Kartoffeln, Zwiebeln und Co. 

Weitere Fläche gesucht: Interkulturelle Gärten in Dülmen gut angenommen

Öfid Dülmen interkulturell Garten
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An dem Wohngebäude auf dem Gelände der ehemaligen St.-Barbara-Kaserne, in dem aktuell 55 Personen mit Migrationshintergrund leben, entstand dieses Foto der an dem Abend teilnehmenden Aktiven der Ökumenischen Flüchtlingsinitiative Dülmen (ÖFID) sowie Bewohnern des Gebäudes (rechts hinten).

Dülmen. Die Corona-Pandemie hatte auch Auswirkungen auf die Arbeit der ÖFID – der ökumenischen Flüchtlingsinitiative Dülmen: Es fanden über Monate keine Treffen der ÖFID-Aktiven statt. In der vergangenen Woche war nun das erste Treffen nach dem Lockdown – in Form einer Fahrradexkursion. Ziel: Gartenprojekte, bei denen Dülmener mit Migrationshintergrund engagiert sind.

Vom Gemeindezentrum ging es aufs Areal der früheren St.-Barbara-Kaserne. Dort erwarteten Daniel Alfschnieder, Leiter der Abteilung Migration im Dülmener Rathaus, und Sven Hagedorn, der sich als Sozialarbeiter der Stadt Dülmen um die Bewohner des Mehrfamilienwohnhauses für Personen mit Migrationshintergrund – viele Flüchtlinge – kümmert, die Gruppe, die am Evangelischen Gemeindezentrum gestartet war.

Daniel Alfschnieder erläuterte auch anhand von Fotos die Situation des Interkulturellen Gartens zwischen Josef-Heiming- und Theodor-König-Straße. Vor zehn Jahren war dort die Gartenbewirtschaftung durch Familien mit Migrationshintergrund gestartet, und bis heute nutzen zehn Familien die Fläche, betreut vom Internationalen Frauentreff.

Vor dem Wohnhaus in der Letterhausstraße auf dem früheren Kasernenareal sind es einige der 55 Bewohner des Hauses, die sich um den Pflanzstreifen vorm Haus kümmern. „Heute morgen haben wir hier Kartoffeln und Zwiebeln geerntet und daraus eine großes Essen zubereitet“, berichtete Zaeem Haje. In Syrien hatte der 31-Jährige in einer Gärtnerei gearbeitet – in Dülmen fühlt er sich für den Bereich vor dem Wohnhaus verantwortlich. Er präsentierte Chili- und Tomaten-Pflanzen, Rosen und andere Blüh- und sogar eine Wassermelonenpflanze mit Frucht.

Zusammenarbeit mit Sozialkaufhaus MuM

Ein wenig weiter, neben dem 1 200 Quadratmeter großen Möbellager des Sozialkaufhauses MuM, gab MuM-Geschäftsführer Klaus Pfitzenreuter Erläuterungen zu der 320 Quadratmeter großen Fläche, auf der acht Familien mit Migrationshintergrund Radieschen, Salat, Basilikum, Bohnen, Kartoffeln und Möhren anbauen und teilweise bereits geerntet haben. „Von MuM haben wir Saatgut dafür zur Verfügung gestellt“, so Klaus Pfitzenreuter, der sich über den Erfolg des Gartenprojekts freut. Auch die Nutzbarmachung der zugewucherten Fläche hatten MuM-Aktive bewerkstelligt – Michael Kreuznacht hatte dazu seinen 32-PS-Schlepper Hanomag Perfekt 301 eingesetzt.

Ein Wunsch von Klaus Pfitzenreuter: „Es wäre schön, wenn Dülmener für einen weiteren interkulturellen Garten eine Fläche nicht weit von der Dülmener Innenstadt zur Verfügung stellen würden!“

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