SL-Serie zur Bürgermeisterwahl 2015

Kennt die Baumberge seit Jahren

Sie haben die Baumberge-Region schon lieb gewonnen. Unser Bild zeigt Katja und Carsten Venghaus vor der Burg Hülshoff.

Havixbeck. Katja Venghaus könnte in der Havixbecker Politik Geschichte schreiben, wenn es ihr gelingt, bei der Wahl am 13.

September als erste Frau die Bürgermeister-Wahl zu gewinnen. Die 44-jährige gebürtige Hagen-Hohenlimburgerin wurde von allen vier im Gemeinderat vertretenen Parteien als gemeinsame Kandidatin aufgeboten – auch ein Novum in der Kommunalpolitik der Baumberge-Gemeinde.

Katja Venghaus ist verheiratet mit dem 49-jährigen Carsten Venghaus. Havixbeck und Hohenholte sind ihr nicht erst seit ihrer Kandidatur bekannt. Sie unterhält schon seit Jahren private Beziehungen in die Baumberge. Zu ihren liebsten Freizeitbeschäftigungen gehört der Sport, der seit ihrer Jugendzeit ein wichtiger Bestandteil ihres Lebens ist. So geht sie gern Tennis spielen, radelt oder geht laufen. Auch das Wandern macht ihr Freude. Urlaub verbringt sie im Sommer am liebsten segelnd auf der Ostsee und im Winter beim Skifahren. Sportplatzbesuch ist aber auch gelegentlich angesagt, wenn die beiden Söhne ihres Mannes, Alexander (17) und Moritz (15) beim CSV Sportfreunde Bochum-Linden Fußball spielen, Alexander in der Landesliga und Moritz in der U 16, der – so Katja Venghaus – mit seinem Talent seinem älteren Bruder sicher nachfolgen kann. „Jetzt, wo die Jungs flügge sind, sind aber eher Freunde und Schulkameraden als Fans angesagt“, schmunzelt sie. Sie selbst ist begeisterter Fan von Borussia Dortmund.

Katja Venghaus kocht auch sehr gern, vor allem frisch. Gute und gesunde Kost sei ihr sehr wichtig. „Am schönsten ist es, gemeinsam mit meinem Mann oder auch mit Freunden zu kochen“. Anhand von drei Fragen stellen die Kandidaten ihre politischen Ziele vorWelches sind Ihre politischen Ziele für den Ort Havixbeck? 

Katja Venghaus: Die größte Baustelle ist der Haushalt, keine Frage. Es muss also gelingen, die Haushaltssituation nachhaltig zu verbessern. Steuererhöhungen sind dabei meines Erachtens kein geeignetes Mittel, um einen langfristigen Erfolg zu generieren. Wir brauchen stattdessen ein qualitatives und zukunftsfähiges Wachstum für höhere Einnahmen. Wir müssen aber auch mit unseren Angeboten attraktiv bleiben und die Freizeit- und Kulturangebote erhalten. Junge Familien sollen hier attraktiven und bezahlbaren Wohnraum finden und nicht über Nachbargemeinden nachdenken. Seit mehreren Jahren erstelle ich die Wirtschaftsplanung für die Abteilung Berufsbildung bei der Industrie- und Handelskammer. Deshalb sehe ich die Haushaltssicherung auch als eine Chance. Eine Chance, alle Bereiche genau zu betrachten. Zu prüfen, was besser oder günstiger gestaltet werden kann. Und was weg kann. Oder welche Aufgaben können wir noch mit anderen Gemeinden in Angriff nehmen? Für die Zukunft unserer Gemeinde Havixbeck ist die Zukunft unserer Kinder entscheidend. Sie müssen die bestmögliche Ausbildung bekommen. Deswegen setze ich mich für bestmögliche Bedingungen an den Schulen ein. Für mich ist etwa die Ansiedlung von Gewerbe ein wichtiger Baustein. So lassen sich auch Leerstände minimieren und der Ortskern beleben. Wir müssen besser werden als andere Gemeinden. Ein wichtiger Faktor ist die hervorragende Anbindung und Nähe zu Münster. Die Baumberge-Region kann das Naherholungsgebiet werden. Sie könnte sich zu einem kulturellen und wunderbaren Eldorado für E-Biker und Pedellac-Fans entwickeln, die mittlerweile eine viel größere Reichweite haben. Dafür sind gemeinsame Strategien zu entwickeln und auszubauen. Es ist sinnvoll, den Tourismus breiter als bisher aufzustellen. Wir haben hier beispielsweise das Literaturzentrum Hülshoff, die Reitroute, die Fahrrad-Schlösserroute. Es gibt die Droste-Tour. Ich erlebe es immer wieder, dass reiselustige Leute davon nichts wissen. Ich kann mir gut vorstellen, gemeinsam mit der Stiftung Burg Hülshoff und anderen Einrichtungen aktiv zu werben. Das würde den Hoteliers und Vermietern von Ferienwohnungen gleichermaßen zu Gute kommen.

