenbäume zieren jetzt das Krippenareal der Schule. Lichterketten tun ihr übriges. Alle Figuren fanden in der vorweihnachtlich dekorierten Krippenlandschaft einen Platz. Buchenlaub bildete den Untergrund und eine kleine Feuerstelle mit rotem Licht sorgt jetzt für eine heimelige Atmosphäre. Offiziell beendet ist der Krippenaufbau dann, wenn der Sandweg zur Krippe hin gestreut und mit einem groben Kamm durchgekämmt ist. Dann erst wird das Zeichen gegeben – und der gemütliche Teil des Nachmittags wird eingeläutet.

An ihrem gelungenen Werk konnten sich die Männer anschließend in der beginnenden Dämmerung bei Kaffee und Kuchen erfreuen. Neben der Schule und ihren Schulklassen, die ihre Weihnachtsfeiern im Monat Dezember in der Aula begehen, kommen auch viele Vereine und Nachbarschaften hierher, um in dieser Kulisse gemütliche Stunden mit einem Adventskaffee oder Weihnachtsfeiern zu verbringen.

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