Anika Wissing für ein Jahr in den USA

Als Au-pair von Osterwick nach Dallas

Die drei Kinder der texanischen Familie wuchsen dem deutschen Au-pair-Mädchen Anika Wissing schnell ans Herz.

Osterwick. Amerika – das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Viele träumen davon, die USA einmal ausgiebig zu erkunden. Für Anika Wissing aus Osterwick blieb dies nicht nur ein Wunschtraum. Sie arbeitete ein Jahr als Au-pair-Mädchen in der Nähe der texanischen Stadt Dallas und lernte abseits vom Tourismus den authentischen amerikanischen Alltag kennen. Nachdem sie ein Jahr dort verbrachte, kehrte sie zwar nach Deutschland zurück. Die Brücke zu ihrer Gastfamilie brach sie jedoch nicht ab: Ein Jahr später flog sie erneut nach Texas, um ihrem zweiten Zuhause einen Besuch abzustatten.

Das Abitur hatte die ehemalige Nepomucenum-Schülerin Anika Wissing 2017 frisch in der Tasche. Doch was nun? Die Osterwickerin wollte sich nicht vorschnell festlegen und nutzte stattdessen die neugewonnene Freiheit, um sich einen großen Wunsch zu erfüllen. „In die USA wollte ich schon immer. Man kennt das Land aus Film und Fernsehen so gut, aber ich wollte es unbedingt mit eigenen Augen sehen“, erklärt Anika Wissing. „Die Au-pair-Tätigkeit hat sich dafür perfekt angeboten.“

Dann ging alles ganz schnell. Nach der Bewerbung meldeten sich die ersten Gastfamilien bei ihr. Lange warten musste die ehemalige Schülerin nicht: Die erste Familie erwies sich bei einem Skype-Gespräch direkt als ein Volltreffer. „Zwar habe ich noch mit anderen Familien gesprochen, aber bei dem ersten Gespräch hat es von beiden Seiten einfach direkt gepasst.“ Ein Glückstreffer für die Osterwickerin, die sich nur wenige Monate später – im Sommer 2017 – auf in die Nähe von Dallas in Texas machte.

Um gleich drei Kinder kümmerte sich das frischgebackene Au-pair-Mädchen. Was bei anderen für Überforderung sorgen würde, nahm die Osterwickerin entspannt hin. „Die Kinder waren im Alter von vier, sechs und zehn Jahren. Um den Ältesten musste ich mich also nicht so intensiv kümmern. Wären alle drei erheblich jünger gewesen, wäre es vermutlich deutlich anstrengender gewesen“, schmunzelt die 20-Jährige.

Alltägliches Leben fernab von Klischees 

Schnell gewöhnte sich die Deutsche an den amerikanischen Alltag. Und der entsprach nicht unbedingt den USA-Klischees. „Meine Gastmutter hat beispielsweise viel Gesundes gekocht. Das war super“, erzählt die 20-Jährige. Ein typischer Tagesablauf für das Au-pair während der Schulzeit: Morgens die Kinder zur Schule und zum Kindergarten bringen und wieder abholen, das Mittagessen zubereiten und nachmittags die Freizeit mitgestalten, bevor dann abends die Eltern von der Arbeit zurückkehrten.

In den Ferien stand dann eine noch intensivere Beschäftigung auf dem Programm. „Da musste man sich schon etwas einfallen lassen“, erinnert sich Anika Wissing zurück, die während ihrer Teenagerzeit bereits Erfahrungen im Babysitting gesammelt hat. „Vor allem, da es in Texas im Sommer sehr heiß ist. Da kann man nicht so einfach draußen spielen. Zum Glück hatten wir einen Pool in der Nachbarschaft und eine Water-Park-Saisonkarte.“ Neben dem Alltag in der Familie verbrachte die Osterwickerin viel Zeit mit zwei anderen Au-pair-Mädchen aus Deutschland und Mexiko. Zu dritt hatten sie eine Menge Spaß in dem ihnen fremden Land. Am Ende des Jahres hatte Anika Wissing dann noch die Möglichkeit, einen Monat lang zu reisen und so noch ganz andere Ecken Amerikas zu erkunden.

Ein Jahr ist mittlerweile vergangen. Ein Jahr, in dem sich Anika Wissing wieder in Deutschland einlebte. Ihre amerikanische Gastfamilie fehlte ihr jedoch. Diesen Sommer nutzte die 20-Jährige deswegen die Gelegenheit und flog erneut über den großen Teich. Drei Wochen lang reiste sie mit einer Freundin unter anderem nach Chicago Boston und Miami. Dann ging es zum Abschluss noch zwei Wochen lang zurück in die vertraute Gegend rund um Dallas. „So viel hatte sich gar nicht verändert. Zwar konnte der Jüngste auf einmal lesen, aber der Charakter der Kinder hat sich nicht verändert“, freut sich die Osterwickerin.

Persönlich habe ihr das Jahr als Au-pair viel gebracht. „Ich habe so viele Erfahrungen gemacht und bin viel selbstständiger geworden“, zieht die 20-Jährige Bilanz. So kann sie sich jetzt auch neuen Herausforderungen stellen: Ab September fängt die Osterwickerin eine Ausbildung zur Bürokauffrau in Düsseldorf an.

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