Robert Holtstiege feiert sein Goldenes Priesterjubiläum

Zurück zu den Wurzeln

Als Mitglied des Seelsorgeteams in St. Dionysius und St. Georg übernimmt Robert Holtstiege gern auch Taufen wie hier in der Hohenholter Pfarrkirche.

Havixbeck. „Ich nenne euch nicht mehr Knechte, sondern Freunde“.

Dieses Wort aus dem Johannes-Evangelium ist das Motto, das sich Propst em. Robert Holtstiege zu seinem Goldenen Priesterjubiläum gegeben hat. Der gebürtige Havixbecker wurde am 2. Februar 1961 (Fest Maria Lichtmess) im münsterschen St.-Paulus-Dom durch Bischof Dr. Michael Keller zum Priester geweiht. Sein Jubiläum feiert der 78-Jährige am Sonntag, 6. Februar, mit einem Festgottesdienst um 10 Uhr in der Pfarrkirche St. Dionysius. Anschließend findet ein Empfang im Festsaal von Stift Tilbeck statt.

Zum obigen Motto wird der Jubilar auch predigen. Er werde hinterfragen, wie es ihm in seiner 50-jährigen Wanderschaft mit Jesus Christus ergangen sei und was ihn geprägt habe. 50 Jahre war er weg und ist nun wieder an seine Wurzeln zurückgekehrt. Dort wurde er am 26. Dezember 1932 als Sohn einer alt eingesessenen Familie geboren. Sein Vater war Kohlenhändler, Landwirt und Barbier zugleich. „Die Menschen kamen sonntags zu uns, ließen sich frisieren und gingen dann in die Kirche“, erinnert sich Holtstiege. Er sei nicht nur im Schatten der Kirche aufgewachsen. Die Nähe zur Kirche habe ihn nie losgelassen. Und er fügt hinzu: „So weit ich zurückdenken kann, wusste ich, dass ich Priester werden wollte“. Als Jugendlicher war er als Messdiener tätig und beteiligte sich in den ersten Nachkriegsjahren maßgeblich am Aufbau der katholischen Jugendarbeit in Havixbeck.

Nach dem Abitur 1955 am Paulinum in Münster ging er ins Collegium Borromäum, um sich auf das Priesteramt vorzubereiten. Zum Kurs gehörten damals über 100 Kandidaten, von denen später 47 die Priesterweihe erhielten. „Es herrschte ein strenger Tagesalltag“, erinnert sich Holtstiege an diese Zeit. Das Zweite Vatikanische Konzil mit seiner pastoralen und ökumenischen Erneuerung habe ihn sehr stark geprägt. Als Kaplan war er ab 1961 in Gronau St. Josaef, ab 1964 in der Landgemeinde Mettingen St. Agatha und ab 1970 in der Ruhrgebietsgemeinde Herten-Süd St. Josef tätig, Stationen, an denen er sehr viel gelernt habe. Im Alter von 38 Jahren berief ihn der Bischof zum Pastor in Brake/Unterweser. „Die Zeit in der Diaspora hat mich sehr geprägt“, blickt Robert Holtstiege zurück.

Ein weiterer bedeutender Lebensabschnitt begann für den Havixbecker 1975, als er zur Propsteikirche St. Stephanus in Beckum wechselte. Als Pfarrer der Stiftsgemeinde erhielt er dort den Titel Propst. Äußeres Zeichen dieses Amtes waren Soutane und Brustkreuz. Dieses Gewand, das dem eines Bischofs sehr ähnelt und das ihm auch nach 35 Jahren noch passt, habe er nach seiner Emeritierung jedoch nicht mehr getragen, so Holtstiege. 27 Jahre wirkte er dort und wurde 2002 an seinem 70. Geburtstag, an dem die Propsteikirche auch ihr Patronatsfest beging, feierlich verabschiedet.

Als Münsterländer wollte er wieder zurück in die Nähe der Domstadt Münster. Über einen Umweg, der ihn vier Jahre nach Laer und Holthausen führte, kam er im Januar 2007 nach Havixbeck. Er fühlt sich hier keineswegs als Ruheständler, sondern unterstützt aktiv das Seelsorgeteam von St. Dionysius und St. Georg. Nach dem Leitspruch „Ich möchte meinen Dienst so tun, dass ich immer da sein will, wo ich gebraucht werde“ möchte er mit den Gemeindemitgliedern Christ und für sie Priester sein. Er übernimmt Taufen, Trauungen, Ehejubiläen und Beerdigungen ebenso wie Predigtdienste an Wochenenden. Gern besucht er such Familienkreise. Zudem ist er seit 2004 als Diözesanrichter am Bischöflichen Offizialat in Münster tätig und wurde gerade erst wieder von Bischof Dr. Felix Genn für eine weitere Amtszeit mit dieser Aufgabe betraut.

Bei soviel Arbeit bleibt nicht mehr sehr viel Zeit für Privates. Der Tag des Robert Holtstiege beginnt um 5 Uhr in der Frühe mit einem Fitnessprogramm und mit Meditation. Außerdem schwimmt und wandert er gern und unternimmt auch ausgedehnte Radtouren mit seinem Elektro-Bike.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare