SL-Interview

Dr. Stefan Borchert referiert über Mitarbeiterbindung in regionalen Unternehmen

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Bekannt für sein erfolgreiches Unternehmercoaching und Referent: Dr. Stefan Borchert, Senden.

Nottuln. Die Anzahl der kleinen und mittleren Unternehmen, die vom Fachkräftemangel betroffen sind, nimmt in Zeiten des demografischen Wandels stetig zu. Doch welche Gegenmaßnahmen können ergriffen werden? Antworten auf diese Frage werden am Donnerstag, 21. November, ab 19 Uhr mithilfe der Unterstützung der Nottulner Kaufmannschaft e.V. in der Alten Amtmannei gegeben. Streiflichter-Mitarbeiterin Renée Erfkemper sprach mit Unternehmensberater und Referent Dr. Stefan Borchert, Senden, über Gründe, Instrumente und Verwirklichung der Mitarbeiterbindung.

Schlagwort Fachkräftebedarf und vor allem: Mangel. Warum plagen Unternehmen diese Probleme?

Dr. Stefan Borchert: „Wir befinden uns in einer Zeit, wo die Anzahl der ausgebildeten Fachkräfte generell niedriger ist als in den vergangenen Jahrzehnten. Bei kleinen Unternehmen, denen im Vergleich zu Großunternehmen oftmals die Mittel fehlen, steht die Komplexität des „Gesehenwerdens“ im Zentrum. Wie können regionale Unternehmen die Aufmerksamkeit auf sich lenken und wahrgenommen werden?“

Als Referent stellen Sie Lösungsvorschläge für diese Herausforderung vor. Wie kann sich ein Außenstehender Ihren Vortrag vorstellen?

Dr. Borchert: „Zuerst werde ich die Situation um den Fachkräftebedarf und -mangel in unserer Region Nordwestfalen veranschaulichen. Unternehmer müssen Probleme erkennen, um sie lösen zu können. Anschließend werde ich die verschiedenen Instrumente und die Wirkung dieser zur Mitarbeiterbindung vorstellen. Bevor eine Fragerunde die Veranstaltung abschließt, werden die Fördermöglichkeiten durch Land und Bund aufgezeigt.

In Bezug auf den Aspekt Mitarbeiterbindung: Wie genau sieht dieser aus?

Dr. Borchert: Generell kann man in zwei Formen der Bindungen unterscheiden: Zum Einen die Erfolgsbeteiligung, zum Anderen die Kapitalbeteiligung. Die Erfolgsbeteiligung ermöglicht den Arbeitnehmern Beteiligungen an Gewinn, Kosteneinsparungen oder den schonenden Umgang mit Maschinen. Bei der Kapitalbeteiligung hingegen gehen die Arbeitskräfte engere Bindungen ein, da sie, geregelt durch Verträge, ,Anteile’ am Unternehmen erhalten. Für die verschiedenen Mitarbeitergruppen stehen unterschiedliche Bindungsinstrumente einer Kapitalbeteiligung bereit. Dies bedeutet jedoch nicht, dass der Unternehmer seine Autonomie aufgeben muss.

Was gibt es beim Eingehen von Bindungen auf unternehmerischen Seite zu beachten?

Dr. Borchert: Jedes Unternehmen ist individuell. Es geht um unternehmensspezifische Projekte – Formen und Zielsetzungen hängen immer auch von Unternehmens- und Finanzstrategien ab. Es gibt nicht die eine Lösung zur Fachkräftebindung. Aber häufig stehen den Unternehmen durch den Bund Förderungen zur Beratung in Mitarbeiterbelangen zur Verfügung – regionale Unternehmen werden bei diesem Thema nicht allein gelassen.

Zum Thema: Zur Person

Dr. Stefan Borchert hat nach seiner Großhandelslehre Betriebswirtschaft studiert und am Münsteraner Lehrstuhl für BWL, insbesondere Distribution und Handel, Prof. Dr. Dieter Ahlert, zu Unternehmensnetzwerken in der Lebensmitteldistribution promoviert. Nach einigen Jahren als Warengruppen- und Trademarketing-Manager im Vertrieb eines Lebensmittel-herstellers berät er seit 2004 freiberuflich kleine und mittlere Unternehmen bei der strategischen Geschäftsplanung und -führung, Organisationsentwicklung, Mitarbeiterbeteiligung sowie Unternehmensfinanzierung. Auch ist der Diplom-Kaufmann als Gutachter im Bereich „Unternehmensgründung & Franchising“ tätig und besitzt die Zulassungen zu den wesentli-chen Beratungsförderprogrammen unter anderem der KfW- und der NRW-Bank, des BAFA sowie des Bundesarbeits- (Unternehmenswert: Mensch, INQA) sowie Landesarbeitsministeriums NRW (Potentialberatung).

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