Ludwig Vörding beendet Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Holtwick

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Ludwig Vörding überreicht im März den letzten Band seiner Chronik über die Feuerwehr an den Löschzugführer Christoph Lembeck.

Holtwick. „Einer für alle, alle für einen“ – der Spruch aus dem Roman „Die drei Musketiere“ des französischen Alexandre Dumas des Älteren spiegelt für Ludwig Vörding haargenau die Kameradschaft in seiner Wehr wider. Und für sie beziehungsweise für die kommenden Generationen der Blauröcke hat er die Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Holtwick in vier Bänden festgehalten. Jüngst beendete er den letzten Teil seiner insgesamt über 900 Seiten langen Chronik. Im März wird er den Band offiziell dem Löschzugführer Christoph Lembeck übergeben.

Die Idee hierzu entstand vor mehr als drei Jahrzehnten. Damals ging es darum, eine Festschrift für das 75-jährige Bestehen der Feuerwehr Holtwick im Jahre 2000 zu erstellen. „Wir wussten damals schon, dass das dieses Projekt jede Menge Zeit in Anspruch nehmen wird“, betont Vördering, der 1978 zunächst kommissarischer und von 1983 bis 2002 Löschzugführer der Feuerwehr Holtwick war.

Doch schnell kristallisierte es sich heraus, dass die Geschichte der Wehr nicht in einer Festschrift untergebracht werden konnte. Halbe Sachen wollte er nicht machen. Daher stöberte er gemeinsam mit seinem Bruder Kurt seit Mitte 1980 in vielen Ordnern im Gemeindearchiv Rosendahl. Und auch eine Reihe seiner Feuerwehrkameraden beteiligte sich an der Recherche. Seine Mutter schrieb alle Informationen, die in Sütterlin geschrieben waren – und es waren viele – in die lateinische Schrift um. Doch nicht nur in Rosendahl, sondern auch im Archiv der hiesigen Tageszeitung sowie den Archiven der Städte Coesfeld, Dülmen und Arnsberg wurde er fündig. Ergebnislos blieb seine Suche im Deutschen Feuerwehrmuseum in Fulda.

Zahlreiche Stunden verbrachte der heute 75-Jährige mit der Chronik. „Viel Freizeit und einige Urlaube sind dabei draufgegangen“, betont Ludwig Vörding, der, wie er selbst sagt, kein typischer Archivar ist. Namen und Daten kann er sich nur schwer merken. Und damit diese auch für kommende Generationen nicht in Vergessenheit geraten, hat er sie aufgeschrieben – zunächst mit der Schreibmaschine und später mit dem Computer. Morgens arbeiten, danach am Zapfhahn in der familieneigenen Gaststätte stehen und dann an der Chronik schreiben.

Teil I ist vor vier Jahren von Vörding fertiggestellt worden. Er beschäftigt sich mit der Entstehungsgeschichte der Feuerwehr Holtwick ab 1817. Ursprünglich war sie der Wehr in Osterwick unterstellt. Dann regten zwei Feuerwehrkameraden aus Holtwick an, dass ihr Ort eine eigene Wehr erhalten sollte. Der Erfolg stellte sich 1925 ein. Holtwick erhielt seine eigene Feuerwehr. Brandmeister war damals Felix Eihsing. „Und damit beginnt die eigentliche Geschichte unserer Feuerwehr“, so Vörding. Festgehalten im Teil II, der jetzt fertiggestellt worden ist – später als Teil III (Veranstaltungen, „Lustbarkeiten“, Maigänge und Waldbrände) und Teil IV (Brand- und Rettungseinsätze). Und das hat einen Grund, sagt Vörding: „Wir mussten mehr suchen.“

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