Christian Topp stellt seine Chronik über Havixbecker Kriegsgefallene vor

„Helden wollten wir nie sein“

Christian Topp, der auch Dirigent des Blasorchesters Havixbeck ist, präsentiert jetzt die Chronik „Helden wollten wir nie sein“.

Havixbeck. Nach mehrjähriger intensiver Recherche konnte die Chronik „Helden wollten wir nie sein“ jetzt veröffentlicht werden.

Auf 600 Seiten beleuchtet der Havixbecker Autor Christian Topp das Schicksal der im Zweiten Weltkrieg gefallenen Havixbecker und Hohenholter. Sein Werk wird Topp am Donnerstag, 22. Januar, um 19.30 Uhr im Baumberger-Sandstein-Museum präsentieren. Bei der Lesung wird er den Zuhörern Hintergrundinformationen geben, die er im Buch nicht verarbeitet hat. Der Eintritt zur Lesung ist frei.

Jeder Gefallene wird in der Chronik mit einer Seite, die seinen Lebenslauf enthält, gewürdigt. Komplettiert werden die Lebensläufe mit Feldpostbriefen, Fotos und Dokumenten aus dem Nachlass der Gefallenen. Die abgedruckten Briefe sind dabei ein besonders wertvolles Zeitzeugnis.

„Die großen Geschichten des Krieges sind lange geschrieben, aber um die einfachen Leute, die Hitlers Wahnvorstellung letztlich mit dem Leben bezahlten, hat sich noch keiner so recht gekümmert“, beschreibt der 44-jährige Christian Topp seine Arbeit. „Die Zeit des Leidens war ja mit dem Verlust des Vaters, Ehemanns oder Bruders noch nicht beendet. Besonders die Schicksale der Vermissten treiben die Angehörigen bis heute um. Das hätte ich so nicht erwartet“. Um die persönlichen Dinge aus den Nachlässen digitalisieren und einsehen zu können, hat Topp über mehrere Jahre die Nachkommen der Gefallenen besucht und ihnen das Projekt und seine Absicht erklärt, ein Buch darüber zu schreiben. „Die Offenheit der Menschen hat mich sehr berührt“, so Topp. „Bei nahezu allen Besuchen wurde ich freundlich empfangen und die Angehörigen haben mir gegenüber offen und emotional über die Zeit des Krieges gesprochen und mir bereitwillig Briefe und Fotos zum Digitalisieren überlassen. Die Originale sind natürlich in den Familien geblieben.“

Nach den Besuchen in den Familien begann die eigentliche Arbeit. Die Briefe mussten zumeist aus dem Sütterlin transkribiert werden. Eine Fleißarbeit, die viel Fingerspitzengefühl erforderte. Ohne die Mithilfe von Maria Kurtz aus Hohenholte wäre er noch nicht fertig damit.

Mit der reinen Ansammlung von Material war es für die Chronik aber nicht getan. Kerstin Schäfers übernahm das Lektorat. Satz und Layout erledigte Regine Bartsch. Nach diesen Tätigkeiten kam dann der Verlag ins Spiel, der für die technische Umsetzung verantwortlich zeichnet.

Das Buch ist in allen Buchhandlungen und beim Verlag mv-buchhandel.de erhältlich.

SL-Ausgabe vom 7.1.2015

Von Eberhard Gronau

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