Wolfgang Buchmann sucht Unterstützer für sein Vorhaben

Verantwortungsvolle Landwirtschaft

Dülmen/Seppenrade. Mehrere Jahre arbeitete er als Gärtner, sah dann, wie sein Chef durch Spritzmittel zur Unkrautvernichtung nervenkrank wurde und kündigte seinen Job.

„Ich habe meinen Rucksack gepackt und bin mit 25 Jahren losgezogen, war in Österreich, Japan, Australien, Neuseeland und Chile und habe verschiedene Techniken für eine gesunde Landwirtschaft kennengelernt, und unter anderem ‚Wwoofing’“, erklärt Wolfgang Buchmann, der dienstags und freitags von 8 bis 12.30 Uhr auf dem Dülmener Wochenmarkt neben einigen vollwertigen Gemüsesorten Gespräche und Informationen anbietet. „Spinat, Möhren, Erbsen und Melde sind in der Erde.“ 

Auf seine gesunden Produkte wurde Renate Pasler im November aufmerksam. „32 Jahre habe ich in Düsseldorf gelebt. Im Oktober 2013 bin ich in meine Heimatstadt Dülmen zurückgekehrt. In Düsseldorf konnte ich in speziellen Biomärkten Mangold kaufen. Bei einem Marktbesuch in Dülmen habe ich erstaunt den kleinen Stand von Herrn Buchwald mit dem bunten Mangold gesehen.“ Sofort kam die 63-Jährige, die seit 30 Jahren Vegetarierin ist und sich „wunderbar fühlt“, mit diesem ins Gespräch. Sie war von der Idee Buchmanns angetan, der auf einer 3,3 Hektar gepachteten Ackerfläche in Seppenrade Obst und Gemüse mithilfe von Unterstützern ohne giftige Spritzmittel anbauen möchte und dies bereits praktiziert. Schnell wurde sie Mitglied. Am Mittwoch fuhr sie mit ihrem Fahrrad zu Buchmann. „Ich habe Furchen gezogen und Herr Buchmann hat Möhren und Spinat gesät“, erzählt sie. „Es gibt hier viele verschiedene Obstbäume und Beerenobst, alles bleibt ungespritzt. Ich möchte, dass mein Enkel noch eine gute Erde erlebt und gesunde Lebensmittel essen kann.“ Dabei hat sich Buchmann auch zum Ziel gesetzt, längst vergessene Obst- und Gemüsesorten anzubauen.

Biolandwirt Wolfgang Buchmann: „Für meine ‚Solidarische Landwirtschaft’ (Solawi) ist es wichtig, dass ich noch weitere Mitglieder, die mein Vorhaben realisieren helfen. Dafür bekommen sie den Ernteertrag.“ Rund 100 Unterstützer benötigt er, um die laufenden Kosten seines Betriebes in der Bauerschaft Tetekum zu decken. „Solawi ist eine deutschland- und weltweit bewährte Methode. Ich möchte sie Interessenten gerne im Gespräch erklären“, so Wolfgang Buchmann, der auf dem Dülmener Wochenmarkt, über Handy unter (0163) 7603862 oder per Post unter „Solidarische Landwirtschaft“ Wolfgang Buchmann, Tetekum 14, 59348 Lüdinghausen erreichbar ist. 

22 Unterstützer hat er bis jetzt, darunter auch die Gesundheitswissenschaftlerin Martina Möllers aus Sythen, die erklärt: „Ich denke, das ist unterstützungswürdig und finde es einfach mutig von Herrn Buchmann, das so anzugehen. Er ist auf einem guten Weg. Aus gesundheitlicher Sicht finde ich Solawi vorbeugend und auch langfristig gesehen optimal für den Körper.“ 

SL-Ausgabe vom 21.1.2015

Von Reinhold Kübber

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare