„Uno“ auf Weißrussisch – Mädchen und Jungen aus Svensk in Buldern zu Gast

Buldern Svensk Kinder Tschernobyl
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Neun Kinder aus dem weißrussischen Svensk sind aktuell der Einladung der Initiative „Den Kindern von Tschernobyl“ gefolgt. Sie verbringen bis zum 14. Juli einen Erholungsurlaub in Buldern.

Buldern. Worte in fremder Sprache erklingen aktuell in Buldern. Im Clubheim auf dem Sportgelände des Dülmener Ortsteils spielt Anna Roters mit drei Kindern das Kartenspiel „Uno“. „Wir verständigen uns mit Händen und Füßen“, schmunzelt die Abiturientin des Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasiums. Denn ihre Mitspielerinnen stammen aus dem weißrussischen Svensk. Sie folgten der Einladung der Initiative „Den Kindern von Tschernobyl“.

Am Sonntag kamen die jungen Gäste aus dem Ort am Rande der Sperrzone Tschernobyls im Münsterland an. „Nach 32 Stunden im Bus und mit einem fünfstündigen Aufenthalt an der polnischen Grenze“, so Edith Eiersbrock, Initiatorin des Erholungsprojekts. In Buldern sind die insgesamt neun Jungen und Mädchen in Gastfamilien untergebracht. „Wir bieten diesen Urlaub schon seit 18 Jahren für weißrussische Kinder aus sozial schwächeren Familien“, erklärt Eiersbrock. Das Projekt wird über Spenden finanziert. Unter anderem überreichte am gestrigen Dienstag Dr. Alexandra Saimeh von der Apotheke am Spieker 1 500 Euro.

Werktags spielen die 7- bis 15-Jährigen auf dem Sportgelände in Buldern. Betreut werden sie von Anna Roters. Nach den Abiprüfungen engagiert sich die 18-Jährige gerne für den Besuch aus dem fernen Land. Mit dabei ist zudem Natascha Stankevitsch, Dolmetscherin aus Minsk. „Ich danke Edith und den Gastfamilien für ihre Herzlickeit“, sagt die Mutter einer Tochter. Letztere wird schon bald in Münster Informatik studieren. „Diese Reise verändert die Welt der Kinder“, so Stankevitsch.

Die jungen Weißrussen fahren am 14. Juli zurück in die Heimat. Zuvor stehen noch Ausflüge an, zum Beispiel geht es ins Schwimmbad. Auch Augenarzt- und Zahnarztbesuche stehen alljährlich auf dem Programm.

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