Hitzige Diskussion: Polit-Café des Rupert-Neudeck-Gymnasiums

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Zum Polit-Café vor der Bundestagswahl hatten Schüler des Nottulner Rupert-Neudeck-Gymnasiums geladen.

Eine dreistündige Diskussion mit hitzigem Schlagabtausch lieferten sich die Bundestagskandidaten der Parteien CDU, Die LINKE, SPD, FDP und Bündnis 90/Die Grünen im Rupert-Neudeck-Gymnasium, Nottuln. Der Rahmen dieser Diskussion war das traditionelle Polit-Café des Gymnasiums, welches dieses Mal vom Sozialwissenschaft-Leistungskurs der Q2 unter der Leitung von Konrektorin Jutta Glanemann ausgerichtet wurde. Mit Johanna Thur und Michel Wember übernahmen auch dieses Mal wieder Schüler die Moderation und führten durch den informativen und unterhaltsamen Abend.

Neben Themen wie Innere Sicherheit, Bildung oder Digitalisierung wurde anlässlich der bevorstehenden Bundestagswahl am 24. September auch über außenpolitische Fragen diskutiert. Dazu hatten sich die Kandidaten Marc Henrichmann (CDU), Gernot Röken (DIE LINKE), Ulrich Hampel (SPD), Daniel Fahr (FDP), und Friedrich Ostendorff (Bündnis 90/Die Grünen) in der Aula des Gymnasiums eingefunden. Während man sich bei der Frage nach der richtigen Integration von Flüchtlingen recht einig war, gingen die Meinungen der Kandidaten bei außenpolitischen Problemen weit auseinander. SPD und Linke betonten „klare Kante“ zeigen zu müssen im Umgang mit Staatsoberhäuptern wie Trump oder Kim Jong Un. CDU und FDP machten daraufhin auf die Wichtigkeit der Diplomatie und des Dialoges aufmerksam. Trotzdem äußerte FDP-Bundestagskandidat Daniel Fahr klar seine Meinung und betonte, dass die EU-Beitrittsgespräche mit der Türkei abgebrochen werden sollten.

Die Moderatoren ließen im Laufe des Abends auch das Thema Bildung Gegenstand der Debatte werden. Besonders das föderale Bildungssystem und die daraus resultierenden Unterschiede der Lernstandards wurden heiß diskutiert. Die FDP forderte für mehr Chancengleichheit die Einführung einer bundesweiten Vereinheitlichung, worauf Friedrich Ostendorff auf die Schwierigkeiten bei diesem Vorhaben hinwies.

Sowohl zwischen als auch nach der Diskussion in der offiziellen Publikumsrunde waren Fragen der rund 200 Besucher ausdrücklich erwünscht. So bat zum Beispiel ein interessierter Zuhörer im Themenblock Arbeitsmarkt- und Steuerpolitik jeden Parteienvertreter um eine Stellungnahme zum bedingungslosen Grundeinkommen.

Auch Werner Völlering - Sozialwissenschaft-Lehrer des Rupert-Neudeck-Gymnasiums - nutzte die Gelegenheit und konfrontierte die fünf Kandidaten mit dem umstrittenen Wahlrecht ab 16. Er nannte es einen Skandal, dass sich beim Polit-Café zur Landtagswahl jetzige Landtagsabgeordnete klar für die Reformierung des Wahlsystems geäußert hatten, es aber im neuen Koalitionsvertrag zwischen CDU und FDP nicht auftaucht.

Nach einer kurzen Abschlussrunde, in der alle Kandidaten noch einmal zusammenfassten, warum man sie und ihre Partei wählen solle, neigte sich der Abend dem Ende zu. Auch dieses Mal waren die Kandidaten, die Organisatoren und das Publikum wieder höchst zufrieden und warten schon darauf, dass das Rupert-Neudeck-Gymnasium zum nächsten Polit-Café einlädt.

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