Was würden Sie im Falle einer Wahl anders machen als Ihr Kontrahent?

Katja Venghaus: Wie mein Kontrahent die Arbeit in den letzten Jahren verrichtet hat, kann ich nicht beurteilen. Zumindest die vier im Rat vertretenen Parteien waren damit offensichtlich nicht zufrieden und wünschen eine Änderung. Was ich in den letzten acht Monaten jedoch ganz deutlich in meinen Gesprächen mit den Havixbeckern und Hohenholtern vernommen habe, ist eine große Verärgerung über die Kommunikation. Die Bürgerinnen und Bürger möchten einbezogen und gehört werden. Über harte Einschnitte, Kündigungen und die Aufgabe von Trägerschaften (Beispiel Freibad) über die Zeitung oder ohne Vorwarnung per Brief zu erfahren. Das würde mir auch nicht schmecken. Der Finanzausschuss hat in der letzten Sitzung gefordert, die Personalkosten der Verwaltung um fünf Prozent zu senken. Das geht nur durch eine vernünftige Personalentwicklungsplanung. Die wird auch von der Politik seit Jahren gefordert. Ich habe bereits zwei Umstrukturierungen in der Abteilung Berufsbildung erfolgreich umgesetzt. Deshalb bin ich sicher, diesen Prozess gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern erfolgreich gestalten zu können.

Was qualifiziert Sie für das Amt als Bürgermeisterin in Havixbeck?

Katja Venghaus: Ich traue mir zu, die Gemeinde Havixbeck gemeinsam mit dem Rat und den Bürgerinnen und Bürgern entscheidend voranbringen zu können. Ich bringe aus 26 Jahren Berufstätigkeit, einer kaufmännischen Ausbildung zur Industriekauffrau und einem Studium wirtschaftlichen Sachverstand und Erfahrung mit. Ich besitze die Fähigkeit, Menschen zu führen und zu motivieren und habe ein Gespür für einen sensiblen sozialen Kurs. Übrigens arbeite ich bereits seit zwölf Jahren bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) und habe hier auch Verwaltungsarbeit gelernt.

Zur Person:

Katja Venghaus wurde 1971 in Hagen-Hohenlimburg geboren. Sie ist evangelisch und verheiratet. Im Abendgymnasium legte sie das Abitur ab. Bei einer Bildungsgesellschaft widmete sie sich der Ausbildung zur staatlich geprüften Betriebswirtin mit Schwerpunkt Marketing. 2003 wechselte sie als Ausbildungsberaterin zur Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittleres Ruhrgebiet in Bochum. Durch den Außendienst hat sie von den Inhabern und Geschäftsführern viel darüber gelernt, was Betriebe für Bedingungen benötigen. 2007 übernahm sie eine Stelle mit Führungsverantwortung für ein mittlerweile elfköpfiges Team bei der IHK Nord Westfalen. Seit 2013 erarbeitet sie die Wirtschaftsplanung für die Abteilung Berufsbildung. Weitere Infos unter www.katja-venghaus.info.

SL-Ausgabe vom 26.8.2015

​Von Eberhard Gronau

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