SL-Interview mit Bulderns Ortsvorsteher Christoph Wübbelt: „Ich brauche positiven Stress“

+
Christoph Wübbelt ist seit Juni der Ortsvorsteher von Buldern. Darüber hinaus ist er auch Mitglied in zahlreichen Vereinen.

Buldern. Seit Ende Juni gibt es im Dorf einen neuen „Sheriff“. Ein Mann, dessen Name in Buldern kein unbekannter ist. Im Gegenteil: Christoph Wübbelt ist eine echte Bulderaner Kultfigur. Und wieso? Weil der 57-Jährige überall präsent ist, wo die Menschen im Dorf zusammenkommen. Egal ob auf dem Sportplatz von Adler Buldern, im Schützenfestzelt der St.-Johanni-Brüder oder mit dem Spielmannszug. Wübbelt vertritt seit Juni als Ortsvorsteher sein Heimatdorf. Im Interview erfuhr Streiflichter-Mitarbeiter Tim Nieswandt, wie der stellvertretende Fachbereichsleiter und Diplom-Ingenieur der Gemeinde Rosendahl privat ist, wie sein neues Amt seinen Alltag beeinflusst und warum sich die Mitwick-Wedderner Schützen wohl immer an ihn erinnern werden.

Erst seit Anfang des Jahres bist du aktives Mitglied der CDU geworden. Wie kommt es, dass du plötzlich in der Politik mitmischt? 

Christoph Wübbelt: Angefangen hat es im Oktober letzten Jahres, als die ersten Leute auf mich zukamen und mir sagten, dass sie mich in diesem Amt vorstellen könnten. Politisch interessiert war ich schon immer, und auch als Jugendlicher war ich bereits in der CDU aktiv. Doch irgendwann wurden keine Beiträge mehr abgebucht. Anscheinend haben sie meine Kontodaten verloren (lacht). 

Also hast du dir im Vorfeld schon konkrete Gedanken über das Amt des Ortsvorstehers gemacht? 

Wübbelt: Nein, das war alles sehr kurzfristig. Dafür wurde es aber auch schnell immer konkreter, da ich mich mit Freunden und meiner Familie immer mehr mit dem Thema auseinandersetzte. Das Vertrauen meines Bekanntenkreises motivierte mich, das Amt anzunehmen. 

Wie war das mit der Unterstützung aus dem Dorf? 

Wübbelt: Die war bereits im Vorfeld da. Durch meine Mitgliedschaften im Sportverein Adler Buldern, im Vorstand des Schützenvereins St. Johanni sowie im Spielmannzug kann ich behaupten, dass es eine Menge Leute im Dorf gibt, die mich kennen oder zumindest schon einmal gesehen oder gehört haben.

Hören ist ein gutes Stichwort. Wenn ein Mikrofon in der Nähe ist, passiert es schnell, dass du es in der Hand hast. Woher kommt diese Anziehung?

Wübbelt: Zum größten Teil natürlich durch meine Zeit als Musiker. 30 Jahre stand ich auf der Bühne und habe 24 Jahre davon mit der Band „Mosquitos“ und sechs Jahre mit der Band „Inflagranti“ Musik gemacht – insbesondere auf Schützenfesten hier im Kreis. Zudem bin ich Stadionsprecher bei Adler Buldern, und auch im Schützenverein halte ich Reden.

Also drücken dir die Leute das Mirko mittlerweile automatisch in die Hand? 

Wübbelt: Sozusagen. Während andere ungern vor anderen Menschen reden, fühle ich mich einfach wohl, wenn ich am Mikrofon bin. Das kommt mir in meinem neuen Amt zugute.

Bei so viel Bühnenpräsenz ist doch bestimmt auch schon einmal etwas schiefgelaufen. 

Wübbelt: Oh ja, ich glaube, dass sich der Schützenverein Mitwick-Weddern immer an mich erinnern wird (lacht). Bei einem meiner Musikauftritte auf dem Schützenfest bin ich auf eine der Musikboxen geklettert, wie ich es zu der Zeit gerne mal gemacht habe. Dann dachte ich mir: Springst du mal runter. Die Folge war, dass ich eine halbe Stunde mit gebrochenen Fuß im Krankenhaus saß. Noch am gleichen Abend kam ich zurück auf die Bühne – mit Gips und Krücken im Gepäck.

50 Jahre bei Adler Buldern, 44 Jahre im Spielmannzug, neun Jahre im Vorstand des Schützenvereins, 24 Jahre im Kegelklub und bis vor sechs Jahren 30 Jahre lang Musik gemacht. Das klingt nach einer ganzen Menge. Passt das mit deinem neuen Amt zusammen? 

Wübbelt: Natürlich muss ich in manchen Bereichen etwas kürzer treten. Aber ich werde weiterhin versuchen, alles unter einen Hut zu bekommen. Manchmal ist es schon ziemlich viel, aber ich brauche diesen positiven Stress einfach.

Und was sagt deine Frau dazu, dass du ständig unterwegs bist?

Wübbelt: Barbara unterstützt mich in allem, was ich mache. Ohne sie wäre das auch gar nicht möglich. Sie hält mir den Rücken frei. Alles, was ich mache, wird natürlich vorher mit ihr besprochen. Außerdem nehmen wir uns auch genug Zeit für uns und fahren zum Beispiel als Urlaub gemeinsam nach Ameland.

Zum Abschluss: Was steht für dich als nächstes auf der Agenda?

Wübbelt: Erstmal das 100-jährige Jubiläum von Adler Buldern, wo ich natürlich auch wieder ein Mikrofon in der Hand haben werde. (lacht)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare