Vergessene Orte im Münsterland markiert –Fotoausstellung von „x_Orten“ eröffnet

+
Dr. Wilhelm Bauhus, Leiter der Arbeitsstelle Forschungstransfer der WWU, erzählte bei der Ausstellungseröffnung am Dienstag von der Geschichte einiger „x_Orte“.

Dülmen. Ein großes schwarzes „X“ markiert Orte in der Region, die in Vergessenheit geraten oder kaum noch sichtbar sind. Orte, deren Bedeutung inzwischen weitgehend unbekannt ist. Die Initiative „Expedition Münsterland“ der Arbeitsstelle Forschungstransfer der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU) hat sich auf die Suche nach diesen vergessenen Orten und ihrer Bedeutung gemacht. Sie hat das Ziel, historisch, ökologisch oder technologisch bedeutsame Stätten wieder in Erinnerung zu rufen.

In der daraus entstandenen Fotoausstellung werden beispielsweise der ehemalige Bahnhof Tilbeck in Havixbeck oder ein ehemaliges Flüchtlingslager in Lette gezeigt. Die Ausstellung ist bis zum 15. Februar in der Alten Sparkasse in Dülmen zu sehen. Bei der Ausstellungseröffnung am Dienstagnachmittag betonte Bürgermeisterin Lisa Stremlau: „Man kann Zukunft nur gestalten, wenn man bereit ist, sich mit Epochen auseinanderzusetzen, an die man sich vielleicht gar nicht mehr erinnern will.“

Dr. Wilhelm Bauhus ist der Leiter der Arbeitsstelle Forschungstransfer an der WWU und begleitet das Projekt seit über sieben Jahren: „Die Gefahr des Vergessens ist enorm hoch. Deshalb brauchen wir neue Formen des Erinnerns.“ Er erzählte zum Beispiel von der Molchschleuse in Münster. Wenige 100 Meter von der Weseler Straße entfernt, rage ein großes Rohr aus der Erde hinaus, über dessen Bedeutung kaum jemand Bescheid wisse. Bei der Recherche kam ans Licht, dass dies ein Zugang zu einer alten Erdgaspipeline von Sibirien ins Ruhrgebiet ist. Auch dieser Ort wurde mit dem X markiert und fotografiert. Der Prozess für ein Foto vom „x_Ort“ sei langwierig: „Besonders das Genehmigungsverfahren ist sehr aufwändig“, erklärt Bauhus.

Bei den Arbeiten seien zudem schon einige der zwei Meter großen, dreidimensionalen X-Weiser aus Holz geschrottet worden. Zum Beispiel in der Lippe: „Die Stromschnellen kosteten das X einen Schenkel und machten aus ihm zeitweise ein Y“, wird im Katalog über die „x_Orte“ berichtet. Darin heißt es des Weiteren: „Das X – als Zeichen für eine Unbekannte in der Mathematik – verweist auf den wissenschaftlichen Anspruch des Projektes.“

Die Idee zum Projekt entstand 2011. Design-Studentin Lena Sandfort gestaltete die Markierung für das Gelände und arbeitete das Konzept für die Expedition Münsterland aus.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare