Auch Vater-Sohn-Geschichten in der Bruderschaft

Das Triple der Schulze Havixbecks

Sie gingen von 1986 bis 1988 als Sonnen-, als Wasser- und als Baustellenkönig in die Geschichte der St.-Dionysius-Bruderschaft ein (von links): Dr. Werner Pfeiffer mit Ehefrau Carola, Wilfried Branse mit Ehefrau Marie-Luise und Alfons Stemmer mit Ehefrau Brigitte. [aK]Foto: Gronau[eK]

Havixbeck. Etwa 200 Plaketten – die „Visitenkarten“ der jeweiligen Könige, kann die St. Dionysius-Bruderschaft seit dem 18. Jahrhundert nachweisen. Die Königsketten sind lebendiges Zeugnis der wechselvollen Geschichte und Tradition der bereits im 14. Jahrhundert gegründeten Bruderschaft.

Interessant zu verfolgen ist, dass auch über Generationen hinweg die Könige aus alt eingesessenen Familien hervorgingen. Heinrich Jeiler beispielsweise als damaliger Bürgermeister ging als erste Nachkriegsmajestät in die Geschichte ein, als er 1949 den entscheidenden Königsschuss abgab. Luft- und Jagdgewehre waren noch verboten, so dass eine Armbrust herhalten musste. Genau 20 Jahre später war es Heinz Jeiler jun., der sich 1969 die Königswürde sicherte. Mit Josef Heydt wurde ein weiterer langjähriger Bürgermeister 1956 zum König gekürt. Sein Sohn Hubert folgte ihm im Jahre 1975. Eine weitere Vater-Sohn-Geschichte wurde in der Familie Merfeld geschrieben. Vater Theo setzte 1974 den finalen Schuss. Sein Sohn Theo machte es ihm im Jahre 2011 nach. Auch der Adel ließ es sich nicht nehmen, sich mit der Königskette zu schmücken. Beispiele sind die jeweiligen Schlossherren von Haus Havixbeck. 1951 wurde Rudolf Freiherr von Twickel Schützenkönig. 1974 folgte ihm sein ältester Sohn Clemens Freiherr von Twickel. Der Silberkönig des Schützenfestes 2013, Alfons Stemmer, langjähriger Schatzmeister der Bruderschaft, ließ sich 1988, also vor 25 Jahren, als König feiern. 28 Jahre vor ihm errang sein Vater Paul 1960 die Königswürde.

Einen besonderen Platz in der Bruderschafts-Historie nimmt die Familie Schulze Havixbeck ein. Man könnte von einem Triple sprechen; denn drei Brüder bestiegen innerhalb von zehn Jahren den Königsthron: 1985 Hubert, 1991 Clemens und 1995 Johann Bernhard Schulze Havixbeck. Die Brüder Martin und Rudolf Aupers setzten 1992 und 1993 die Akzente, als sie sich nacheinander die Königswürde sicherten und das Schützenvolk regierten. Die Bruderschaft hat ihren Königen in der Vergangenheit gern auch Extra-Titel verliehen. So ging Dr. Werner Pfeiffer 1986 bei Kaiserwetter als „Sonnenkönig“ in die Geschichte ein. Ihm folgte ein Jahr später angesichts des regnerischen Wetters Wilfried Branse als „Wasserkönig“, der 1988 die Regentschaft an Alo Stemmer übertrug, der angesichts der umfangreichen Bauarbeiten im Ortskern zum „Baustellenkönig“ ernannt wurde.

Streiflichter-Ausgabe vom 31.7.2013

Von Eberhard Gronau

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