Auftaktforum für Integriertes Kommunales Entwicklungs-Konzept

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Interessierte Bürger konnten am Ortstisch Osterwick ihre Ideen und Anregungen mittels Post-its aufschreiben.

Rosendahl. Voll besetzt war am Montagabend der Sitzungssaal des Rathauses in Osterwick bei der Auftaktveranstaltung für das Integrierte Kommunale Entwicklungs-konzept (IKEK). Im Mittelpunkt stand dabei die Vorstellung des Konzeptes und ein erstes Sammeln von Gedanken und Ideen von Seiten der Bürger.

Bei der Begrüßung wies Bürgermeister Christoph Gottheil auf die Chance hin, die das IKEK darstelle. So könnten durch das ausgearbeitete Konzept wichtige Fördergelder nach Rosendahl geholt werden. Gleichzeitig betonte er die enge Zusammenarbeit mit den Bürgern von Osterwick, Darfeld und Holtwick: „Durch den lebendigen Austausch können Probleme erfasst werden, die so noch gar nicht bekannt sind.“

Im Anschluss hatte Alfred Körber, Inhaber des Planungsbüros plan-lokal in Dortmund, das Wort. Der diplomierte Raumplanungsingenieur und Stadtplaner der Architektenkammer NRW hat bereits in der Vergangenheit verschiedene Regionen bei Entwicklungskonzepten unterstützt. Körber zeigte sich positiv überrascht von der großen Anzahl der Interessierten – vor allem im Hinblick auf die fast gleiche Anzahl aus den drei Ortsteilen – und machte den Bürgern gleich zu Anfang klar: „Sie sind die Experten, weil Sie hier leben!“

Aber was ist das eigentlich, ein „Integriertes“ Kommunales Entwicklungskonzept? Körber erklärt: „Alle Themenfelder von Gemeindeentwicklung sollen angesprochen und möglichst viele Akteure eingebunden werden.“ Das Konzept soll langfristig angelegt sein und den Rahmen der Entwicklung für zehn oder zwanzig Jahre beschreiben, gleichzeitig aber änderungsfähig sein. Den Prozess hat Körber in drei Phasen eingeteilt: Situationsanalyse, Leitbild und Maßnahmen. Derzeit steht Situationsanalyse auf dem Plan: Wo steht Rosendahl bei der Gemeindeentwicklung? Um das zu beantworten, stehen neben dem Auftaktforum Bürgerspaziergänge in den drei Ortsteilen sowie eine Onlinebeteiligung und Themenrunden mit Schlüsselakteuren, Vereinen und Initiativen auf dem Plan. Auf www.plan-portal.de/rosendahl können jederzeit Anregungen, Kritiken und Lob geäußert werden. Nach Abschluss der Situationsanalyse sollen im Laufe des Jahres Workshops mit Verwaltung und Politik sowie Ortsteilwerkstätten stattfinden, um ein konkretes Leitbild zu entwickeln. Ein Abschlussforum und die Beschlussfassung im Gemeinderat werden für Ende 2017 anvisiert.

Im Anschluss an die Vorstellung des Planungsprozesses konnten die Bürger an drei Ortstischen ihre Kritik und Anregungen loszuwerden. Die Anregungen reichten von Baugebieten über gesundheitliche Versorgung, Schulen, Seniorenbetreuung und Mobilität zu Einkaufsmöglichkeiten und Sportflächen. Eine Veränderung wünschten sich viele im Hinblick auf leerstehende Gebäude, Fahrradwege, Barrierefreiheit und Busverkehr. „Man ist meist auf ein eigenes Auto oder Fahrgemeinschaften angewiesen“, findet Julia Hollenborg. „Und die Fahrpreise für die Busse sind oft sehr hoch“, stimmt Maria Meyering zu. Gerade wegen solcher Problemen sei es gut, dass die Bürger in den Planungsprozess einbezogen werden. „Wir leben hier und können am besten beurteilen, wo es an etwas fehlt“, sagt die Osterwickerin. „Das Auftaktforum war ein Startschuss für einen spannenden Prozess“, so Gottheil. Am Samstag, 18. März, findet der erste Bürgerspaziergang mit Treffpunkt an der St. Nikolaus Kirche in Darfeld statt. Am Samstag, 1. April, ist die St. Nikolaus Kirche in Holtwick Treffpunkt. Am Samstag, 8. April, mit Treffpunkt am Pfarrheim St. Fabian und Sebastian, findet der Bürgerspaziergang in Osterwick statt. Alle drei Spaziergänge beginnen um 9.30 Uhr und dauern etwa zwei Stunden.

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