27 Kilo Honig geerntet

Umgeben von 60000 Bienen: Hobbyimker Michael Basten betreut sechs Bienenvölker in Dülmen

+
Hobbyimker Michael Basten (links) zeigte kürzlich den interessierten BUND-Helfern und ihren Kindern seine Bienenstöcke.

Dülmen. „Mit zwei Völkern habe ich angefangen. Heute betreue ich sechs Völker mit rund 60 000 Bienen“, so Michael Basten, der seit Juni 2017 als Hobbyimker aktiv ist. Er bedankt sich bei der Dülmener BUND-Ortsgruppe, die ihm eine Fläche zum Ausüben seines neuen Hobbys zur Verfügung gestellt hatte.

„Damals wurde vom BUND in den Streiflichtern eine Stelle als Imker ausgeschrieben. Doch als Bienenunerfahrener hatte ich keine Chance und die Stelle wurde an den erfahrenen Imker Manfred Tönnis aus Haltern-Sythen vergeben, der mir zu meinen ersten Bienenvölkern verholfen hat. Er ist noch mein Imkerpate und Freund und begleitet mich immer noch gut. Der BUND hat mir dann die Möglichkeit gegeben, am Ablaichteich nahe des Hülsenwegs die Bienenstöcke aufzustellen“, berichtet er von den Anfängen. Aus diesen beiden Völkern erzeugte er dann vier weitere Völker – Ableger genannt. Manfred Tönnis hatte Michael Basten zu Beginn zwei Bienenvölker, also Ableger, zur Verfügung gestellt.

Das Foto zeigt einen geöffneten Bienenstock mit einer Brutwabe mit verdeckelter Brut (dunkelgelbe Zellen, unten links) und unter anderem den Futterkranz, bestehend aus mit Honig gefüllten verdeckelten Zellen (hellgelbe Zellen, oben rechts).

Dank seiner praktischen Erfahrungen weiß Basten Interessantes zu berichten, so beispielsweise, dass er für seine zurzeit sechs Bienenvölker wöchentlich ein bis zwei Stunden Zeit benötigt und die Saison von März bis August dauert. „Im Grunde muss kontrolliert werden, ob die Bienen nicht zu viel und nicht zu wenig Platz haben und nicht schwärmen, das heißt, dass sich das Volk nicht teilt und sich ein neuer Schwarm bildet und mit der alten Königin aus dem Bienenstock fliegt (ausschwärmt). Zu Beginn der Kirschblüte setzt man den Honigraum, der mit Honigwaben besetzt ist, auf den Brutraum, dann kann man den Frühjahrshonig (Frühjahrstracht) Ende Mai schleudern, die Sommertracht Mitte bis Ende Juli. Die Bienen stechen nicht, wenn man sie nicht bedroht oder einengt. Sie könnten stechen, aber tun es normalerweise nicht. Kinder werden nur gestochen, wenn sie barfuß über den Rasen gehen und die Bienen beim Einsammeln des Nektars stören.“ Dann nennt Basten weitere Aufgaben eines Imkers: „Für die Gesunderhaltung der Biene muss verhindert werden, dass die ein bis zwei Millimeter große Varroamilbe die Bienen befallen. Diese Parasiten schädigen so, dass das Volk stirbt oder es schwach in den Winter reinkommt. Deshalb muss nach dem Entfernen des Honigs der Bienenstock anschließend mit Ameisensäure zur Reduzierung des Milbenbefalls bedampft werden.“

Imker wünscht sich noch weitere Bienenvölker

Selber hat der Dülmener, der nahe seiner Bienen wohnt, Mitte Juli insgesamt 27 Kilo Honig geerntet: „Wenn man den Honig rausholt, ist er flüssig. Nach dem Ausschleudern wird er abgesiebt, in Eimern gelagert und dann muss man ihn einmal wöchentlich rühren, und zwar vier Wochen lang, damit er schön cremig wird.“

Im Winter ist absolute Ruhe bis Ende Februar/Anfang März. Die Bienen sind dann sich selbst überlassen und nur zwischendurch guckt Basten nach, ob alles in Ordnung ist. Zukünftig möchte der Agrar-Ingenieur zulegen: „Soweit es meine Zeit erlaubt, würde ich gerne bis zu 15 Völker halten. Dann würde ich auch anfangen, Honig zu verkaufen.“ Sein Hinweis an Gartenbesitzer: „Steingärten bringen keinen Honig.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare