Appelhülsener nehmen Traktor gegen Rasenmäher-Selbstfahrer in Zahlung

Trecker-Tausch nach 61 Jahren

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Einen Treckertausch der besonderen Art wickelten (von links) Alfons und Christian Brinkmann sowie Erika und Alfred Tillmann ab: Fahr D 88 von 1958 gegen neuen Honda HF 2315 HM.

Appelhülsen/Senden. So eine Anfrage hatten die beiden Appelhülsener Alfons Brinkmann und sein Sohn Christian, die beiden Inhaber der Firma Hubert Brinkmann in Bösensell, noch nie: Ob sie Interesse hätten, einen Schlepper, den das Unternehmen 1958 verkauft hatte, wieder zurückzunehmen – im Tausch gegen einen neuen Rasenmähertrecker? „Wir haben nicht lange nachgedacht – zumal alle Papiere, Rechnungen und Quittungen vorhanden sind“, sagt Alfons Brinkmann. Der Tausch wurde perfekt gemacht.

„Künftig bekommt der Oldie einen Extra-Platz bei uns in der Ausstellung“, erklärt Christian Brinkmann. Und schon jetzt Samstag, 13. April, 9 bis 18 Uhr, wird der Fahr D 88 beim Frühjahrsmarkt mit Ostereiersuche, Hüpfburg für Kinder und Waffelstand im Stauverbrink 3-7 begutachtet werden können.

„Es war mir wichtig, dass der Trecker in gute Hände kommt“, erklärt Alfred Tillmann, bisheriger Besitzer des Fahr-Schleppers, mit dem er sich noch auf der Einladungskarte zu seinem 60. Geburtstag hatte ablichten lassen. Gut erinnert er sich an den Sonntag im April 1958, als sein Vater den 14-PS-Trecker mit Zwei-Zylinder-Güldner-Motor kaufte: „Der Fahr kostete 6 360 Mark. Ein Lanz Bulldog wäre 2 000 Mark teurer gewesen.“ Es war ein Boom für den Traktorenhandel: „Mein Vater hat pro Jahr damals in den 50ern tausend Schlepper in der Region verteilt“, so Alfons Brinkmann. 

Einer dieser Schlepper ging auch nach Altlünen auf den Kötterhof Tillmann. „Wir bewirtschafteten zu Hause zwei Hektar, und mein Vater – hauptberuflich arbeitete er als Maurer beim Aluminium-Werk in Lünen – war es leid, sich dafür immer Pferde aus der Nachbarschaft leihen zu müssen. Also brauchten wir einen Trecker“, so Alfred Tillmann. 

Zwei Kühe, neun Schweine und Hühner zählten zum Bestand des Hofs. „Mit dem Fahr haben wir alles auf dem Acker gemacht, und auch beim Hausbau war er hilfreich. Jetzt haben wir keinen Ackerbau und keine Tiere mehr, und zuletzt habe ich alle drei Wochen mit dem Mähbalken am Trecker die 3 000 Quadratmeter große Wiese bei uns hinterm Haus geschnitten“, so Alfred Tillmann. „Allerdings war der Mähbalken zum Schluss ziemlich ausgeschlagen“, so der 78-Jährige. 

Bei der Firma Hubert Brinkmann wurde Alfred Tillmann fündig bei der Suche nach einem Rasenmähertrecker – seit Jahrzehnten ist dort unter anderem die komplette Produktpalette der Honda-Grundstückspflegetechnik in der Präsentation. Die Wahl fiel auf einen Honda HF 2315 HM. Wie der Fahr von 1958 hat er einen Zwei-Zylinder-Motor mit 14 PS Leistung. Allerdings mit Benzin und nicht mit Diesel als Kraftstoff. 

Mit 92 Zentimeter Schnittbreite nimmt der neue Rasenmähertrecker nicht ganz so viel weg auf einmal wie der 1,35 Meter breite Mähbalken des Fahr – aber er braucht weniger Unterstellplatz. Und bei Bedarf lässt sich mit ihm der Grasschnitt gut auffangen. 

 „Ich werde das Gras aber mulchen“, meint Alfred Tillmann, seit Jahrzehnten Borussia-Dortmund-Fan und über Jahrzehnte aktiver Feuerwehrmann – als gelernter Maurer arbeitete er 30 Jahre im öffentlichen Dienst, davon 25 Jahre im Bauamt Lünen. Seit Jahren singt er 1. Bass im MGV Harmonie Zeche Viktoria. „Wir wirken aktuell im Schauspielhaus Dortmund in dem Stück ,Unsere Herzkammer’ mit – zum Jubiläum der SPD.“

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