Mit dem eigenen Boot auf Angeltour

Ansgar Höwener baute sich aus Aluminium selbst ein Boot

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Das Boot, das auf diesem Foto noch nicht so zu sehen ist, wie es sich aktuell präsentiert, soll noch Fenster in dem überdachten Aufbau bekommen. Und auch die Küche, die Ansgar Höwener sich auf dem Boot eingerichtet hat, soll noch komplettiert werden.

Holtwick. Die Idee, ein eigenes Boot zu bauen, hatte Ansgar Höwener schon letztes Jahr zu Ostern. „Freunde von mir besitzen ein Boot zum Angeln, da dachte ich, das kann ich mir auch selbst bauen“, lacht der 41-Jährige über seine Idee, die zunächst nur ein Hirngespinst war, sich aber dann schnell in die Realität umsetzte. Bereits im Herbst 2018 ging Höwener zum ersten Mal mit seiner privaten Anfertigung für zwei Wochen auf Angeltour.

Fertig ist das Boot aber noch lange nicht. „Einige Kleinheiten sind immer noch zu verfeinern“, gibt der Hobby-Angler zu. „Das ist wie so ein kleines Never-Ending-Projekt für mich.“ Ganz alleine hat er in jeder freien Minute an seinem Boot gewirkt. Fast 300 Stunden hat er dafür schon investiert. Und ein Ende ist trotzdem nicht in Sicht. „Als nächstes würde ich gerne Fenster in die Kabine einbauen“, erzählt Höwener von seinen Zukunftsplänen. Dann soll an der Innenausstattung gearbeitet werden. „Ein Herd soll auf Dauer den Campingkocher ersetzen, und ein Fernseher wäre auch nicht schlecht“, schmunzelt er.

Aluminium-Schweißen als größte Herausforderung

800 Kilogramm wiegt sein 6,30 Meter langes und 2,30 Meter breites Boot etwa. „Das merkt man spätestens, wenn man mit dem Boot auf dem Autoanhänger um die Kurve fahren möchte“, scherzt Höwener. Herausforderungen gab es neben dem Transport auch bei der Herstellung. „Kleine technische Raffinessen kamen immer mal wieder auf“, blickt der gelernte Tischler zurück. „Da musste man schon manchmal tüfteln, wie man die am besten lösen kann.“ Das Schwierigste sei jedoch das Schweißen des Aluminiums gewesen. Das war auch die einzige Hürde, für die Höwener auf die Hilfe eines Freundes angewiesen war.

Rund 800 Kilogramm bringt das Boot von Ansgar Höwener aktuell auf die Waage. „Das merkt man, wenn man mit dem Bootsanhänger in die Kurve geht“, meint der Holtwicker.


Mittelmeerluft auf dem eigenen Boot schnuppern

„Ich bin voll und ganz ein Weltangler“, verrät Höwener. „Mit meinem eigenen Boot war ich schon in Italien, und auch sonst fahre ich eher in die südlichen Länder wie Spanien oder Portugal.“ Dass das Boot dafür bestens geeignet ist, hat der Bootsbauer bei seiner ersten Tour schon zu spüren bekommen. „Ich hätte keinen Uferplatz mehr bekommen, weil das Wasser so hoch stand. Umso besser, dass ich einfach mit meinem Boot aufs Wasser rausfahren und von dort aus die Rute ins auswerfen konnte“, freut er sich. Solche Angelurlaube tritt der Angler mit einem Freund an, während er am Wochenende auch gerne alleine unterwegs ist. „Das ist für längere Urlaube aber einfach zu gefährlich“, erklärt der Holtwicker.

Auch solch große Fische hatte Ansgar Höwener an der Angel bei seiner ersten Tour mit seinem Boot im italienischen Mittelmeer.


Mit der Natur verbunden und die Stille genießen

Das Besondere beim Angeln sei die Idylle. „Ich kann die Natur an sich genießen und bin draußen“, schwärmt Höwener. Ein gewisser Jagdinstinkt spiele natürlich auch eine Rolle, der Erfolg sei aber eher zweitrangig: „Es geht für mich nicht darum, den größten Fisch zu fangen. Ich sitze auch gerne bis spät in die Nacht mit einem Freund draußen am Ufer, lausche der Stille und spreche über die alten Zeiten.“

Jugendgruppe bietet Platz für Interessierte

Selbst sei Höwener mit ungefähr zehn Jahren zum Angeln gekommen. Mit seinem Angelverein ist er Anfang 2019 von Laer nach Holtwick gekommen. „Es hat eine kleine Fusion stattgefunden. Wenn man das überhaupt so nennen kann“, berichtet er. „Da wir in Laer keinen neuen Vorstand finden konnten, musste unser Verein aufgelöst werden, und alle Mitglieder, die wollten, konnten sich bei den Petri-Jüngern in Holtwick anmelden.“ Er selber sei hauptsächlich für die Jugendgruppe im Holtwicker Verein eingetreten. „Durch die ,Fusion‘ sind etwa 15 Jugendliche aktiv, und die Gewässer zum Befischen konnten nach Laer erweitert werden“, so Höwener.

In den Wintermonaten steht für die Jugendlichen zwischen neun und 18 Jahren der Theorieunterricht auf dem Programm. Dazu gehört auch die Natur- und Gewässerpflege. In den Sommermonaten geht es dann an die Praxis. So findet unter anderem eine Ferienfreizeit am Josefsee statt, und andere befreundete Vereine werden besucht. „Für uns ist es wichtig, dass wir weiter bestehen und langsam wachsen“, sagt Höwener. Interessierte können sich bei Ralf Lenfert unter Tel. (02566) 905287 melden.

Weitere Infos zum Verein und zu der Jugendgruppe unter www.fischereiverein-holtwick.de.

Zum Thema

Die Petri-Jünger

Der Fischereiverein „Petri-Jünger Holtwick e.V.“ wurde 1987 gegründet und ist der einzige Fischereiverein in der Gemeinde Rosendahl. Die Befischerungs-Gewässer „Holtwicker See“ und der „Kuhfußteich“ konnten durch die „Fusion“ des Vereins mit dem aus Laer Anfang diesen Jahres erweitert werden.

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