Mit Spenden Gutes tun 

Zweites Leben für Bücher: Das Bücherkarussell in Dülmen sammelt gebrauchte Bücher

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Ghazal Großkopf (von links), Babak Mehrkam und Julia Bürmann sortieren die Bücher erst einmal gründlich, bevor diese dann verteilt werden können.

Dülmen. Schon von außen macht das kleine weiße Gebäude an der Halterner Straße 107 in Dülmen seinem Namen alle Ehre: Der Bungalow ist karussellförmig – also das perfekte Zuhause für das neugegründete „Bücherkarussell“. Seit dem 1. Juni sind dort viele Bücher beherbergt, denn die Initiative sammelt zahlreiche Buchspenden, die dann sortiert werden und an diverse Institutionen wie beispielsweise Geflüchtetenunterkünfte, Kindergärten, Schulen, Krankenhäuser und Hospize verteilt werden.

Damit die Ausgaben gedeckt werden, wird ein Teil der Bücher weiterverkauft. Das Bücherkarussell ist gerade erst gestartet, in Zukunft soll es noch wachsen. Schon jetzt laufen einige erste Gespräche mit verschiedenen Institutionen, wie beispielsweise der Paul-Gerhardt-Schule in Dülmen, über eine künftige Zusammenarbeit. Geplant ist, dass jede der teilnehmenden Einrichtungen künftig einmal pro Jahr mit einer Bücherbox gratis versorgt wird. Besteht darüber hinaus öfter Bedarf, können die Institutionen mit einer Aufwandspauschale erneut Bücher erhalten. 

Auch eine erste Geldspende konnte das Bücherkarussell bereits machen: Mit 300 Euro unterstützten sie das Casa Cainelui (Tierschutzbrücke München e.V.). Zu der rumänischen Tierschutzorganisation hat das Team einen persönlichen Bezug. „Vor über drei Jahren holten wir unsere Hündin Lynn aus dem Casa Cainelui“, erzählt Julia Bürmann. Auch künftig sollen verschiedene gemeinnützige Vereine finanziell unterstützt werden.

Der Ansatz für die Idee kam Julia Bürmann und Babak Mehrkam nach einer prägenden Work-and-Travel-Zeit in Neuseeland 2016. „Ab da an war uns klar, dass für uns ein erfülltes Leben nur dann möglich sein kann, wenn wir anderen helfen können. Wir möchten nicht nur Geld verdienen, sondern gleichzeitig einen gemeinnützigen Aspekt bei der Arbeit haben“, erläutert Babak Mehrkam das Anliegen. Vor einem Jahr wurde die Idee dann konkreter. Zusammen mit Ghazal Großkopf gründeten die beiden die Genossenschaft und begannen mit der konkreten Planung.

Bücher jedes Genres werden angenommen

Bücher können nun am Gebäude an der Halterner Straße jederzeit abgegeben werden, dank eines überdachten Außenregals vor der Tür. „Da wir in der Nähe wohnen, können wir oft vorbeischauen und die Bücher dann mit reinnehmen“, erklärt Julia Bürmann. Abgegeben werden können gut erhaltene Bücher jedes Genres. Auch aktuelle Schulbücher nimmt das Team gerne entgegen. 

Sehr alte Bücher, und Reiseführer, die älter als fünf Jahre sind, und stark vergilbte Bücher sollten hingegen nicht abgegeben werden. Diese Art von Spenden schadet dem Projekt sogar, da dadurch unnötige Kosten und Arbeit beim Aussortieren und Entsorgen verursacht werden. „Wir wollen mit unserem Vorhaben auch die Nachhaltigkeit unterstützen. Die Umwelt wird geschont, wenn Bücher nicht ständig neu gekauft werden“, betont Ghazal Großkopf. 

Für die Zukunft hat das engagierte Dreierteams bereits einige Pläne geschmiedet. „Sobald sich die Corona-Situation ändern, möchten wir gerne auch einen Bücherflohmarkt anbieten, wo in warmer Atmosphäre nach Lesestoff gestöbert werden kann“, plant Babak Mehrkam. 

Weiter Infos auf www.buecher-karussell.de

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