Betreuertreffen des Rosendahler Österreichlagers nach 40 Jahren

Lager-Atmosphäre im Holtwicker Sportheim

Das aktuelle Lager-Team ist begeistert von der tollen Resonanz: (hinten von links) Emmi Hallekamp, Marius Abel, Stephan Gehring, Andreas Gottheil und Matthias Gottheil – (vorne von links) Helga Bartholomäus, Gudrun von dem Berge, Sabina Graf, Katharina Busch, Sven Witte, Martin Grote und Rabea Börger. Es fehlen: Nicola Kemmerling, Isabelle Löchtefeld, Christian Tenti und Gerda Wirtz.

Holtwick. Eine festlich gedeckte Kaffeetafel im Vereinsheim des Sportvereins Schwarz-Weiß Holtwick und der in der Luft liegende Kaffee- und Kuchenduft ließen schon darauf schließen, dass etwas ganz Besonderes bevorstehen musste: Nach und nach trudelten einzelne Gäste ein.

Hier und da wurde sich herzlich begrüßt und in die Arme gefallen, so wie in einer großen Familie. Der Grund: Das 16-köpfige, aktuelle Betreuer-Team des Rosendahler Österreichlagers hatte nach 40 Jahren Ferienlager im Januar etwa 150 Einladungen verschickt – und rund 90 Ehemalige waren dieser Einladung zum Wiedersehen nun gerne gefolgt.

„Manchmal war es gar nicht so leicht, an all die vielen Adressen der zum Teil weit Verzogenen zu kommen“, sagt Marius Abel. „Aber wir haben es geschafft.“

Einige Ehemalige hatten sehr weite Wege auf sich genommen, um dabei zu sein. So war Petra Benning (geb. Roling vom Heidbrink in Holtwick) aus Thalmässing in Mittelfranken/Bayern mit rund 600 Kilometern Anreise wohl diejenige mit dem weitesten Weg. „Das kann man nur machen, wenn man das ganze Wochenende bleibt“, meinte sie – und hielt sich an ihre Worte. Bei ihrer Schwester Ingrid Everding, auch ehemalige Betreuerin, mietete sie sich kurzfristig ein. „Ich war von 1978 bis 1983 als Betreuerin dabei und habe damals meinen 18. Geburtstag in Österreich gefeiert. So etwas vergisst man nie“, erinnert Petra Benning sich an früher.

Auch Albert Leifeld, der heute in Krefeld wohnt, hatte sich für diese einmalige Party bei Sylvia Uesbeck in Holtwick eingemietet, um richtig mitzufeiern.

Nach einer Begrüßung durch Matthias Gottheil und Marius Abel, die gemeinsam mit dem Betreuer-Stab alle Vorbereitungen für dieses Event getroffen hatten, waren die Gäste aufgefordert, durch Betrachtung alter Fotos und Zeitungsartikel der vergangenen 40 Jahre an extra aufgestellten Stellwänden die vergangene Lagerzeit Revue passieren zu lassen. Viele Gäste hatten aber auch ihre eigenen Fotoalben dabei, die nicht lange auf dem Tisch liegenblieben. Auch Listen gab es, in denen die Leiter und Betreuer eintragen sollten, in welchen Jahren sie dem Lager-Team angehörten, damit neben den neu erworbenen Adressen auch diese Infos für das Archiv erfasst werden konnte.

Der langjährige Lagerleiter und Gründer, Josef Bartholomäus, war mit Ehefrau Helga und zwei seiner Enkel angereist, um auch heute dabei zu sein. Der 69-jährige Vater von vier Kindern und sieben Enkeln erinnert sich: „Begonnen hat alles 1970 mit der Gründung der Städtepartnerschaft mit der Stadt Entrammes in Frankreich. Der damalige Pastor von Osterwick sagte einer Einladung der Franzosen zu und es musste auf die Schnelle ein Lagerleiter gefunden werden. Da ich zu der Zeit Pfarrgemeinderatsvorsitzender war, fiel die Wahl auf mich. Zunächst war von einer einmaligen Fahrt 1971 die Rede. Aber wie so oft im Leben verselbständigte sich die Sache und dann bin ich insgesamt 20 Jahre von 1971 bis 1991 als Lagerleiter mitgefahren.“ Seine 66-jährige Ehefrau Helga war die erste Kochfrau, die mitfuhr. „Irgendwie komisch“, grinst er. „Einmal mit dem Lagervirus infiziert, behält man das sein Leben lang!“ Er lächelt und ist stolz auf die Entwicklung, die die Idee genommen hat.

In den nächsten zwei Jahren ging es in den Schwarzwald, danach immer nach Österreich. Viel zu erzählen und zu berichten hatten sich die Gäste, immer wieder wurde über Anekdoten und alte Fotos gelacht. „Das Österreichlager-Team ist eben schon eine besondere Gemeinschaft mit ganz viel Insider-Wissen“, ertönt es auf die Frage nach dem tollen Zusammenhalt.

Die aktuelle Lager-Leitung gibt auf diesem Wege schon einmal bekannt: „Alle 9- bis 15-jährigen Rosendahler sind herzlich eingeladen, wenn es in diesem Jahr vom 6. bis 21. Juli wieder nach Stuhlfelden in Österreich geht.“ Und kaum ausgesprochen haben alle schon wieder dieses Blitzen in ihren Augen …

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