Streiflichter-Interview mit Maria Wördenweber von der Tschnernobyl-Hilfe Fliss

Gasteltern gesucht

Sie wünscht sich die Bereitschaft weiterer Havixbecker, sich als Gasteltern für weißrussische Kinder zur Verfügung zu stellen: die Geschäftsführerin der Havixbecker Tschnernobyl-Hilfe Fliss Maria Wördenweber.

Havixbeck. Die Havixbecker Tschnernobyl-Hilfe Fliss e.V. möchte in diesem Sommer wieder 15 Kinder aus Weißrussland einladen, die in Havixbeck eine dreiwöchige Erholungsfreizeit verbringen sollen. Derzeit werden aber noch einige Gasteltern gesucht. Streiflichter-Mitarbeiter

Eberhard Gronau traf sich jetzt mit der Geschäftsführerin Maria Wördenweber, um mehr über die Arbeit Erholungsfreizeit des Vereins zu erfahren.

Streiflichter: Die Tschernobyl-Hilfe wurde bereits 1991 durch Alfons und Gertrud Fliss gegründet, die für ihr soziales Engagement 2004 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet wurden. Wann wurden Sie mit Ihrem jetzigen Team aktiv?

Maria Wördenweber: Nach dem Tod von Alfons Fliss im Oktober 2005 brauchte Gertrud Fliss bei ihrer Arbeit für die Tschernobyl-Hilfe dringend Unterstützung. 2006 haben wir den Verein gegründet und die Arbeit auf eine breitere Basis gestellt. Unser Anliegen ist es, das Werk der Eheleute Fliss fortzuführen.

Streiflichter: 2011, genauer gesagt in den drei Wochen vor den Sommerferien, ist wieder eine Erholungsfreizeit für weißrussische Kinder in Havixbeck vorgesehen. Welches Ziel wird mit dieser Maßnahme verfolgt?

Maria Wördenweber: Sinn und Zweck ist die Förderung der Gesundheitsprophylaxe von Kindern und Jugendlichen aus Weißrussland, die heute, 25 Jahre nach dem schrecklichen Reaktorunfall von Tschernobyl, noch unter den Spätfolgen leiden.Angesichts vieler aktueller anderer weltweiter Katastrophen droht der Reaktorunfall vom 26. April 1986, durch den in der Ukraine, in Russland und Weißrussland eine Fläche von 150 000 Quadratkilometern radioaktiv verstrahlt wurde, in Vergessenheit zu geraten.

Streiflichter: Wie ist der Stand der Vorbereitungen für die Erholungsmaßnahme?

Maria Wördenweber: Seit Monaten laufen die Vorbereitungen. Dennoch werden für vier Kinder noch dringend interessierte Gasteltern gesucht, gern auch ältere Paare, die sich vorstellen könnten, in diesem Sommer ein oder zwei weißrussische Kinder im Alter von acht bis 14 Jahren aufzunehmen. Interessierte Familien können sich unverbindlich bei erfahrenen Gasteltern früherer Erholungsmaßnahmen informieren. Die Verbindung stellen wir gern her. Wenn es uns gelingt, mindestens 15 Kinder unterzubringen, werden mit Lena und Tatjana auch zwei erfahrene Betreuerinnen mit nach Havixbeck kommen.

Streiflichter: Wie wird eine solche Maßnahme finanziert und wo können sich interessierte Gasteltern melden?

Maria Wördenweber: Wer interessiert ist, ein oder mehrere Kinder aufzunehmen, kann sich bei der 1. Vorsitzenden Konny Richter unter Telefon (02507) 4252 oder bei mir unter (02507) 986813 melden. Um das gemeinnützige Projekt durchführen zu können, ist unser Verein nicht nur auf engagierte Gasteltern, sondern auch auf Spenden angewiesen. Wir haben Spendenkonten unter der Bezeichnung „Tschernobyl-Hilfe Fliss e.V.“ eingerichtet: Kontonummer 422 394 900 bei der Volksbank Baumberge (BLZ 400 694 08) und Nummer 0 035 339 001 bei der Sparkasse Westmünsterland (BLZ 401 545 30).

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