„Wir freuen uns auf das Neue“

Das zweite Wohnhaus im Alexianer Martinistift ist bezugsfertig

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Zur Einweihung überreichte Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr (rechts) dem Geschäftsführer des Alexianer Martinistiftes, Andreas Schmitz (links), ein Bild.

Nottuln. Vor zwei Jahren fand der erste Spatenstich für die vier neuen Wohnhäuser für Jugendliche des Alexianer Martinistiftes statt. Eines (das Rousseau-Haus) ist bereits Ende des vergangenen Jahres mit Leben gefüllt worden. Und schon bald können weitere Jugendliche das zweite Haus, das Kurt-Hahn-Haus, benannt nach dem Begründer der Erlebnispädagogik, bezogen werden. Weitere zwei Häuser sollen errichtet werden.

In einer Feierstunde wurde jetzt das Haus von Seelsorger Dr. Jochen Reidegeld eingeweiht. Andreas Schmitz, der kaufmännische Geschäftsführer, begrüßte die Gäste. Er dankte in seiner Ansprache insbesondere der Alexianer Holding, mit deren Hilfe das 17-Millione-Projekt auf dem Gelände des Alexianer Martinistiftes realisiert werden konnte. „Es begann auf einem Bauernhof …“ mit diesen Worten nahm Heinrich Bolle, pädagogischer Leiter des Alexianer Martinistiftes, die Gäste auf eine Reise durch die Geschichte der Einrichtung. 

Im Jahr 1899 gab es die erste Gruppe mit zwölf Jugendlichen, die von zwei Canisianern betreut wurden. Straffe Disziplin, harte Zucht und Arbeit bestimmten den Alltag. Von 1933 bis 1945 wurden den Brüdern alle Ämter entzogen. „In den 70er Jahren haben 72 Jugendliche im Martinistift gewohnt“, so Bolle. Seit 1961 konnten Jugendliche in der Einrichtung in den Lehrwerkstätten 40 Handwerksberufe erlernen. „Heute machen wir Intensivpädagogik“, so Bolle. In das Kurt-Hahn-Haus werden je sieben Jugendliche in die offene und ebenso viele in die freiheitsentziehende Wohngruppe einziehen. Die Nähe zwischen den beiden Gruppen begrüßt Bereichsleiterin Dorothea Greiff mit Blick auf einen möglichen Wechsel zur offenen Wohngruppe. 

Jeder Jugendliche bekommt ein großes, helles, möbliertes Zimmer mit einem eigenen Badezimmer. Jeder Trakt verfügt unter anderem über eine Wohnküche, einen Schlafplatz für den Erzieher und einen Schulungsraum. „Wir freuen uns auf das Neue“, so Erzieher Udo Haverkamp auch im Namen seiner Schützlinge, die schon Ideen für die Flurgestaltung haben. „Die zwei Etagen des Wohntraktes sind im Alltäglichen eine neue Herausforderung. Es wird spannend“, so Robert Behn, mit seiner Gruppe in den anderen Trakt zieht.

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