Umgestaltung des Dülmener Bahnhofs „eine lösbare Aufgabe"

Umgestaltung des Dülmener Bahnhofs „eine lösbare Aufgabe"
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Bürgermeisterin Lisa Stremlau warb dafür, die Chance zur Umgestaltung des Bahnhofes zu nutzen.

Dülmen. Rund 70 interessierte Bürger waren gekommen, um sich über den aktuellen Planungsstand beim Dülmener Bahnhof zu informieren. Die Stadt arbeitet mit der Unterstützung von verschiedenen Planungsbüros an einem Entwurf, der bei einer politischen Zustimmung, als Grundlage für einen Förderantrag dienen soll.

Wenn die Stadtverordnetenversammlung das Projekt „Bahnhof Dülmen – klimagerecht mobil unterwegs“ im Dezember auf den Weg bringen sollte, würde im Anschluss Anfang 2019 der Förderantrag für Gelder aus dem Programm „KommunalerKlimaschutz.NRW.“ gestellt werden. Die Aussichten, dass Dülmen mit seinem Projekt berücksichtigt wird, sind gut, denn die derzeitigen Planungen sind vom Gutachtergremium positiv beurteilt worden.

„Ich wünsche mir, dass wir nach der Abwägung der Risiken diese Chance gemeinsam nutzen“, sagte Bürgermeisterin Lisa Stremlau bei der Veranstaltung. Der Bahnhof in seiner jetzigen Form sei ein „Schandfleck“, die Neugestaltung eine wichtige Aufgabe. Die größte Herausforderung liegt im engen zeitlichen Korsett. Sollte die Stadt die Fördermittel bekommen, muss die Umsetzung bis zum 30. Juni 2022 erfolgen. Projektsteuerer Dirk Kuhfeld betonte: „In den jetzigen Planungsstand sind zahlreiche Abwägungen und Vorüberlegungen mit eingeflossen. Das Projekt anzugehen ist kein Risiko, sondern eine Aufgabe, die lösbar ist.“ Auch das „Bauen unter dem rollenden Rad“, also im laufenden Betrieb, sei bei guter Vorplanung möglich. So ist das Projekt bereits jetzt in verschiedene Bauphasen unterteilt worden, um eine detaillierte Vorplanung zu gewährleisten. Wichtig sei zudem eine möglichst frühzeitige Ausschreibung der verschiedenen Gewerke.

Größte Bausteine bei der Neugestaltung des Verkehrsknotenpunktes in Dülmen ist ein neues Bahnhofsgebäude, das nach Vorstellung des Experten Professor Peter Jahnen als ein großes Dach denkbar sei, unter dem dann verschiedene Module wie Wartebereich, Kiosk, DB-Servicecenter oder Sanitäranlagen untergebracht werden könnten. Für das Fahrradparkaus stellte er sich ebenfalls eine solide Stahlkonstruktion vor, eventuell mit eingearbeiteten Holzelementen, um auch gestalterisch dem Klimaschutzansatz Rechnung zu tragen.

Für die Planung der Gestaltung einer neuen Überführung bekommt die Stadt Unterstützung von Ingenieur Marcel Matzerath. Er präsentierte an dem Infoabend zwei Varianten für eine Brücke. Eine schmalere Brücke mit einer Breite von 3,50 Meter als reine Fahrradbrücke oder eine breitere Brücke mit 5,70 Meter, die sowohl von Fußgängern als auch von Radfahrern genutzt werden könnte und bei einer späteren Abgängigkeit des jetzigen Überführungswerkes mit einer Treppenanlage zu den Gleisen und einem Aufzug nachgerüstet werden könnte. „Beide Varianten sind hier baubar. Sie könnten im Ganzen eingehoben werden und benötigen keine zusätzlichen Stützelemente im Gleisbett. Dies ist gerade mit Blick auf die Beantragung von Sperrpausen sehr wichtig“, so Matzerath. Vormontiert würden die Brücken dann auf einem Bauplatz am Baumschulenweg, eine kurze Sperrpause von ein bis zwei Nächten, um die Fachwerkbrücke dann auf die Widerlager zu heben, wäre in 2021 erforderlich.

Um möglichst viele Menschen „auf die Schienen zu kriegen“, also für die Nutzung des Bahnhofs zu begeistern, sei eine passende Infrastruktur zentral, berichtete Prof. Peter Jahnen. So müssten für Autofahrer gute Parkmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Dafür ist eine neue Zufahrt zur Parkfläche parallel zur Bahnstrecke Münster/Essen über die Eisenbahnstraße vorgesehen. Der Bereich könnte später sogar noch um eine Parkdeck ergänzt werden, um genügend Stellplätze vorzuhalten.

Bis zur nächsten gemeinsamen Sitzung von Umwelt- Wirtschaftsförderung- und Stadtentwicklungsausschuss am Dienstag, 4. Dezember, arbeiten Stadt und Planungsbüros nun gemeinsam an einem Erläuterungsbericht, der dann auch die Kosten beinhalten wird. Die endgültige Entscheidung, ob und in welcher Form das Projekt klimagerechter Bahnhof Dülmen umgesetzt werden soll, trifft die Stadtverordnetenversammlung in ihrer Sitzung am Donnerstag, 13. Dezember.

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