Firma Jostmeier aus Welte übernahm alle Metallarbeiten im Mariendom in Hildesheim

Stahlgerüst für rund 3 500 Pfeifen

Dülmen/Hildesheim. Am vergangenen Freitag, 15. August, war es so weit: Der Hildesheimer Mariendom, ein UNESCO Weltkulturerbe, wurde nach rund fünfjährigen Renovierungsarbeiten wieder feierlich eröffnet.

Mit dabei war Helmut Schlüter, gemeinsam mit Berthold Springeneer Geschäftsführer und Inhaber der Firma Metallbau Jostmeier in Welte. Seit Frühjahr 2013 hat das Unternehmen alle Metallbauarbeiten im Dom übernommen.

„Wir haben Anfang 2013 einfach mal an einer europaweiten Ausschreibung teilgenommen. Natürlich haben wir gehofft, dass wir die Arbeiten im Dom übernehmen dürfen; als wir dann den Zuschlag bekommen haben, war die Freude aber doch groß“, blickt Helmut Schlüter an die Vergabe des Auftrags zurück. Trotz großer Konkurrenz konnte sich das kleine Unternehmen mit 20 Mitarbeitern aus Welte durchsetzen und wurde mit den Arbeiten betraut. „Spannend ist bei historischen Gebäuden, was man letztlich vorfindet. Wir wussten überhaupt nicht, was uns im Dom erwartet. Wir haben etwa eine Treppenanlage im Dom gebaut, darunter kamen historische Gewölbe zum Vorschein.“

Die einzelnen Metallarbeiten sind in der Firmenhalle in Welte erledigt worden. Anschließend wurden sie – oft von einer Spedition – zum Dom transportiert, wo sie dann von den Mitarbeitern angebracht und aufgestellt wurden. Insgesamt waren zehn Mitarbeiter der Firma Jostmeier bei der Renovierung des Mariendoms involviert.

Bei der Renovierung hat sich die Firma Jostmeier um alles gekümmert, was mit Metall und Stahl zu tun hat. So wurden zuerst insgesamt 380 Meter Lüftungskanäle mit Innenbeleuchtung im Dom verlegt, anschließend wurden Konvektorroste eingebaut. Und auch die Stelen für die Heiligenfiguren, die Wandkonsolen oder der Ambo wurden von der Firma Jostmeier erstellt. Dabei hat Helmut Schlüter bei den gesamten Arbeiten den Fokus auf eine hohe Qualität gelegt. So wurden rund die Hälfte aller Gegenstände selber konstruiert. „Wir haben viel Wert darauf gelegt, dass keine Schweißnähte zu sehen sind, wo sie nicht gesehen werden sollen. Auch auf die spezielle Maserung des Metalls wurde geachtet.“ 

Stahlkonstruktion für die Orgel gebaut

Für die große Orgel im Dom, die aus 3 600 Orgelpfeifen besteht, wurde eine Zwölf-Tonnen-Orgelkonstruktion gebaut, die die Pfeifen hält und drei Meter in den Dom hineinragt. „Als Gegengewicht sind noch acht Tonnen Beton verarbeitet worden. Gemeinsam mit dem Orgelbauer haben wir dann die einzelnen Orgelpfeifen angebracht.“

Als Abschlussarbeiten wurden in der vergangenen Woche Ständer für Opferkerzen und ein Altar mit einem Glassafe für eine Reliquie in der Werkhalle in Welte fertiggestellt und zum Mariendom gebracht. Da alle Gegenstände bis zur Eröffnung am Freitag fertig sein mussten, war vor allem in den letzten Wochen viel logistische Planung gefragt.

„Am Ende wurde es schon etwas hektisch auf der großen Baustelle. Die Zusammenarbeit mit den Laserfirmen und der Pulverbeschichtung hat auch unter Zeitdruck super geklappt.“ 

Es gab bei den ganzen Arbeiten aber auch lustige Momente.

„Einen Abend hat mich der Architekt angerufen, ich sollte am nächsten Tag Material für einen Käfig mitbringen. Darin wurden dann Uhus gesetzt, die im Glockenturm geschlüpft waren und, als sie flügge wurden, über die Baustelle hoppelten. Der Bischof von Hildesheim hat sich anschließend bereit erklärt, die Patenschaft zu übernehmen“, schmunzelt Helmut Schlüter.

Nach der feierlichen Eröffnung mit einer Festmesse schließen sich in dieser Woche Handwerkerwochen an, zu der alle beteiligten Firmen eingeladen wurden. Und wenn der Dom fertig ist, gehen die Arbeiten für die Firma Metallbau Jostmeier in der Domschule und dem Dommuseum weiter. „Mit den weiteren Restaurierungs- und Nachbereitungsarbeiten werden wir noch bis 2015 in Hildesheim beschäftigt sein.“

Alle zwei Wochen hat Helmut Schlüter die rund 265 Kilometer zwischen Welte und Hildesheim zurückgelegt, um an Baubesprechungen teilzunehmen oder Aufmaße vorzunehmen. Daneben galt es auch noch, die Unterbringung und die Verpflegung für die Mitarbeiter, die immer für zwei bis drei Tage nach Hildesheim gefahren sind, zu organisieren. Der besondere Dank von Helmut Schlüter bei diesem Mammut-Projekt gilt aber seinen Mitarbeitern.

„So ein Projekt kann man nur durchziehen, wenn die Mitarbeiter dahinter stehen. Sie haben ja auch viel Freizeit geopfert. Metallbaumeister Oliver Schwering hat mir den Rücken frei gehalten, die ganz normalen Aufträge und die Stammkunden müssen ja auch versorgt werden.“ 

SL-Ausgabe 20.8.2014

Von Florian Kübber

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